Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 18 (1877)
- Issue
- Heft 24 (13.6.1877)
- Date
- 1877-06-13
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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558 int Durchschnitt 10,000 fl. betrugen, nach wie vor, an alle D'ppo vertheilt werden sollten, jedoch, was in Folge über 10,000 fl. eingehen sollte, in2Theile getheilt und die Hälfte dem deutschen bb'D allein und die zweite Hälfte den übrigen vertheilt werden. Es wurde nämlich eine größere Einnahme erwartet, welche auch wirklich eintraf, weil mein Schwager die sogenannten nsn - Büchschen einführte, welche viel Geld einbrachten und einbringen. Dazu kam noch, daß mein Schwager mit einer Eingabe an's bayrische Ministerium sich wandte und eine diesbezügliche Ministerial - Entschließung durch Verwendung meines Vaters erwirkte, wonach in allen bayrischen Synagogen öffentliche Sammlungen für '"n durch Anbringung von Sammelbüchsen stattfinden dürfen. Es sei nur enxassaut hier erwähnt, daß mein Schwager während seines Aufenthalts in Deutschland, wo er sowohl thätig für'"x wirkte, abermals von schweren Schicksalsschlägen getroffen wurde. Er erhielt die Trauerbotschaft von d?m Hinscheiden seiner Frau. Von seinen 5 Kindern, die er von Deutschland mitgenommen hatte, lebte nur noch ein Sohn, sowie auch einer, der in I. geboren wurde. Nach seiner Heimkunft in I. verheirathete er den erstgenannten Sohn, und nachdem demselben eine Tochter geboren wurde, zwangen ihn die Verhältnisse zur abermaligen Herausreise, bei welcher ihn gen. Sohn begleitete, der aber leider bei seiner Ankunft in Triest von der Cholera y'i hinweggerafft wurde. Mein Schwager mußte die Reise allein fortsetzen und als er schon auf dem Heimwege begriffen war, wurde er in Berlin zum ewigen Leben einberufen und seine Gebeine ruhen nicht □^->'3 omi 1.12, sondern im mini?n rr2 zu Berlin. Sein noch übriggebliebener Sohn Juda Bergmann verheiraihete sich, strengte sich ebenfalls gleich fernem Vater an, Handel zu treiben, war zum wiederholten Male unglücklich in seinen Geschäften und forderte uns erst vor 3 Wochen auf, ihm bei wohlthätigen Leuten momentane Unterstützung zu verschaffen, damit er O'n nicht auch gezwungen sei, nach ps6 i2-!i reisen zu müssen. Die Nutzanwendung dieser in kurzen Abrissen gegebenen Erzählung dürfte folgende sein: 1) Daß sich der Satz von y i u’Din noch heute bewährt, piD'n rebdr ppj p d’ihi ntcPttf, wovon das Eine '"sr mim' ist. Die noi, in zu leben, wird nicht Jedem zu Theil. Soviel steht aber auch fest, daß die npiln allein kaum für Wasser und Brod ausreicht. Es dürfte daher dieselbe doch keine solche Lockspeise sein, welche die starke Einwanderung h'erbeigezogen hat. 2) Es ist außer Zweifel, daß ein großer Theil der üt'"N wohnenden Dmrp eifrigst bestrebt sind, sich zu ernähren, zumal sehr viele Handwerker da wohnen. Handel und Gewerbe haben da jedoch mit Hindernissen zu kämpfen, von denen wir in Deutschland keinen Begriff haben. So ist beispielsweise der Hausirhandel dort unmöglich. Es scheint, daß in eben dem Maße, wie die frühere Fruchtbarkeit aufgehört, auch die.idjid gehemmt ist. 3) Es dürfte schwer sein, in Deutschland, Holland und England jüdisch-national zu sein und für die aus diesen Ländern fließendee Unterstützungen allen dort lebenden Dmrv gleiche Berechtigung zu erkennen zu wollen, denn es ist Thatsache, daß alle dortselbst die aus ihren Ländern zufließenden Gelder nur ausschließlich für sich verwenden und daran werden wir um so weniger etwas ändern können, als bisher die deutschen, holländischen und englischen Gelder zusammen nur ein kleiner Bruchtheil jener Gelder sind, die aus Rußland, znyon msix und allen andern Welttheilkn dahin fließen. Es wohnen beiläufig 16,000 jüdische Seelen dortselbst, und was bedeuten da etwa 100,000 fl., die auä Deutschland und obengenannten Ländern jährlich zusammenfließen? Berechnet man nur 10 fl. auf die Person, so entziffert dies ja schon 160,000 fl. Wie können wir also hoffen, in die Lage zu kommen, sagen zu können: „Jetzt liegt Alles in unserer Hand, Ihr müßt Euch unfern Rathschlägen fügen.- 4) Mit dem Grundsätze, px -pi oy n"n r.s\ welcher bei uns auch auf wissenschaftliche Bildung Bezug hat, muß man in '"n sehr vorsichtig sein. Was bei uns nutzbringend ist, könnte dort nachtheilige Folgen nach sich ziehen. Der Jude, der gelernt hat, steht schon in Folge dessen auf einem -gewissen Grad von Bildung, denn er hat denken gelernt und sein Verstand ist genügend geweckt, mithin ist dieser Zweck, die Bildung, um ihrer selbstwillen schon erreicht. Außerdem möchte ich behaupten, daß, wenn bei uns Wissenschaftlichkeit erforderlich ist, um der hereingebrochenen Neologie in Wort und Schrift entgegenzutreten, es in gottlob nicht der Fall ist. Selbst mit Elementarunterricht, soweit als zum Erwerb nothwendig ist, dürfte sehr vorsichtig zu Werke gegangen werden. Dieser Unterricht ist in I. überhaupt sehr schwierig, weil dort 4 Hauptsprachen im Gebrauche sind, nämlich: Türkisch, Arabisch, Spanisch und Polnisch-deutsch. Außerdem wissen wir ja, daß I. der Sammelplatz aller Völker ist und daher alle nur erdenklichen Sprachen hier gesprochen werden. 5) Wenn auch anzunehmen, daß menschliche Einrichtungen stets Verbesserungen bedürfen, was