Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 18 (1877)
- Issue
- Heft 14 (6.4.1877)
- Date
- 1877-04-06
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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1 Gegenwart benützt er, die Zukunft bestimmt er nach seinen Grundsätzen und Ueberzeugungen. 11221 -'ttny n^Kötco .-U'v'2 O’O’ r>w „Die Gott'gespendete Weisheit, die uns Selbstbeherrschung und Seelengröße zu erlangen lehrt; sie macht das Leben wahrhaft lang, verleiht echten Reichthum und wirkliche Ehre." Zeitungsnachrichten Gorrefpondenzen. Deutschland. Mainz, 23. März. Für die Abgebrannten in Brückenau haben wir heute 470 M. 30 Pf. im Ganzen bis jetzt 853 M. 50 Pf. als Ertrag der bei uns eingegangenen Spenden an Herrn Carl Kann dortselbst eingesandt. Mainz, 25. März. Eine Zuschrift, die wir von Herrn Lang, Cantor und Schachet der isr. Gemeinde Zürich erhallen, widerspricht den in Nr. 9 unserer Zeitung über denselben und die dortigen Gemeindeverhältnisse aufgestellten Behauptungen und bezeichnet dieselben als Unwahrheit und Verläumdung. Frankfurt a. M. Unter dem Namen „Mädchenstift" hat sich auf Anregung mehrerer durch ihre Wohlthäligkeit rühmlichst bekannten Damen ein neuer Verein gebildet, welcher bezweckt, herangewachsenen und einer geeigneten Häuslichkeit entbehrenden Mädchen, die sich dahier oder in näherer Umgebung hiesiger Stadt einem mehr als Elementarbildung erfordernden Berufe widmen, den Schutz eines geordneten Hauswesens zu gewähren, sowie auch — insofern die Mittel des Vereins dazu ausreichen — die Gelegenheit zur Fortbildung zu verschaffen. Zu diesem Ende ist von einer edelherzigen Dame dem Vereine ein geräumiges» geeignetes HauS nebst der vollständigen inneren Ausstattung zur freien und Unentgeltkichen Benutzung überwiesen worden, welches den Pfleglingen eine Heimstätte fein soll; außerdem sind der BereinSkasse bereits nicht unerhebliche Geschenke zugewendet worden. Der Vorstand des Vereins besteht aus den Damen vr. Auerbach- Neubürger, Leop. Dann, 0r. Fuld, Dr. Geiger, Henriette Hochberg, Johanna Kohn-Speyer, vr. Reis, Sachs-Kirchheim, Spever- Gumbert, Speyer- Stern, Stern-Stern, Teblee-Lehmann und den Herren Jac. Ph. Oppenheimer, Theodor Stern und Ad. Teblö. Um möglichst zahlreiche Betheiligung zu dem neuen Verein, welcher in Wahrheit eine längst fühlbare Lücke ausfüllt, zu ermöglichen, ist der Jahresbeitrag auf sechs Mark festgesetzt. Beitrittserklärungen werden an die Adresse der Frau Charlotte Speyer, geb. Stern, erbeten. Frankfurt a. M. Der Verein zur Bekleidung bedürftiger israelitischer Kinder hat daS sechste Jahr seiner Thätigkeit zurückgelegt. Trotz der alle Verhältnisse ohne Ausnahme berührenden mißlichen Zeitumstände kann derselbe doch mit Freude auf das vergangene Jahr zurückblicken. Die Zahl der Mitglieder hat sich bis auf 255 vermehrt. An Geschenken gingen 3599 M. ein. 35 Schulkinder, von welchen 15 in die Ostendschule, 13 in die Schule der israelitischen Religionsgesellschaft, 5 in die israelitische Realschule, je ein in die Selektenschule und in die Schule in den Lang'schen Häusern gehen, wurden mit neuen Kleidern versehen. Seit dem Bestehen des Vereins wurden 209 Kinder gekleidet und Eltern, Kindern und der Schule damit eine Wohlthat erwiesen. Obgleich der Verein im verflossenen Jahre im Stande war, alle an ihn gestellten Ansprüche zu befriedigen, so konnte er dennoch in Folge der zunehmenden Mitgliederbeiträge und der reichlich eingegangenen Geschenke den Reservefond bedeutend erhöhen. Die Einnahmen betrugen 5004 M, die Ausgaben 4124 M. Der Vorstand bestrht auS den Herren vr. Bärwald, M. I. Kirchheim, Samuel Strauß, I. Mayer. Mögen die dem Vereine seither zngewandten Sympathien ungeschwächt erhalten bleiben. Frankfurt a. M. Wie wir erfahren, hat Frau Königswarter Wttw. für daS von ihrem seligen Manne erbaute isr. Gemeinde - Hospital ebenfalls 5 Freibetten gestiftet und dem Vorstande 25,000 Gulden übergeben lassen. (Frf. Ztg.) Köln, 18. März. In unserer Nachbarstadt Brühl spielte sich vor einigen Tagen ein Stückchen Proselitenmacherei ad, das zwar noch glücklicherweise vereitelt wurde, das aber als Illustration unserer Zeit des „Cultur-Kampfes" und der „Simultanschulen' mitgetheilt zu werden verdient. Die 18jährige Tochter einer armen jüdischen Wittwe, Clara C. war durch häusliche Zerwürfnisse wie durch das freundliche Entgegenkommen einer frommen, katholischen Lehrerin M. auf den Gedanken gebracht worden, sich taufen zu lassen- Dieser Gedanke wurde durch den Kaplan K.. Lehrer am dortigen Progymnasium, den das Mädchen öfter« besucht, sowie durch das Lesen von Schriften über Louise Lateau, Pater Abraham und ähnlicher genährt, so daß Clara die Kirche besuchte und ihre