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Der Israelit · 1877-06-13 · Heft 24 (13.6.1877) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
18 (1877)
Issue
Heft 24 (13.6.1877)
Date
1877-06-13
Page
– (sequence 5)
Language
German
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553 Göttingen, Fauerbach und Stern - Hildesheim, Blumenfeld-Adelebsen, Dr. Sophar-Celle, Levor- Dransfeld, Jtaliener-Burgdorf, Nachmann-Linden, Stein-Springe, Blumendorf-Salzhemmendorf. Auf Vorschlag des Seminarlehrers Sommer wurden Schlesinger als erster und Fauerbach als zweiter Vorsitzender durch Acclamation wiedergewählt; auf des letzteren Vorschlag Sommer und Italiener als Schriftführer. — Das erste auf der Tagesordnung stehende Referat: „Wie ist der hebräische Sprachunterricht in der jüdischen Schule zu ertheilen"? hatte Fauerbach übernommen. Referent hatte sein Thema eingehend behandelt, und wurde der kernige, gediegene Vortrag mit dem regsten und lebendigsten Interesse von der Versammlung angehört. Ref. führte aus, daß der hebräische Sprachunterricht schon mit dem Leseunterricht verbunden werden, und kein hebräischer Lehrgegenstand wie z. B. Uebersttzen des Pentateuch und des Gebetbuchs anders als in Verbindung mit der Grammatik behandelt werden dürfe. Von der untersten Stufe aufwärts muß die Lehrmethode bei allen hebr. Fächern die grammatikalische Behandlung vorab berücksichtigen. Vom Leichten zum Schweren stufenweise den Schüler in die Grammatik einführend, wird der Unterricht im Hebräischen den Schüler befähigen, nach dem Verlassen der Schule sich selbst im Hebräischen sortbilden zn können. Referent davon ausgehend, daß Kenntniß des Hebräischen erst die rechte Festigung in Religion und Gotteslehre gibt, betrachtet den Unterricht darin als den wesentlichsten Theil des Religionsunterrichts. Der Unterri<A im Hebräischen Lesen, soll erst mit dem siebenden Jahre beginnen, wenn das Kind deutsch Lesen und ihm die Erlernung des hebr. Lesen darum leicht wird*). Res. giebt dann den Plan zu einem hebrä schen Lesebuche, das dem ersten Unterricht zu Grunde zu legen sei, und dem sich das Gebetbuch (n^Dn) und der Pentateuch (^o-n) erst anreihen, dann anschließen sollen Rach Beendigung des Referates hebt Sommer hervor, daß seine Lehrmethode stets der des Referenten analog gewesen. Es beginnt nun eine lebhafte Debatte, an der sich besonders die Herrn Landrabbiner, Eckmann und Nachmann betheiligen. Landrabbiner l)r. Meyer drückte seine Freude aus, weil er sieht, daß die ganze Versammlung von der Wichtigkeit des Unterrichts im Hebräischen durchdrungen, und daß die Lehrer erkennen, wie derselbe die Grundlage des *) Anm. der Red.: Wir sind damit nicht einverstanden; es gewährt eine ganz andere religiöse Grundlage, wenn das Kind zuerst hebräisch lesen lernt, wenigstens gleichzeitig. Tie Erleichterung wird von dieser Erwägung völlig compensirt, Religionsunterrichts sein und bleiben müsse. Als Resultat der Discusston werden von Dr, Meyer nun folgende Resolutionen formnlirt und von der Versammlung einstimmig angenommen: 1) Der Unterricht im Hebräischen ist der wesentlichste Theil des jüdischen Religionsunterrichts und hat vorzugsweise die Keuntniß des Pentateuchs — beziehungsweise der Bibel — und des Gebetbuches im Urtexte zu erstreben. 2) Behufs leichterer und sicherer Erlernung des Hebräischen ist von Jugend eine systematische und grammatische Methode erforderlich. 3) Das Hebräisch Lesen soll erst dann beginnen, wenn die Kinder deutsch lesen können. 4) Die hebräische Fibel soll gleich dem Verständniß des Hebräischen helfend entgegen kommen. 5) Der Indifferenz der Eltern und der mangelnden Uebung im Hause gegenüber ist die Erzielung geläufigen hebräischen Lesens sehr erschwert und darum doppelte Sorgfalt bis in die höchsten Elasten hinein darauf zu wenden 6) Das Uebersetzen soll durch Vertiefung in den Inhalt thunlichst interessant und pädägogisch bildsam gemacht werden. 7) Die Auswahl — beziehungsweise Anfertigung — der geeigneten Hülfsbücher ist besonderer Sorgfalt zu empfehlen. Als darauf mehrfach der Wunsch geäußert wurde, daß ein hebräisches Lesebuch auf Grundlage grammatikalischer Behandlung ausgearbeitet werden möge^ übernahmen Fauerbach und Sommer die Ausführung eines solchen. Der zweite Referent, Lehrer Stern, behandelte eingehend und ausführlich das Thema: „Sind Simultan- oder Confessionsschulen zu empfehlen"? und kam nach Beleuchtung des Dafür und Dawider zu dem Endresultate, daß Simultanschulen im Allgemeinen den Vorzug verdienen, vr. Gntmann legte darauf seinen Standpunkt in dieser Frage dar, führte Beispiele an. daß Simultanschulen sich nicht praktisch bewährt haben, sich insbesondere für die jüdischen Gemeinden Hannovers nicht eigneten. Auch Kaufmann-Einbeck ist gegen Simultanschulen. Mehrere Lehrer wollten noch in dieser Frage Stellung nehmen; aber da obige Verhandlungen eine geraume Zeit in Anspruch genommen hatten, viele Lehrer bald abreisen mußten, und noch die wichtige Frage vorlag: „Welche Schritte zu thun, daß' die jüdischen Volks- und auch Religiensschulen in dem bei dem Landtage zur Vorlage kommenden Unterrichtsgefetze die ihnen gebührende Berücksichtigung finden" — so mußte die Debatte über das zweite Referat geschlossen und für diesmal von der Resolution abgesehen werden. Bezüglich der dritten Frage wurde eine

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