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Der Israelit · 1877-04-18 · Heft 16 (18.4.1877) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
18 (1877)
Issue
Heft 16 (18.4.1877)
Date
1877-04-18
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen. D e n t s ch l a n d. r^ellheim (Bayern). Vor einiger Zeit feierte unser Verein „Chevre Hanorim" (Jünglings- Verein) , gegenwärtig aus noch 10 Mitgliedern bestehend, das hundertjährige Jubiläum. Dieses Fest wurde durch Gottesdienst und ein kleines Festessen gefeiert, wobei der Zweck des Vereins und die Wichtigkeit dieses Festes in würdiger Weise erläutert wurde; auch wurde unserer armen Brüder in Brückenau durch eine kleine Sammlung für dieselben gedacht. Berlin Der Einladungsschrift zu der am 1. Avril stattgehabteu öffentlichen Prüfung der ReligionLschule der Gemeinde „Adaß Jisroel" vom Director Rabbiner Dr. I. Hildesheimer, welcher eine ausführliche Abhandlung über den obligatorischen jüd. Religionsunterricht in den höheren Unterrichtsanstalten von S. Meyer vorangeht, entnehmen wir: „Wiewohl an einigen hiesigen Töchterschulen ein zweistündiger Religstonscursus eingerichtet wurde, und Coneurrcnzanstalten in unserer Nähe uns und unserem Princive Abbruch zu thun drohten, so har sich dennoch die Zahl der Schüler.aus nahezu 300 gesteige.ll, was unter den gegebenen Verhältnissen als eine besonders erfreuliche Anerkennung der Grundsätze, sowie der Leistungen unserer Anstalt gewürdigt werden muß. „Tic wohlgeordnete und auch praktisch bewährte Organisa^on unserer Schule machte es möglich, daß trotz des Ausscheidens langjähriger, ebenso gewissenhafter wie. tüchtiger Mitarbeiter aus dem Lehrercollegium das Pensum fall in alten Gegenständen erreicht werden konnte. Wie im vorigen wurde auch in diesem Jahre von Seiten des Talmudvereins ein Cursus für reifere Schüler unserer Religionsschule eingerichtet, in welchem uad sosi gelehrt wird; es nahmen an diesem Unterrichte 21 Schüler Theil. „Die praktische Einübung der sog. Ceremonien wir> für die Barmizwah-Knaben in einem Abend- Cursus in der Weise fortgesetzt, daß dieselben vor jedem Festtage mit den einzelnen voo vertraut gemacht, zum Besuch des Gottesdienstes in der Gemeindesynagoge angehalten, in den psn rw?n und n*ä'ä unterrichtet und auf Verlangen der Eltern für -pass und n"np vorbereitet werden. „Im Uebrigen blieb der Lehrplan fast unverändert?' Schmiegel, Prov. Posen, ^20 '? rs n"yV'j/. Die hiesige jüdische Corporation hat einen schweren Verlust erlitten. Unser allgemein geachteter und verehrter Rabbiner, Salomon Feld bum, wurde uns am 25. v. M. plötzlich durch einen Schlaganfall entrissen Derselbe, ein pnno vobn des weltberühmten Rabbinen A. E g er in Posen, war von ausgebreitetem talmudischen Wissen, von strengster Religiösüät und wußte dennoch auch die moderne Bildung zu schätzen und bemühte sich, das Wesen der wiedererwachten jüdischen Wissenschaft, sowie die Bestrebungen unserer Zeit zu verstehen. Rege wirkte er für den hebräischen Unterricht und war sowohl früher als Dirigent der Schule in Filehne, als auch in seinem 30jährigen Wirken in unserer Gemeinde auf's Eifrigste bemüht, seine Schüler besonders in hebräischer Grammatik und im hebräischen Wissen auszubilden. So waren denn auch viele hervorragende Männer seiner Schule entsprossen, unter vielen Andern erwähnen wir den berühmten Professor Herrn Lazarus in Berlin, der nie verfehlt hat, bei jeder ihm dargebotenen Gelegenheit dem Heimgegangenen Ächtung und Liebe entgegen zu bringen. Am 27. d. M. Nachmittag wurde der verehrte Verblichene in die von allen Ständen verschiedener Confession überfüllte Synagoge gebracht. Nachdem der Cantor den Psalm 49 recitirt hatte, zeichnete der von den Gemeindevorstehern hierher berufene Rabbiner, Herr l)r. Bae ck aus Lissa, in einer so glän§enben als schwungvollen Rede in kräftigen Zügen den Charakter des Verstorbenen, wie dieser mit seiner Glaubensstärke milde Duldung und allgemeine Mensche»rfreundltchkeit verband, stellte zugleich den großen Verlust für die hiesige Gemeinde in tief empfundenen Worten dar, wobei der geehrte Redner den sinnreichen Klageruf in nm n'2\v-o u 3"s 'dPipi-p }-\7 2" nsx sx Ä4 'oi nsjid fpzn &'■ o; n"d nesn? 'oi lroon ip r<02 ns» n"n Ps* sehr treffend und meisterhaft anwandte. Die von Innigkeit und Rührung durchdrungene Rede machte den tiefsten Eindruck auf die Trauerversammlung. Nachdem der Cantor noch den Psalm 16 recitirt hatte, wurde die Bahre von den Gemeindevorstehern zum Leichenwagen gebrackt und das Leichenbegräbniß fand unter größer Vetheiligung der verschiedenen Stände und Confessionen statt. Auf dem Begräbnißplatze angelangt, stimmten zuvörderst die Schullehrer sämmtlicher Confessionen, in Betracht, daß der Verblichene bei jeder Gelegenheit stets warmes Interesse für Schulen an den Tag gelegt hatte, einen Grabgesang an, dann schloß der Herr Dr. Baeck diese Trauer mit einem Gebet in beredten, ergreifenden Worten, welchem sämmtliche Anwesenden mit tiefer Rührung beistimmten, n j * j n. —

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