Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 18 (1877)
- Issue
- Heft 21 (23.5.1877)
- Date
- 1877-05-23
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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XY1II. Jahrgang. Erstr Geilage zu tlc. 21 des Israelit. Leitender Artikel. Literarischer Bericht. „Uebertragung der in den israel.Schulen durchzunehmenden rituellen Gedetstücke von vr. Adolf Salvendi, Bezirks-Rabbiner in Dürkheim a. d. Haardt, 1. Abtheilung, Unterklasse." Wozu schon wieder eine neue Uebersctzung der r6’2n für die Schule, besitzen wir deren nicht schon Legionen? wird mancher Schulmann fragen. Daß aber von allen vorhandenen Übertragungen keine einzige für die Schule, besonders fiir die unterste Klasse, geeignet ist, darin wird jeder praktische Schulmann mit mir einverstanden sein*). Eben so wenig kann geleugnet werden, daß man nicht jedem Lehrer der Gegenwart es überlassen kann, selber eine Auswahl der zu übersetzenden Gebetstücke für die verschiedenen Klassen der Elementar- Schule zu treffen. Diese und noch manche andere Momente bewogen vor etwa 10 Jahren den geschätzten Herrn Verfasser, das in der Ueberschrift näher bezeichnete Werkchen für die unterste Klasse der israel. Neligionsschulen zu schreiben. Dasselbe liegt uns jetzt in seiner zweiten, verbesserten Ausgabe vor. Die erste ist bereits längst vergriffen, der sicherste Beweis für die Brauchbarkeit und Vortrefflichkeit desselben. Es enthält auf etwa 29 Seiten eine Auswahl der in der untersten Klaffe durchzunehmenden rituellen Gebetstücke. Die Auswahl ist eine gelungene, dem zarten Kindesalter dieser Stufe völlig entsprechende. Man findet darin übersetzt nm no bis icnip "pi2 incl. mit Hinweglassung einiger für diese Stufe zu schwieriger Piecen. Wir hätten allerdings gewünscht, daß auch das aus n&rs mtpo entnommene Dnzn iw für diese Stufe weggeblieben wäre. Dann folgt 1212 iBNff '2 u. s. w. nipj? ruiotcn yotp ritt'ip, ferner p'ion noi2 zum Schluffe. Man sieht es dem *) Eine einzige Ausnahme macht, soweit uns die einschlägige Literatur bekannt ist, die von Herrn Japhet bearbeitete und hei I. Kau ff mann in Frankfnrt a. M. herausgekommene Interlinearübersetzung. Daß aber Interlinearübersetzungen Vieles, besonders für Elementarschulen, gegen sich haben, darüber uns hier vollständig auszusprecheu, würde gewiß die uns gestellten engen Grenzen einer Recension überschreiten. Die Bearbeitung der pi’tn von Herrn Rabbiner Dr. Ra hm er in Magdeburg ist uns bis jetzt nicht zu Gesicht gekommen. Der Correspondent. Büchlein beim Durchlesen gleich an, daß der Herr Verfasser, der, wie es scheint, auch ein tüchtiger Schulmann ist, sich mit Liebe, Hingebung und Sachkenntniß der nicht so ganz leichten Arbeit unterzogen hat. Die Uebersctzung ist soviel als möglich wörtlich, ohne den Anforderungen des deutschgrammatischen Sprachgebrauches und der freien Diction Zwang anzuthun. Die jüd. Lehrer schulden dem Herrn Verfasser den größten Dank dafür, daß er ihnen durch das in Rede stehende Merkchen eine Arbeit geliefert, die ihnen den Unterricht im Uebersetzen der n^en ungemein erleichtert; es ist ihnen ein treuer Führer, dem sie sich unbedingt anvertrauen dürfen. Wir wünschen, daß dasselbe sich immer mehr Freunde erwerben und Eingang in recht viele jüd. Schulen finden möge, und geben uns der Hoffnung hin, daß uns der Herr Verfasser recht bald mit der Uebertragung der übrigcn Theile der ni’cn für Mittel- und Ober- Klaffen erfreuen wird. Möge Gott ihm dazu Gesundheit, Kraft und Ausdauer schenken! Oestrich. M. Rosenwald, Lehrer. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. —»— Deutschland. Bon der Taitber, 13. Mai. Mit großem Interesse verfolgt man auch bei uns die in diesen gesch. Blättern jüngst besprochene Angelegenheit der Gründung eines jüdischen Hospitals zu Würzburg. Abgesehen davon, daß bei einem .iiLv 1211 die Landesfarben, also bayerisch oder badisch, keine Rolle spielen, sind wir zunächst dadurch hiebei interessirt, da Würzburg auch für unsere Gegend die nächste bedeutende Stadt und man von hier aus dort ärztliche Hilfe und ärztliche Anstalten zu suchen gewöhnt ist. Und so können wir auch von unserem Standpunkte aus dem Projecte des Herrn Ro o S nicht nur in Bezug auf das Bedürfniß vollkommen beipflichten, sondern auch in Bezug auf die erforderlichen Geldmittel darauf Hinweisen, daß die israel. Gemeinden Badens in der Nähe WürzburgS — deren es eine ziemliche starke Anzahl gibt — sicherlich auch gerne ihr Schärflein beitragen und sich der Sache anschließen werden. Ohne Zweifel wird Gleiches auch von Seiten einer großen An-