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Der Israelit · 1877-07-11 · Heft 28 (11.7.1877) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
18 (1877)
Issue
Heft 28 (11.7.1877)
Date
1877-07-11
Page
– (sequence 11)
Language
German
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657 und NUN soll er ihm entzogen und den Leitern der christlichen Anstalten überwiesen werden, die nur zwei Stunden gewähren werden. Wenn also bei dem jetzigen Zustande nichts Erhebliches geleistet werden kann, welche einen kleinen Bruchtheil jüdischen Wissens werden die Kinder unter der veränderten Einrichtung erhalten! Die ganze Versammlung stimmte den Ansichten des Rabbiners vollkommen bei, aber auch der Vorstand sah sein Unrecht ein, bekannte es offen und söhnte sich mit dem Rabbiner aus. (Jüd. Pr.) Fttlda, 29. Juni. An Stelle des am 30. Decbr. v. I. verstorbenen Provinzial - Rabbiners vr. S. En och y*r ist Seitens des hiesigen israel. Provinzial-Vorfteher-Amtes der Regierung zu Kassel nls Provinzial-Rabbiner für Fulda der Rabbiner vr. M. Cahn zu Samter (Provinz Posen), gebürtig aus Rüdesheim, vorgeschlagen worden. (Die Bestätigung desselben Seitens der Regierung zu Kassel ist bereits erfolgt. Red.) Lübeck, 27. Juni. Bei der heute vorgenommenen Wahl zur neuen Bürgerschaft wurde auch Herr Rabbiner Vr. Carlebach als Mitglied derselben gewählt, ein Ereigniß, das von der toleranten Gesinnung unserer christlichen Mitbürger Zeugniß ablegt. Rimbach i. O. Herr Jsaac Kahn dahier wurde wiederholt auf neun Jahre zum Mitgliede des Gemeinderathes erwählt. Labischirr, 21. Juni Vor mehreren Monaten ist berichtet worden, daß die Tochter eines hiesigen Juden zum katholischen Glauben übergetreten sei, und bei der Gräfin Skorzewska in ihrem Schlösse Lubostrom Aufnahme gefunden habe, und den Eltern trotz aller Aufforderungen vorenthalten werde. Jetzt ist dieser Mortara-Fall vor dem Kreisgericht zu Schubin zum Austrag gekommen, indem nämlich die Skorzewska verurtheilt wurde, den Eltern ihre Tochter Rosa, trotzdem sie Katholikin geworden sei, herauszugeben und die Prozeßkosten zu bezahlen. (Jüd. Pr.) England. London, 29. Juni. Simon, welcher die Regierung betreffs der jüngsten Judenverfolgnngen in Rumänien interpellirte, erhielt gestern im Unterhavfe von dem UnterstaatSsecretar des Aeußern den Bescheid, daß im.Auswärtigen Amt seit der Veröffentlichung des Berichts des Genralconsuls in Jassy vom 15. April, in welchem gemeldet wurde, daß zwei Juden von der Polizei in Jassy gemißhandelt wurden und seitens Ser rumäuischen Behörde Abhilfe versprochen worden, keine weiteren Berichte über Mißhandlung und Verfolgung von Juden eingegangen seien. In Betreff der letzthin in Darabani verübten Excefse gegen die Juden sei der Generalconsul in Bukarest angewiesen worden, Erkundigungen einzuziehen, und sollten sich die Berichte darüber als wahr erweisen, würden der rumänischen Regierung dieserhalb Vorstellungen gemacht werden. Rumänien. Ueber die Judenhetze in Darabani sind der „Jsr. Alliance" zu Wien folgende neuere Mittheilungen zugekommen: Am 15. Juni d. I. wurde aus Grund von Erlässen des österreichischen Consulats in Jassy eine Commission des Viceconsulats zu Botuschan nach Darabani zur Aufnahme eines Protokolls über die am 3. Juni daselbst ftattgehabte Judenhetze entsendet. Aus der nun vorliegende wortgetreuen Abschrift dieses Protokolls geht hervor, daß der von der Commission aufgenommene Thatbestand mit dem bereits der „Jsr. Alliance" dargelegten vollkommen übereinstimmt. Es seien hier nur einige besonders wichtige Umstände hervorgehoben. Von den 200 Häusern, auS denen Darabani besieht, wurden 159 Juden gehörende, ohne Unterschied der Staatsangehörigkeit der Eigenthümer oder Bewohner, geplündert und 68 Personen ohne Unterschied des Alters und Geschlechts in der brutalsten Weife mißhandelt, so daß noch jetzt Viele in dem Spitale zu Torohoi oder in Privatpflege schwer verwundet daniederliegen. Die Aufforderung zu diesen grauenhaften Thaten erfolgte von Seiten der Gutsfrau Cimara mit den Worten: „Ihr guten Leute, das ist von der Regierung anvefohlen worden, daß ihr die Juden berauben und töoten sollt. Auf m.ir.e Verantwortung nehmt die besseren Sachen mit und die anderen zerstört!" Es wird hinzugefü.st, daß die werthvollften Gold- und.Silber-Gegenstände, Schmuck, Perlen rc. zu dem Wagen der Gutsfrau gebracht wurden, welche dieselben in Empfang nahm. „Im wesentlichen wurde ermittelt," besagt das Protokoll, „daß der Plan der Gutsfrau über die zu verübenden Gräuelthaten noch w itcr ging» indem bis zum Einbrüche der Nacht ohne Unterbrechung geplündert und sodann an mehreren Stellen zugleich das Städtchen in Brand gesteckt werden sollte, damit bei dem sodann entstehenden noch größeren Tumult Alles aus den Wohnungen auf die Gaffe getrieben und niedergemetzelt werde, um seinerzeitige Erhebungen über den ganzen Hergang

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