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Der Israelit · 1877-06-20 · Heft 25 (20.6.1877) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
18 (1877)
Issue
Heft 25 (20.6.1877)
Date
1877-06-20
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Di l Gegenwart; Sephardim, Aschkenasim, die Karaiten. Politische und sociale Verhältnisse, religiöses Leben, Synagogen. Schulen, die Rothschild'fchen Wohlthätigkeitsanstalten, die Montefior'schen Wohlthatigkeitsunternehmungen, Armenwohnungen und Pilgerhauser, Spenden für die Armen des h. Landes, allgemeine Betrachtungen. XI. Lebensweise und Sitten der Orientalen. XII. Medicinische Verhältnisse : die herrschenden Krankheiten und die Acclimatisation der Fremden. Es ist das besprochene Buch das erste unparteiische, aus warmem jüdischem Herzen, aus reicher, persönlicher Erfahrung bearbeitete Werk über Jerusalem — eine gediegene und wahrheitsgemäße Quelle für die Kenntniß aller dortigen Verhältnisse. Der Herr Verfasser hat sich durch die Veröffentlichung desselben um Juden und Judenthum wahrhaft verdient gemacht. Möge er auch reichlichen materiellen Lohn dadurch finden, daß er recht viele Exemplare verkaufe. Das Buch ist im Selbstverlag des Verfassers erschienen und waren die Druckkosten rc. sehr bedeutend. Wir halten es für eine Ehrenpflicht wohlhabender Glaubensgenossen , das edle Streben des Herrn Verfassers durch Ankauf seines Buches zu fördern und zu belohnen. Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen. Rumänien. Bukarest. Einige jüdische Notabeln haben vor kaum einigen Tagen ein Dementi gegen die Nachricht eines Judenkrawalls in Giurgewo in den hiesigen Blättern sowohl wie in einigen ausländischen veröffentlicht, und heute dürften sie wohl Grund haben, sich Ueberstürzung vorzuwerfen. Kein Anderer nämlich als Romanul selbst, der stets die Mißhandlung der Juden energisch in Abrede stellte und alle diesbezüglichen Nachrichten als böswillige Lügen bezeichnete, ist heute in der angenehmen Lage, von einer besonders brutalen Judenhetze zu berichten. Ich gebe Ihnen nach* folgend eine getreue Uebersetzung der erwähnten Notiz: „Wir erfahren, daß im Städtchen Darabana, District Dorohoi, ein höchst bedauernswerther Conflict zwischen den griechischen Dienern des dortigen Gutsbesitzers Cimara und den Juden stattgefunden. Viele Juden wurden ihres Vermögens beraubt, ihre Häuser wurden geplündert, und einige von ihnen sind sogar durch Messerstiche verwundet worden. Die Behörde hat die Ruhe wiederhergestellt, und die Untersuchung hat sofort begonnen. Schon seit längerer Zeit bestehen Miß- Helligkeiten zwischen dem Gutsbesitzer und den dortigen Juden. Die Behörde hat öfters ein Unglück verhütet; doch diesmal als man am wenigsten an solche Gewaltacte dachte, sind die verbrecherischesten Excesse verübt worden. Wir sind überzeugt, daß die That mit aller Strenge gestraft werden wird. Wenn wir sehen, daß diese That, nachdem bereits so viel Lärm über behauptete Verfolgungen — obschon nicht der kleinste Exceß wie der von Darabana vorgefallen ist — geschlagen wurde, verübt werden konnte; wenn wir sehen, daß ebenfalls gestern Abend — wie wir soeben erfahren — bei mehreren Juden in Jassy die Fenster eingeworfen wurden. so können wir nur auf eine fremde Hand schließen, auf eine Jntrigue, welche bestimmt ist, Rumänien in seiner heutigen Lage Schwierigkeiten zu bereiten. Wir fordern selbst die Juden in Rumänien auf, sich sehr ruhig zu verhalten und nicht zu hoffen, daß sie durch Agitationen ihre Sache fördern werden. Sie können sich im Gegentheile, wenn sie fortfahren, zu agitiren, wie es Einige unvernünftigerweise thun, dem größten Unglücke in der Krisis, durch welche das Land heute geht, aussetzen." Jeder Commentar zu den obigen Worten des Romanul ist wohl ganz überflüssig. Es müssen Schauderscenen in Darabana vorgefallen sein, daß Romanul sich beeilte, das Prävenire zu spielen. Aus seinen eigenen Worten schon ist eine Bluthochzeit herauszulesen. Ich werde mich bemühen, nähere Details über den Vorfall zu bekommen; bis nun ist noch keine andere Nachricht als die officiöse des Romanul bekannt geworden. Am bemerkenswerthesten ist am Schluffe des obigen Artikels die Drohung der Regierung durch die Feder ihres Organes, daß es den Juden noch viel schlimmer ergehen wird, falls sie nicht mäuschenstill bleiben.' Zu dem vom Romanul nur ganz oberflächlich berührten Fenster-Einwerfen in Jassy ist noch hinzuzufügen, daß am Abend desselben^ Tages Feuer in Jassy ausbrach, dem — merkwürdig! — nur jüdische Häuser zum Opfer fielen. Die Ausrede mit „der fremden Hand" ist äußerst bequem; aber früher meinte man wenigstens Rußland darunter, was jetzt natürlich gar nicht mehr möglich ist. Wer ist die fremde Hand nun? Bukarest. Ueber die Judenhetzen in dem im Districte Dorohoin in der Moldau gelegenen Städtchen Darabana erfährt man heute die folgenden positiven Details: Sowohl die christlichen

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