Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 18 (1877)
- Issue
- Heft 17 (25.4.1877)
- Date
- 1877-04-25
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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390 knüpfend an den Ausruf: '21 aipy» tMin no, gelang es dem Redner, obgleich er noch nie Gelegenheit hatte, eine derartige Rede zu halten, die geschichtliche Entwickelung der neuerstandenen Betstätten von dem ersten Grundsteinleger zu einer solchen, von unserm Vater Jakob bis in neuerer Zeit, mit innigen und ergreifenden Worten glänzend auszuführen. Gleichzeitig suchte er Namens der isr. Gemeinde dem innigsten Dank Ausdruck zu geben, dessen sich die städtische Verwaltung sowohl durch ihre rege Theilnahme als auch durch angemessene Unterstützung in hohem Grade verdient gemacht hat. Es ist überhaupt ein erfreuliches Zeichen von Toleranz und Humanität, daß eine städtische Behörde nicht mehr das religiöse Bekenntniß in Betracht zieht, sondern das Bestreben seiner Mitbürger anderer Confessionen zu würdigen weiß. Sodann verlas Herr Levy die auf diesen Bau Bezug habende , in hebr. und deutscher Sprache abgefaßte Denkschrift, welche mit einigen der neuesten Münzen in eine Büchse verschlossen, vom Herrn Landrath in den Grundstein eingelegt wurde, der auch mit dem Wunsche, daß Gott dieses Werk und die israel. Gemeinde segnen möge, den ersten Hammerschlag that. Den zweiten that der Herr Bürgermeister, den dritten der Herr Kreisbaumeister, der in uneigenütziger Weise den Plan angefertigt und trotz vieler Mühe und Arbeit mit Rücksicht auf die kleine Gemeindeauf jedes Honorar verzichtete. vin '1 Opo .IV'PN Einerhebendes und dem Momente angepaßtes Gebet für das Gedeihen des Baues sowie für das Heil des Landesfürsten des Vaterlandes, der hohen Behörden von Staat und Stadt und der israel. Gemeinde schloß den feierlichen Act. Das ganze Fest verlief in einer der Bedeutung würdigen Weise. Schließlich sei uns noch gestattet, zu bemerken, daß unser bisheriges Betlocal, so klein die Gemeinde auch ist, doch nicht mehr ausreichte, den Gottesdienst abzuhalten, und es war gewiß kein Uebermuth, daß wir nns zu dem Bau einer neuen Synagoge entschlossen haben. Aber die Gemeinde ist schwach, sie besteht aus 10 Familien, von denen, trotz aller Bereitwilligkeit , kaum die Hälfte in der Lage ist, auf die Dauer größere Opfer zu bringen. Da kein anderer als ein sehr theurer Bauplatz zu acquiriren war, und der Bau, ganz unseren Verhältnissen angemessen, mit einem mpo dennoch sehr viel Geld kostet, so sehen wir uns in die Nothwendigkeit versetzt, den frommen Sinn und die Wohlthätigkeit unserer Glaubensbrüder in Anspruch zu nehmen, auf daß es uns gelingen möge, zum Nutzen und Frommen unserer Gemeinde diesen Bau zur Vollendung zu bringen. Hierzu gebe der Allmächtige seinen Segen, und lasse uns so glücklich werden, recht bald von der Einweihungsfeier in. diesen Blättern berichten zu können. S.... -Frankreich. ' Paris Wir lesen im „Un. isr.": Unser geschätzter Freund, Herr I. E. Levy in Lissabon schreibt uns in Bezug auf Äie von uns gemachte Bemerkung über den den Schüler des Breslauer Rabbiner-Seminars gegebenen Titel „Zuhörer": Sie fragen, warum der Direktor dieses Seminars seine Talmidim (Schüler) Zuhörer nennt; ich glaube den Grund hiervon gefunden zu haben: sie haben das yopj (wir wollen hören) gewählt und das ,-iopr (wir wollen ausüben) verlassen. Darum ziehen sie vor, Zuhörer genannt zu werden, und sie haben Recht. Türkei. La Can^e (Insel Creta.) Die türkische Regierung hat der hiesigen isr. Schule einen jährlichen Beitrag von 120Ö0 Piaster gewährt. Eine gleiche Summe erhielten schon seit lange die muselmännischen und griechischen Schulen. Dieser gewiß bemerkenswerthe Fall ist zweisfellos eine Wirkung der neuen Constitution des türkischen Reiches. (Arch. isr.) Palästina. Jerusalem. Der hiesige Pascha hat an den Chacham Baschi ein'Schreiben gerichtet, worin er denselben benachrichtigt, daß nach dem Wunsche der Regierung alle Unterthanen des Reichs jedes Jahr den Jahrestag der Verkündigung der türkischen Verfassung durch besondere Festlichkeiten feiern sollen. (Schaare Zion.) Feuilleton. r Resident. (Eine historische Erzählung.) XIX. In dem Dörfchen Radomow waren alle Häuser verrammelt. Man hatte aus der Ferne den Donner der Kanonen bei Clissow vernommen und fürchtete, daß Besieger oder Besiegte in das Dorf «