Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 18 (1877)
- Issue
- Heft 19 (9.5.1877)
- Date
- 1877-05-09
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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- Malbim 1× ep/1002711
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443 angegebenen Mißstände in der That bestehen und die Anlegung eines anderweitigen Begräbnißplatzes geboten erscheint. Wir machen Sie außerdem darauf aufmerksam, daß nach dem Statut des hiesigen Synagogenbezirks Sie selbst Ihre Repräsentanten, diese Ihren Vorstand gewählt haben, daß ferner Ihre Gemeinde durch die Repräsentanten- Versamnuung vertreten wird. Da die Repräsentanten - Versammlung und der Vorstand in dieser nach § 90 des Statuts zu deren Competenz gehörigen Angelegenheit übereinstimmen, so liegt ein rechtsgiltiger Gemeindebeschluß vor, welcher, da er den Gesetzen nicht zuwider ist, zur Ausführung gebracht werden muß. Ihre Beschwerde wird deshelb als unbegründet hiermit zurückgewiesen. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Correfpondcnzen. Deutschland. Kempen (Schlesien), 18. im Omer. Noch ist die Wunde nicht vernarbt, die der am vergangenen tin plötzlich erfolgte Tod unseres allgemein beliebten, hochgelehrten Rabbinats - Assessors Herrn L. D. Schlesinger, unsere Gemeinde geschlagen , und wiederum wurde diese mit einem neuen, nie zu ersetzenden Verlust heimgesucht. Der sechsundzwanzigste p»j deckte unser Antlitz in tiefe Trauer, und blutenden Herzens riefen wir aus: „utc-so mcy n?£j" Uns ist unseres Hauptes Krone entfallen. Der in weiten Kreisen als rabbinische Capacität anerkannte Rabbinatsverweser “ronn pwn tp’snjn nnotp upy» 'o »noyn ist nicht mehr. Der Verewigte, aus Rawitsch gebürtig, wirkte hier mehr denn ein halbes Jahrhundert als crso s'i n»a und ipso und erfreute sich stets der größten Hochachtung aller Gemeindemitglieder. Aber auch er n'y hegte für unsere Gemeinde eine Anhänglichkeit, der wir es lediglich zu verdanken hatten, diesen bewährten pso eine solch lange Reihe von Jahren zu besitzen. Vergeblich waren die vielen Bemühungen sehr ansehnlicher Gemeinden, die ihn zum Oberrabbiner beriefen, ja sogar dem Rufe der Gemeinde Posen wollte er keine Folge leisten, als diese ihn nach dem Ableben des mn na»a nrjpiy in'o a'n als Rabbinatsverweser anstellen wollte. Was er nun als nanp» ipso geleistet, das können die nach Hunderten zählenden B'vvbri, zum großen Theil als berühmte Rabbinen in Deutschland und Polen fungirende, bekunden; sie wissen, daß er psoiP'a min pmo mnoai rwnpa n^i od"i» gewesen; sie wissen die Gediegenheit seines Geistes, den Adel seines Charakters, sein nn’Dn und m»jy zu würdigen. Wenn nun aber trotzdem unsere Gemeinde- Vertretung in neuester Zeit sich veranlaßt sah an die Seite einer solchen Größe einen zeitgemäßen Rabbinen zu berufen, si lag dies wohl hauptsächlich darin, daß der Verewigte seit mehreren Jahren sehr kränklich und daher verhindert war, so manchem Bedürfnisse der Gemeinde zu entsprechen. Durch das neue Engagement sollte jedoch dem Verblichenen keineswegs fein vecuniäres Einkommen im mindesten geschmälert werden, und er blieb nach wie vor die erste Autorität der Gemeinde. Am hds verschlimmerte sich die Krankheit des Verewigten derart, daß eines Jeden Herz ob seines Aufkommens sich in tiefe Besorgniß füllte, und hier sowohl als in den Nachbargemeinden wurden täglich heiße Gebete für seine Genesung zum Herrn des Lebens gerichtet. Leioer waren aber dießmal msn ’~>y!P geschlossen. Montag pn o Morgens als kaum die Stimme der Hunderte von Andächtigen in den üblichen minn *iya n^rn verklungen waren, hauchte unser theurer Rabbi seine reine Seele aus Dem Verewigten war es noch vergönnt, sein auf dringendes Verlangen seiner gelehrten Freunde in Warschau gedrucktes -ibd n'Vv fertin zu sehen. Lindernden Balsam gewährte es ihm. sich auf seinem Krankenlager, soweit es feine Schmerzen nur gestatteten, damit zu beschäftigen. Mit Blitzesschnelle verbreitete sich die Trauerkunde und von nah und fern eilten die vielen Verehrer des großen Mannes herbei, um ihm die letzte Ehre zu erweisen. Ja, sogar von Königsberg aus folgte unser ehemalige Oberrabbincr. der weltberühmte Malbim, dem telegraphischen Rufe des Vorstandes, und hielt am Grabe des Verblichenen einen IV- Stunde dauernden ison. Noch andere Rabbinen sprachen, theils am Grabe, theils im Trauerhause wehmuthsvolle Worte. Im n»a nDjan wurde auf ausdrücklichen Wunsch der Hinterbliebenen kein ison gehalten und in dem engeren Raume des tp-non n»a war dies bei der Hitze des Tages und bei dem ungeheuren Andrange der an 1000 zählenden Zuhörer unmöglich zu unternehmen. Den eigentlichen izon fühlt jedoch nur Derjenige, der den herben Bei tust eines solchen DPiy mv» pny namentlich in unsrem Bin» nn zu ermessen vermaß pnantpc nPi pna 5>an. Wahrlich, ein solcher Verlust ist nicht zu ersetzen. Der Verewigte schied von seiner irdischen, segensreichen Laufbahn nach zurückgelegtem 73ten Lebenjahre. n"a"s"j"n.