Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 18 (1877)
- Issue
- Heft 15 (11.4.1877)
- Date
- 1877-04-11
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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847 welche der Normal - Unterricht an selbe stellt, für den Besuch der -nyiL'-Vorträge nicht reif sein können, es jedoch an einer Borbereitungsschule mangelte , bildete sich ein Comite unter Aegide von j risn Y'ijn |:wn id"n , um oberwähnten Verein dahier zu erweitern, daß er auch für die Vorbildung zur rQ'tp' Sorge trage, -wy1? hdd ]’2 forderte pwn i"dn in einer nip-n zur lebhaften Betheiligung an dieser .iirrv auf, und schon ptprnD n"i konnte ein zweitklassiger Lehrkurs, mit einer privaten Paralellklasse eröffnet werden. Die jüngst stattgehabten Prüfungen, über welche in diesen geschätzten Blättern schon berichtet wurde, gaben ein glänzendes Zeugniß von dem Eifer der onoiPD, da sowohl der Umfang des Gelehrten als die Fortschritte der einzelnen Zöglinge überraschend waren. Es wurde gelehrt in der I. Klasse m nodh mit ni£Din, und ibaNsp ntebar ,po-oo lao neben -nyi^, in der II. Klasse o/npo tD”>s<n mit d’juc’n- und Tt> — rrma D2DD neben -nyp, in der Paralell- Klasse (mit nur 4 Schülern) cy antn pis und 'as-uv Nop «oa hdoo neben , ferner in allen Klassen jede Woche die '^->"'2 Oy ntsns sowie pnpi und Die Leitung des Vereins sowohl als der Unterricht sind unter Uederwachung unseres ehrw. Herrn Oberrabbiners '"j in besten Händen, nun ist es nur an unseren Gemeindemitgliedern, dem begonnenen Werke auch die nöthige materielle Unterstützung angedeihen zu lassen, da das Budget unserer Gemeinde für Schulzwecke außerordentlich in Anspruch genommen ist; und glauben wir von dem bewährten Sinn unserer Gemeinde für □,-iDn und rnoy rmn eine ausreichende Förderung dieses wichtigen Instituts erwarten zu dürfen. P l o n i. Prag. Am 12. März starb der jüd. Fleischhauer Koppelmann Freund im Alter von 117 Jahren. Er hatte bis auf seine letzten Tage einen guten Appetit, rauchte sein Pfeifchen und machte täglich seine Spaziergänge ohne jede Begleitung. Wenige Tage vor seinem Tode war er durch einen Fehltritt gefallen. Er hinterlaßt 6 Kinder, 15 Enkel und 5 Urenkel. Seine vor 2 Jahren verstorbene Frau hatte ein Alter von »9 Jahren erreicht. (W. Jsr.) Feuilleton. Aus dem Mittelalter. Von Friedrich Rott. IX. Wieder läutete die Glocke, die Bewohner des Klosters eilten zur Kapelle. Pater Anselm war nun wohl entschlossen, mit der Taufe seines Zöglings zu warten, bis dieser selbst sie von ihm verlange; doch er fand es gerathen, ihn einmal dem Gottesdienste beiwohnen zu lassen; ohne ihm zu sagen, wohin, forderte er ihn auf, ihn zu begleiten. Ohne es zu ahnen betrat Gabriel, vom Priester geleitet, die Kirche des Klosters. Süßer, doch etwas betäubender Wohlgeruch quoll ihm entgegen, er wähnte sich in einem prächtigen Garten voll der lieblichsten duftenden Blumen. Pater Anselm hatte ihm in einem Kirchenstuhle seinen Platz angewiesen, dort saß er nun und hatte keine Ahnung davon, daß in dem weiten vielbesuchten Raum er der Einzige war, der nicht auf den Knieen sich befand. Endlich ertönte die Orgel, es war ein herrliches Instrument und einer der Ordensbrüder verstand gar meisterhaft es zu spielen. Voll Entzücken lauschte Gabriel, solch' köstliche Musik hatte er noch nie vernommen. Leise rauschend zogen die wunderbaren Töne durch die Luft, doch mächtiger und mächtiger schwollen sie an und dazwischen vernahm man ein gar wunderseltsam Singen und dann wieder die Zaubertöne des gewaltigen Instruments. Das war ein Rauschen und ein Tönen, wie Sphärenmusik erschien es dem Blinden; er hatte sich längst erhoben; aller Blicke ruhten auf ihm, dem zarten schönen Knaben, dessen blonde Locken in den Strahlen der scheidenden Sonne golden glänzten und sein anmuthiges Kindrrhaupt wie mit Glorienschein umgaben. Hingerissen von der Macht der Töne lauschte er ihnen in seligem Entzücken. Erfreut über das empfängliche Geniüth seines Schützlings, nahm Pater Anselm seine Hand und führte ihn wieder zurück in sein Zimmer. Für heute versuchte er es nicht mehr, den erregten Knaben in's Gespräch zu ziehen. Gabriel schien auch ermüdet und bald nach Sonnenuntergang forderte der Pater ihn auf, sich zur Ruhe zu begeben. Anstoßend an die Zelle des Priesters hatte man eine für den Knaben eingerichtet, dorthin geleitete ihn Anselm und wünschte ihm einen sanften erquickenden Schlummer. Erschöpft warf Gabriel sich auf sein Lager und schon nach wenigen Minuten war er entschlummert. Doch die aufgeregte Phantasie des Knaben schlummerte nicht. Wieder befand er sich in dem süßduftenden Raume und lauschte wonnetrunken den wunderbaren Tonen. Aber er war kein Knabe mehr, er war ein Mann und seine Augen hatten ihre Sehkraft wieder erhalten, und so sah er sich als Ocdenspriester rm langen dunkeln Ordensgewand, ein weißes Kreuz auf der Brust. Da ver-