Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 18 (1877)
- Issue
- Heft 17 (25.4.1877)
- Date
- 1877-04-25
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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389 wurden erkannt, mißhandelt, gesteinigt, gepfählt, enthauptet. Zur Zeit der ägyptischen Herrschaft in Syrien im Jahre 1833 fanden die Muhamedaner eines Morgens einen jungen Israeliten in der Omar-Moschee, welcher sich in der Nacht eingefchlichen und unter den kostbaren Geräthen einen großen Schaden angerichtet hatte. Der junge Mensch war wahnsinnig. Trotzdem wurde er vom hohen Rathe zum Feuertode verurtheilt. Mehamed Ali, der Bicekönig von Aegypten, bestätigte jedoch das TodeSurtheil nicht, sondern gab folgenden weisen Bescheid: Nicht der arme Wahnsinnige sei zu bestrafen, sondern die Wächter, die ihr Amt derart vernachlässigt hatten, daß sich der Unglückliche hatte einschleichen können. In der neueren Zeit ist es leichter, die Erlaubniß zum Besuche der Tempelftätte zu erhalten. Eine Bescheinigung, vom Pascha von Jerusalem ausgestellt, genügt. Herr vr. Neumann hat jedoch, den religiösen Vorschriften gemäß, die Tempelstätte niemals betreten, er folgt in seinen Beschreibungen den Mittheilungen Chaterwood's, der als Beamter des Vicekönigs von Aegypten im Jahre 1833 — nicht ohne Lebensgefahr — die Moscheen genau besichtigt und vermessen hat. Tritt man von der Westseite durch das Hauptthor in daS Innere der Area, so schreitet man etwa 150 Fuß direct ostwärts gegen die Omar- Moschee an mehreren moslemischen Gebetorten und zwei eleganten Fontaine» vorüber, die mit schöuen Kuppeln überwölbt sind und von Cypressen und Platanen überschattet werden. Ungefähr in der Mitte des Haram sieht man eine fünfzehn Fuß erhöhte, große Plattform von 450 Fuß von Westen nach Osten und 550 Fuß von Norden nach Süden mit bläulich weißem Marmor getäfelt, zu der von allen vier Weltgegenden Marmorstufen führen. Von der Westseite der Plattform steigt man zu ihr auf drei Treppen hinauf, die mit eleganten Bögen überwölbt sind. Diese Erhöhung ist die Stätte, auf welcher einst der heilige Tempel und der Vorhof der Priester sich befand, während der Vorhof des Volkes terrassenförmig davor lag. In der Mitte der Erhöhung steht die Moschee OmarS. Während die Abendländer die erwähnte Moschee nach Omar, dem vermeintlichen Erbauer benennen, wird sie von den Moslemim Kubbet es Sachrah, Felsenkuppel, genannt, in Bezug auf den rpn» px, welcher in deren Mitte liegt, nw prr ist der heilige Stein, auf dem im Salomonischen Tempel die heilige Lade stand. Die Omar-Moschee ist das schönste und größte Gebäude der heiligen Stadt und zeichnet sich ^sowohl durch architectonische Schönheit als auch durch Harmonie und Pracht in der innern Ausschmückung aus. Wände und Boden sind von Marmor. Korinthische Säulen tragen die Kuppel, die bis oben hinauf mit Goldstuck in Arabeskenform verziert sind. 8000 Lampen erhellen den Raum. Unter der Kuppel liegt der rvr>ff p«. Der größte Theil desselben liegt in der Tiefe unter dem Boden der Moschee; ein reich vergoldetes, eisernes Gitter umgibt ihn, um ihn vor der Berührung der zahllosen Pilger zu schützen. Er mißt etwa fünfzig Fuß in der einen und sechszig Fuß in der andern Richtung und erhebt sich zum Theil etwa zehn Fuß über den Boden der Moschee, lieber dem Felsen ist ein Purpur-Baldachin angebracht. ES wird erzählt, daß auf diesem Felsen Adam ein Opfer dargebracht, daß hier der Altar gestanden. auf dem Kajin und Abel geopfert, daß Noah, nachdem er die Arche verlassen. daselbst seinen Altar gebaut — auf diesem Felsen wollte Abraham seinen Sohn dem Ewigen als Opfer darbringen. Im Tractat Joma heißt es, daß dieser Felsen nur drei Finger breit aus der Erde hervorragte; in der Thai wurde der Boden später um zehn Fuß abgetragen, um den Felsen bloßzulegen. Hierher strömen die mohammedanischen Pilger aus allen Theilen der Erde, von allen Racen, in den verschiedensten Trachten, die viele Monate, oft Jahre, gewandert, um an diesen heiligen Ort zu gelangen; denn dem Hadschi (Pilger), der an dieser Stätte gebetet hat, ist ein Platz im Paradiese verbeißen; „er wird so rein von Sünden, wie an dem Tage, da ihn die Mutter geboren." (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen. Deutschland. Bitbrrrg, Reg.-Bez. Trier, 16. April. Bon der israel. Gemeinde unseres Kreisstädtchens ist noch nie eine Kunde in die Oeffentlichkeit gedrungen, um so eher werden Sie nicht abgeneigt sein, uns die Spalten Ihres gefch. Blattes zu öffnen, wenn wir für's erstemal in der Lage sind, eine erfreuliche Mittheilung machen zu können. Am vergangenen Freitag ">"n m"n er hatten wir außer dem auch noch eine andere Veranlassung uns sagen zu können: 'i nary ürn nt n nnotwi nm, denn an diesem Tage hatte unsere Gemeinde das Glück und die Freude, i"d"3 die Grundsteinlegung zu der neuzuerbauenden Synagoge in solenner Weise zu feiern. Zu diesem Zwecke hatten sich sowohl sämmtliche jüd. Familien als auch die städtischen Behörden sowie verschiedene andere Ehrengäste unserer christl. Mitbürger auf dem Festplatze einaefunden. Die mit großem Beifall aufgenommene Festrede hielt Herr Michel Levy aus Trier. An-