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Der Israelit · 1877-05-09 · Heft 19 (9.5.1877) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
18 (1877)
Issue
Heft 19 (9.5.1877)
Date
1877-05-09
Page
– (sequence 6)
Language
German
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438 Alter (zwischen 6 und 14 Jahren) standen 243,567 oder 16.7 pCt. Nach der Religion gab es 1871 im Großherzogthum 942,560 Kaiholiken, 461,608 Evangelische, 2265 sonstige Christen, 2 5,703 Israeliten, von 26 sonstigen Personen waren 18 religionslos, 1 Mohamedaner, 1 Hindu, bei 6 war die Religion nickt ermittelt. In den 50 Jahren von 1821 bis 1871 hat die Zahl der evangelischen Bevölkerung zugenommen; von 31.24 pCt. ist sie auf 33.59 pCt. gestiegen. Auffallend klein ist die Zahl der den eigentlichen Sekten angehörigen Personen; unter den 2265 stellen die Mennoniten mit 1357 das größte Kontingent. Verheirathet waren 464,499 Personen. Die Mischehen sind im Zun-hmen begriffen (14,260 gegen 11,773 im Jahre 1864. Frankfurt a. M., LO. April. Die Realschule der isr. Religionsgesellschaft hat gestern eine erhebende und wohl seltene Feier begangen. Nachdem Herrn Dr. Mendel Hirsch bereits vor einiger Zeit, nach erfolgter allerhöchster Bestätigung, die von ihm zuvor interimistisch versehene Leitung der Schule als definitivem Director übertragen war, war es erst gestern dem Herrn Rabb. Hirsch möglich, in Gegenwart des Gemeinde-Vorstandes und Schulrathes sowie des Lehrer-Collegiums und der oberen Classen als Director sich von der von ihm gegründeten Anstalt zu verabschieden und seinen Nachfolger feierlichst einzusühren, ein unvergeßlicher Moment für Alle, die anwesend zu sein berufen waren. Wenn ein derartiger Act für jede Lehranstalt ein bedeutungsreicher und erhebender ist, so war der betreffende ein um so eindrucksvollerer und ergreifenderer, als der abgehende Director seinen Sohn als seinen Nachfolger begrüßte. Nachdem Herr Emanuel Schwarzschild, als Präses der Gemeinde, dem abgehenden Director in tiefempfundenen Worten den Dank derselben und ebenso dem jetzigen deren Glückwünsche und Hoffnungen ausgesprochen, erhob sich tief bewegt Herr Dr. Hirsch zu einer ergreifenden Ansprache an die Anwesenden, worin er „den stillen Gelöbnissen seines Herzens" bei seinem jüngsten Amtsantritte nunmehr in kräftigen Zügen vollen Ausdruck gab und, an seine Collegen sich wendend, den Charakter der Anstalt und ihre daraus hervorgchende weit über Frankfurts Mauern hinausreichende Bedeutung betonte, sie Alle zu sernerer einmüthigen Arbeit mit ihm an diesem heiligen Werke einladend. Als am Ende der Feier Vater und Sohn sich umarmt hielten, hatte sich die tiefste Rührung Aller bemächtigt. fttanlfittt a. M., 30. April. Gestern Vormittag fand in Gegenwart der Damen und Herren des Vorstandes und einiger geladener Gäste die Einweihung des neugegründeten Mädchen- Stiftes (Rückertstraße 9) statt. Nachdem ein Männer-Chor die Feier durch Gesang eingeleitet hatte, hielt der Vorsitzende Herr Jacob Sppenheimer die Einweihungs-Rede. Er bemühte sich darin, die gegen den neuen Verein vorgebrachten Einwände zu widerlegen, bezeichnete sie als aus Mißverständnissen hervorgegangen und wies die segensreichen Wirkungen eines solchen Institutes nach; es sei gleichsam eine Fortsetzung des'israel. Frauen-Vereins, eine Weiterführung der Mädchen unter der gleichen mütterlichen Pflege. Ein besonderer Fall habe zwei edle Damen, Frau Leopold Dann und Frau Adolf Tebloe, zu der Idee des Vereins veranlaßt; Frau Charlotte Speyer (geb. Stern) habe dann den Gedanken in würdiger Weise erfaßt und unter Betheilung ihrer stets auf Wohlthaten bedachten Familie das Haus gekauft und dem Verein in der Vollendung übergeben, wie es sich heute darftelle. Abermaliger Gesang schloß die Feier, an welche sich die Besichtigung der Localitäten Seitens der Anwesenden schloß. Das Haus ist bereits zur Aufnahme von 12 Mädchen vollständig eingerichtet. Weitere 15 können gegebenen Falles ausgenommen werden. Es sind zahlreiche Schlafzimmer von verschiedener Größe, Kranken- und Bade-, Wohn- und Sitzungs-Zimmer, Bügel-Zimmer, Küche und Vorraths - Kammer, Alles vollständig assortirt, das Material in modernster Weise, schön geordnet und gezeichnet, vorhanden. Es fehlt weder die Haus-Apotheke, noch die Bibltothek. Der Garten ist neu hergerichtet und gewährt, nach der Rückseite gelegen, einen angenehmen, ungestörten Sommer-Aufenthalt für die Bewohnerinnen des Hauses. Alle Anwesenden sprachen die höchste Befriedigung aus. Frankfurt <*♦ M. Der isr. Almosenkasten verbrauchte im vorigen Jahr 35,934 Mk. 29 Pf. für 177 periodische und 109 regelmäßige Spenden. Der Bericht beklagt die Abnahme der ihm zugegangenen Spenden, in Folge dessen der Kasten seine Ausgaben beschränken mußte. Die Gaben zur Vertheilung betrugen 19,827 Mk. 5 Pf. Feuilleton. Der Königliche Resident. (Eine historische Erzählung.) XXI. „Am siebenten Tage, da fröhlich war das Herz des Königs beim Weine, da sprach er zu seinen

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