Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 18 (1877)
- Issue
- Heft 24 (13.6.1877)
- Date
- 1877-06-13
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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559 auch bei der nprcn in Amsterdam der Fall sein kann, so muß ich doch nach meiner langjährigen Erfahrung constatiren, daß die Einrichtung in A. eine gerechte und musterhafte ist, daß man aber bei der Durchführung dortfelbst eine dornenvolle Bahn betritt. Wer kann alle Gegensätze ausgleichen, wer kann so vielen Parteien gerecht werden? Welche bittere und ungerechte Vorwürfe mußte das Haupt- Comits in A. stets hinnehmen für seine großen und uneigennützigen Bemühungen? Es bedurfte wahrlich der Charakterfestigkeit und Frömmigkeit eines Mannes, wie b"i jjnnyi> ro'py nVd es war, um nicht die schwere Last abzuschütteln. Die Berichte, die oft von I., wenn auch von braven Männern, kommen, sind nur der Ausdruck von Parteianschauungen, die wenig Werth haben, weil alle 122 jau sind, während man inA. über den Parteien steht. Außerdem erhält das Hauptcomitö Briefe von allen Parteien, fast alle Reisende von '"n nach y*n gehen über A. und erstatten da mündlichen Bericht über die Zustände dortselbst, man ist daher nur in A. im Stande, sich ein getreues Bild von den Zuständen und Verhältnissen in '"n zu entnehmen, wonach man die nprcn einrichtet. Hiermit habe ich die Discussion in dieser hochwichtigen Sache eröffnet und ich bin überzeugt, daß Herr Benjamin Hirsch dessen reine Absicht außer allem Zweifel liegt, gern bereit sein wird, auch eine von seinen Vorschlägen abweichende Ansicht einer genauen Prüfung zu unterziehen. E. R. Rosenbaum. Frankfurt #. M. Dem uns vorliegenden dritten Jahresbericht der israel. Waisenanstalt zu Frankfurt a. M. entnehmen wir: In dem verflossenen Jahre wurde das Haus der Anstalt eröffnet und derselben die Rechte einer juristischen Person verliehen. Im Laufe des Jahres wurden noch vier Waisenknaben ausgenommen, so daß nunmehr 14 Knaben, im Alter von 6 bis 14 Jahren stehend, die Wohltbaten des Instituts genießen. Weitere Berücksichtigung der zalreichen Aufnahmegesuche kann nur dann stattfinden, wenn der Anstalt weitere Mittel zur Verfügung stehen. Der Gesundheitszustand war ein recht günstiger. An Geschenken und Legaten gingen ein 11,998 M.. Jahresbeiträge 5024 M., außerdem wurden bedeutende Gaben für die Sparbüchsen der Kinder, sowie zur Einrichtung des Hauses und der Synagoge und zur Kleidung der Zöglinge gespendet. Die Ausgaben betrugen 8941 M. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Wie«. Einige isr. Frauen haben vor einiger Zeit beim Vorstand der israel. Cultusgemeinde den Antrag auf Einführung deutscher Lieder in den Gottesdienst gestellt. Bei den diesbezüglichen Verhandlungen im Vorstand hielt Herr Baron Moritz v. Königswarter das Verlangen der Frauen für nichtdiscutirbar und beantragte einfachen Uebergang zur Tagesordnung. Die Majoriat beschloß, bei den Predigern Di)r. Güdemann und Jellinek ein Gutachten einzuholen, welche die Einführung deutscher Lieder als zulässig erklärten. Herr Baron v.'Königswarter sah sich auf das hin veranlaßt, aus dem Vorstand zu treten. Ehre diesem Manne! Wien. Der Tallisfabrikant Samson Heller in Kolomea (Galizien) hat bei der Kunst- Industrie - Ausstellung in Wien (Sechshaus) die große silberne Medaille erhalten. England. London. Die Missionsgesellschaft hat im Jahre 1876 39829 L. verausgabt, und mit Hilfe dieser hohen Summe gelang es ihr, 8 erwachsene Juden nebst 2 Kindern der Taufe zuzuführen. Jeder getaufte Jude kostet also der säubern Gesellschaft an 5000 L. London. Der verstorbene Jakob Mocatta vermachte den verschiedenen israel. Wohlthätigkeits- Anstalten und Schulen Londons i960 L. (Jew. Ehr.) P a l ä st i n a. Jerusalem. In einem der niedrigsten und ärmsten Häuser Jerusalems wohnte ein frommer aber sehr armer Mann. Seinen geringen Erwerb fand er als Synagogendiener einer kleinen Gemeinde. Nathan Sommer, so hieß der Mann, hatte am verflossenen 13. Nissan, zur Zeit des ponn npn2 nur noch 60 Heller, für die er sich ein Stückchen Brod zum Abendessen kaufen konnte; trotz dieser großen Armuth kaufte er für 10Heller eine Wachskerze pann rpnsS. Nachdem er den engen Raum seiner Behausung durchsucht, stieg er in den Keller hinab, in den zwar das ganze Jahr kein pan kommt, um ihn pni2 zu sein.' Wer beschreibt aber seine Freude, als er einen Beutel voll alter Goldstücke fand? Der Arme wollte den Fund nicht für sich behalten, sondern trug ihn zum Vorstande seiner Gemeinde. Dieser erklärte,