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Der Israelit · 1877-05-09 · Heft 19 (9.5.1877) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
18 (1877)
Issue
Heft 19 (9.5.1877)
Date
1877-05-09
Page
– (sequence 4)
Language
German
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436 ’u: räischen Wörter bedeuten der Reihenfolge nach: „An dem Tage" — „Jahr" — „unter der Herrschaft unseres Herrn, des Königs." — Durch den darauf folgenden Buchstaben Sin oder S verleitet, wollen Manche Salomo lesen, und so das Grab bis in die Zeiten dieses Königs zurückversetzen. In einer in der Nähe liegenden Grabhöhle finden sich ebenfalls hebräische Inschriften, die aber, durch barbarische Hände zerstört, unleserlich sind. An einigen anderen sind griechische Inschriften angegebracht. Die Art der Anlage dieser Gräber und die vorhandenen hebräischen Inschriften liefern den Beweis, daß die meisten derselben der alten jüdischen Zeit angehören. Sie scheinen dieselben zu sein, welche R. Benjamin von Tudela beschreibt, und unter denen sich Gräber mit eingegrabenen hebräischen Inschriften befanden. Die Gräber der Propheten liegen an dem Abhange des Oclberges, oberhalb der Monumente Zacharias und Absaloms. Sie bestehen aus zwei großen und hohen Gallerien, in denen die vielen Nischen zum Aufbewahren der Leichname in gleicher Höhe mit dem Fußboden angebracht sind.* Diese Grabhöhle dehnt sich eine große Strecke aus, und ihr Ende, das Labyrinth genannt, ist schwer zu finden. Die jüdische Üeberlieferung bezeichnet diese Gräber als die des Hagai, Sechariah, Maleachi und anderer Propheten. Die Gräber der Könige, bei den Eingebornen Kebur Salattin oder Kebur el-Melek, Gräber der Sultane oder der Könige, bei den Israeliten das Grabmal des Kalba Sebua, des im Talmud Gittin erwähnten reichen und freigebigen Mannes, genannt, liegen ungefähr zehn Minuten nördlich von dem Damaskusthor, rechts von der Straße, die nach Nablus führt. Dieses prachtvolle Grabmal ist heutzutage der merkwürdigste Gegenstand in der Umgebung von Jerusalem und hat, nach dem allgemeinen Urtheile, in der Art seiner Bearbeitung große Aehnlichkeit mit den Grabmälern Nubiens und den Gräb.rn des ägyptischen Thebens, wiewohl es in der heute bekannten Ausdehnung seiner Aushöhlungen den letzter« nicht gleich ist. In seinem zierlichen Portal und seiner überaus feinen Bildhauerarbeit wird es mit den merkwürdigen Grabstätten zu Petra verglichen. Von dem Alter der Gräber der Könige haben wir keine sicheren geschichtlichen Nachrichten und wissen nicht, wer dieses Grabmal angelegt hat, und für wen es bestimmt war. Es kann aber nicht bezweifelt werden, daß wir hier ein sehr altes Kunstwerk vor uns haben, und daß in diesen mit solcher Pracht angelegten Gräbern Personen! von hohem Rang beigesetzt wurden. Man hat sie auch allgemein als die Ruhestätte der alten jüdischen Könige betrachtet, indem man annahm, daß Usia, Ahas, Manasse und Amon, welche nach den Büchern der Könige und der Chronik nicht in den Gräbern der Könige Israels auf Zion begraben wurden, hier beigesetzt seien. Von Gräbern der Könige finden wir zuerst bei Josephus Erwähnung. „Das Grab der Helena, der Königin von Adiabene, die den jüdischen Glauben annahm und eine Zeitlang in Jerusalem lebte," sagt dieser Geschichtschreiber, „lag im Norden der Stadt drei Stadien entfernt, dem Thore bei den Frauenthürmen gegenüber, westlich von den königlichen Grotten oder Gräbern. Drei Pyramiden erhoben sich über diesem Grabe." An einer andern Stelle spricht Josephus von Gräbern des Herodes in derselben Gegend: „Als Titus mit seinem Heere sich von Norden her Jerusalem näherte , ebnete er die ganze Gegend von Scopus an bis zu den Grabmälern des Herodes." Der griechische Schriftsteller Pausanias im zweiten Jahrhundert schildert zwei Grabmäler als besonders merkwürdig, nämlich das des Königs Mausolus in Karten und das der Helena zu Jerusalem. Das letztere beschreibt er als bewunderungswürdig wegen seiner Thür, die mit dem Grabmale aus einem Felsen und so kunstvoll gearbeitet war, daß sie einmal im Jahr an einem bestimmten Tage, zu einer festgesetzten Stunde, durch einen Mechanismus von selbst sich öffnete und nach kurzer Zeit sich wieder verschloß, und würde man, zu einer andern Zeit versucht haben, sie zu öffnen, so hätte man sie gewaltsam aufbrechen müssen. Aus der Erzählung des Josephus und aus der Schilderung des griechischen Autors will man in neuerer Zeit schließen, daß die oben beschriebenen Gräber der Könige mit dem Monumente der Helena übereinstimmen. Andere betrachten die genannten Gräber als mit den Gräbern des Herodes identisch. Die Gräber der Richter, bei den Eingebornen Kebur el-Kudhe, bei den Juden Schiwim Sanhedrin, Gräber der siebzig Sanhedrin, genannt, liegen eine halbe Stunde vom Damaskusthore entfernt, in dem Wadi Beit Hanina, an dem Wege nach En-Nebi Samuel. In der Ausführung stehen diese Gräber denen der Könige nicht nach, und ihre Herstellung zeugt von außerordentlicher Geschicklichkeit und künstlerischer Genauigkeit. Beide Grabmäler, mit unermüdlichem Fleiße tief in den Felsen kunstvoll in verschiedenen Abtheilungen ausgehauen, beweisen wie weit die Alten in der Baukunst dieser Art vorgeschritten waren und welche Ausdauer sie bei

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