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Der Israelit · 1877-03-28 · Heft 13 (28.3.1877) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
18 (1877)
Issue
Heft 13 (28.3.1877)
Date
1877-03-28
Page
– (sequence 19)
Language
German
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311 Die zweckmäßigen Einrichtungen der Schlafsüle namentlich des Vollbades und des Turnsaales bemerkte der Kaiser mit vielem Beifall. Mit dem Ausdrucke der Befriedigung jcidjncic der Kaiser, ein großer Freund der Blindenbildung, der selbst zu Rio de Janeiro ein großes Institut errichtet hat, seinen Namen in das Fremdenbuch und verließ nach einem vollständigen Aufenthalte mit Zeichen besonderer Freundlichkeit das Jnstittut. Wien, 16. März. Nach der gestrigen Erklärung des cisleithanischen Ministerpräsidenten im Abgeordnetenhause über die vielbesprochenen und vielbestrittenen Judenverfolgungen in Rumänien stellt sich die Sache wie folgt: „In den Landgemeinden des Bezirkes Vaslui wie anderwärts hatte sich die Uebung herausgebildet, daß dort ansässige Israeliten, sofern sie in Folge gewisser gesetzlicher Beschränkungen nicht in der Lage waren, die Befugniß zum Betriebe des Schankgewerbes im eigenen Namen zu erwerben, die Licenzen auf den Namen Dritter stellen ließen und den Betrieb selbst führten. Im Gegensätze zur früheren Praxis erklärte der neue Präfect alle diese auf den Namen dritter Personen ausgestellten Licenzen für null und nichtig und ging so weit, die unnachsichtliche Ausweisung sämmtlicher im Betriebe des Schankgewerbes auf Grund solcher Licenzen befindlichen Israeliten zu verfügen. Diese Verfügung führte in der Ausführung > urch t»e untergeordneten Organe in einzelnen Fällen zu einer durchaus unmotivirten Harte, ja sogar zur Anwendung von Gewaltmaßregeln. In Folge Einschreitens des Vertreters in Bukarest wurde diesen bedauernswertsten Vorgängen durch einen direkten Befehl der fürstlich rumänischen Regierung Einhalt gethan. Dieselbe ließ sich zugleich dazu bestimmen, den Präfecten in die Hauptstadt zu berufen und eine Enquete anzuordnen. Nachdem diese letztere nur einen mangelhaften Erfolg hatte, ging auf Andringen des k. und k. Vertreters, welcher auch seinerseits einen Delegirten an Ort und Stelle entsendet hatte, um den Sachverhalt in zuverlässiger Weise zu constatiren, die fürstlich rumänische Regierung bereitwillig darauf ein, eine neue umfassende Enquete zu veranlassen, welch letztere noch im Zuge ist. Uebrigens sind sowohl der Präfect, welcher es gerathen' fand, freiwillig zu demissioniren, als seine Unterbeamten, welche sich Ueberschreitungen zu Schulden kommen ließen, inzwischen bereits durch andere Beamte ersetzt worden/' Wien, 16. März. Auf eine Interpellation, betreffend die Judenverfolgung in Rumänien antwortete der Ministerpräsident Fürst Auersperg, daß die Regierung sofort die nöthigcn Verfügungen getroffen habe und daß die Untersuchung darüber noch im Gange sei. Der betreffende Präfekt und dessen Beamte seien in Anklagezustand versetzt. Im auswärtigen Ministerium werde nichts unterlassen. was zum Schutze der Staatsangehörigen und zur Wahrung der Vertragsrechte erforderlich fei. Wien. Der confessionelle Ausschuß des Abgeordnetensauses hat beschlossen, dem Hause vorzuschlagen, die bekannte Petition der böhmischen Landesjudenschast in Betreff der Aufhebung des Judenpatentes für Böhmen, der Regierung zur Würdigung und Ausführung dringend zu empfehlen. Wien. Für den neuen an den Centralfriedhof anstoßenden isr. Friedhof hat die isr. Gemeinde 6000 fl. zu zahlen. In der jüngst wegen der Beschaffung dieser Summe stattgehadlen Vorstandssitzung erklärte Herr Baron Moritz von Königswarter, Vorstandsmitglied, sich bereit, die ganze Summe sofort vorder Hand vorzustrecken. (W. Isr.) Galgoer, Ungarn. 13. Febr. Ein hiesiger Nichrjude, Namen- I. Schuschik, mit seiner Frau schenkten der hiesigen Synagoge ein silbernes eh? ’to im Gewichte von 113 Lotb. — Dieser munificente Akt eines katholischen Ehepaares verdient gewiß lobende Anerkennung und ward ihm dieselbe auch seitens unseres Rabbiners am vergangenen „Sabbat Schekalim" in wohlverdientem Maße zu Theil. (Isr. Wchschrft.) Ein Fräulein N., von sehr armen jüdischen Eltern abstammend, (der Vater starb vor mehreren Jahren als Religiosfunctionär einer kleinen Gemeinde), hatte sich das Hierlands übrigens sehr dankbare Ziel gesetzt Bolksschullehrkrin zu werden. Sie erreichte dieses Ziel unter den größten Opfern ihrer Mutter insoferne, als sie die Prüfung als Lehrerin bestand. Nun wurde an der hiesigen Hauptschule eine Paralellklasse eröffnet, und zur Besetzung der Lehrerinstelle ein Concurs eröffnet. Trotz der freundlichen und wohlgemeinten Abrathung unseres Stavthauvtmannes M. und Pfarrers K. reflectirte Frl. N. auf diesen Posten und erhielt ihn, Dank der Befürwortung unseres Herrn Bürgermeisters. Doch Frl. N. hatte die Rechnung ohne den Wirth — ohne Se. Excellenz dem allmächtigen Bischof Stroßmayer gemacht. Kaum kam nämlich dieser ungeheure Skandal, an der kath. Schule, welche nebenbei gesagt ca. 100

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