Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1877-04-11 · Heft 15 (11.4.1877) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
18 (1877)
Issue
Heft 15 (11.4.1877)
Date
1877-04-11
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2446951-2447695-2447711--13593-2469467
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

341 bedeutenden Schenkung von zwei Häusern in Ehrenfeld bei Cöln, seitens des verewigten Gutsbesitzers Herrn Julius Harff s. A., sowie auch der außerordentlichen Geschenke, durch welche dessen Familie ihr lebhaftes Interesse für unfern Verein stets bekundet. — „Ebenso war es eine hervorragende höchst dankenswerthe Erleichterung des Budgets, daß im verflossenen Jahre von einzelnen Vereinsmitgliedern für die Beköstigung sämmtlicher Seminaristen Sorge getragen wurde. — „Im laufenden Jahre werden wiederum vier Seminaristen in gleicher Weise versorgt sein, die Verpfleaungskosten der übrigen werden jedoch aus der Seminarcasse bestritten werden müssen. — „Wir dürfen unsere Zöglinge fernerhin nicht mehr, wie dies bisher geschehen, vor dem zwanzigsten Lebensjahre entlassen; wir müssen den Seminarcursus verlängern, damit die jungen Leute sofort nach ihrem Austritte zur staatlichen Prüfung zugelassen werden und ihre Anstellung als Volksschullehrer ein gesetzliches Hinderniß nicht entgegenstehe. — „Wir stehen daher trotz der in der Lebensgeschichte unserer Anstalt eingetretenen günstigern Wendung heute wiederum bittend, hoffend und wünschend an den Pforten der Zukunft und Müssen die Opferwilligkeit unserer Glaubensbrüder nah und fern für eines unserer höchsten und heiligsten Anliegen von Neuem und zwar in ausgiebigerem Maaße als bisher in Anspruch nehmen." Der Prüfungsbericht des Kreis-Schulinspectors Professor Dr. Rink spricht sich über das bei den Zöglingen erreichte Ziel, sowie über dieThätigkeit der Lehrer des Herrn Directors Rabbiner Dr. Plato und Herrn Schwarzschild sehr belobend aus. Dieser Prüfungsbericht schließt mit nachstehenden Worten: „Der Dirigent der Anstalt, Herr Dr. Plato, ist meines Erachtens im Besitze einerreichen wissenschaftlichen Bildung, welche auf der bestdenkbaren Grundlage, einem tiefen, philosophischen Wissen, gepaart mit gründlicher religiöser Weltanschauung ruht. — „Herr Lehrer Schwarzschild verbindet mit gründlicher wissenschaftlicher Vorbildung im Allgemeinen ein reiches grammatisches Wissen und eine Bildung in den mathematischen und naturwissenschaftlichen Fächern, wie sie mir selten gründlicher begegnet ist. „Beide Herren sind Schulmänn.r im besten Sinne des Wort.s, das kuiftt ssi'rerstehen es, mit inniger Liede und Begeisterung ihre wissenschaftliche Schätzen den Zöglingen der ihnen vertrauten Anstalt methodisch zu eröffnen und systemathisch mitzutheilen." Frankreich. Paris. Das Leichenbegängniß des unvergeßlichen Albert Cohn, welches am 1b. Marz stattfand, war großartig und ergreifend. Man sah bei demselben ungefähr 10,000 Personen, - darunter den Minister des Innern, Präsident des Ministerrathes, seine zwei Söhne, das ganze Personal des Ministers, Senatoren, Deputirte, eine sehr große Anzahl von politischen und literarischen Notabilitäten, die Consistorien, die Administrationen der Gemeinde, das Rabbinat, das Personal der Tempel, das Rabbinerseminar, die Schulen, alle Elasten der isr. Gesellschaft; man hat vielleicht kein ähnliches jüd. Leichenbegängniß in Paris gesehen. Ein Detachement von einem Offiziere cömmandirter Soldaten begleitete den Leichenzug, welcher an der Synagoge in der Straße la Victoire anhielt. Jnderselben erwies man dem Verstorbenen die Ehrenbezeugungen wie einem Oberrabb.; auf allen Gesichtern konnte man denSchmerz und die Trauer ablesen. Der Trauerzug wurde geführt von den Söhnen des Verstorbenen, Herren Samson Cohn u id Leon Cohn, Chef des Privatsecretariats des Ministers des Innern, und von seinen Schwiegersöhnen Herrn Ernst Hendle, Prafect von Saone und Loire, und Herrn Edmund Liou. ^uf dem Friedhofe Montmartre wurden mehrere Reden gehalten: vom Herrn Oberrabbiner Zadoc Kahn, von Herrn Gustav Bsdarrides im Namen des Centralconsistoriums, Herrn Gustav v. Rothschild im Namen der Gemeinde und der consistoriellen Administrationen, Herrn Heinrich Picart im Namen des Wohlthätigkeitscomito's, Herrn Rabbiner Trenel im Namen des Seminars, Herrn Rosenfeld im Namen der Unterstützungs- Gesellschaft isr. Handwerker, zuletzt von demHrn. Oberrabbiner von Frankreich im Namen der Religion. Reichliche Thränen flössen während derselben von Aller Augen. Eine solche Manifestation war ein glänzender Triumph nicht für das Vermögen, die Millionen und die hohe sociale Stellung, sondern für das wahre Verdienst und die isr. Tugend, für ein dem Dienste Gottes und der Menschheit gewidmetes Leben. Albert Cohn ehrte das Judenthum durch sein Leben und zog ihm öffentliche Ehrenbezeugungen bei seinem Tode zu. Seinem Leichenbegängnisse wohnten die Großen der Erde bei; aber es sind besonders seine unvergleichlichen Verdienste, die vor seinem Leichenzug vorangingen und ihm folgten und welche seine moralische und religiöse Größe verkündeten, *]pis -p?1? "£.t. (Uit. Isr.) Rumänien. Bukarest, 24. März. Senator Deschliu interpellirte in der gestrigen Sitzung die Regierung bezüglich der Depesche,' wonach Unterstaatssccretär

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.