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Der Israelit · 1877-03-28 · Heft 13 (28.3.1877) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
18 (1877)
Issue
Heft 13 (28.3.1877)
Date
1877-03-28
Page
– (sequence 10)
Language
German
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302 Schriften ausgezogene Geschichte dieses Museums veröffentlicht, in welcher wir folgende Einzelnheiten finden: Die Bibliothek vergrößerte sich sehr schnell. Einer ihrer ersten Wohlthäter war ein reicher isr. Kaufmann, Namens Salomon da Costa aus Amsterdam, welcher sich seil mehrerenJahren in England niedergelassen. Im Jahre 1759 machte er dem Brit. Museum eine kostbare Sammlung von hebr. Büchern und Manuscripten zum Geschenke, aus Erkenntlichkeit, schrieb er, für die großherzige Protection, welche ihm die engl. Negierung hatte zu Theil werden lassen. Herr de Costa schloß seinen an die Administration des Museums gerichteten Brief mit dem Wunsche für das neue Etablissement folgendermaßen: „Möge es sich vergrößern und gedeihen zu Gunsten dieser Nation und der ganzen Menschheit." Wahrlich, dieser Wunsch hat sich vollständig erfüllt. (Arch. Isr.) Frankreich. Paris. Der Cassenbericht des Central- Comite's der „All. Isr. Un." über die Zeit vom 1. Juli bis 31. December 1876 ergibt eine Einnahme von 65,297 Frs. und eine Ausgabe von 74,300 Frs. Die „All." verfügte Ende December über ein Capital von 113,625 Frs. Von der Stiftung des Herrn v. Hirsch von einer Million Franken zur Ausbildung der israel. Jugend in der Türkei wurden 26,758 Frs. und aus der Casse der „Alliance" zu gleichem Zwecke 63,205 Frs. verausgabt. F e n i l i t t o ii. Ins dem Mittelalter. Von Friedrich Rott. VH. Sie hatten den Hof des Klosters bereits durchschritten und befanden sich eben auf der Schwelle desselben; in ahnungsvollem Schrecken wollte der Knabe nicht weiter gehen, doch ''lexander zog ihn mit sich fort: „komm', komm', ich will nur Dein Bestes." Nun wußte Gabriel, wo er sich befand; er weinte und'flehte, man möge ihn heim zur Mutter führen; aber Alexander, weiter schreitend, hielt ihn nur fester, er mußte folgen. Trotz des Sträubens des Knaben durchschritten sie rasch einen ziemlich langen Corridor, fast am Ende desselben öffnete sich eine Thür; sie schienen erwartet und ohne zu zögern traten sie ein. Gabriel war in Verzweiflung, sein lautes Jammern verhinderte ihn, zu vernehmen, was sein Vetter mit dem Inhaber des Zimmers verhandelte, und ehe er es sich versah, war er allein. Er hörte die Thür schließen und schrie laut auf in wildem Schmerz, denn er begriff, daß. Alexander sich jetzt entfernte. Ohne zu bedenken, daß die Räumlichkeit, in der er sich befand, ihm gänzlich unbekannt, stürzte er der Richtung zu, in der er den Ausgang vermuthete, um, wo möglich, den sich Entfernenden noch zu erreichen; doch er stolperte übereinen Gegenstand, der sich zwischen ihm und der Thür befand, fiel zu Boden und stieß im Fallen mit der Stirn an die scharfe Ecke eines Schemels; er empfand einen heftigen Schmerz und ein warmes Naß rieselte über sein Gesicht; er versuchte sich aufzurichten, seine Kräfte versagten und zum zweiten Mal stürzte er nieder. Doch das Geräusch, das sein Fall verursachte, war nicht unbemerkt geblieben; der Priester, in dessen Zelle er sich befand, kam eilends herein und fand den ohnmächtigen Knaben in seinem Blute, mitleidsvoll hob er ihn auf und trug ihn zu seinem Bette und eilte dann, durch kühlende Umschläge die Blutung zu stillen. Die Verletzung war nicht bedenklich und nur die Erregung, in der das Kind im Augenblick des Fallens sich befunden, hatte den Blutverlust so bedeutend gemacht, es wahrte auch nicht lange, so öffnete es die Augen. „Mutter", flüsterte er und tastete suchend mit der Hand umher, eben wechselte der Geistliche die Compresse. „Was ist das?" rief Gabriel mit der Hand nach der Stirne greifend; doch der Priester kam ihm zuvor. „Nicht doch, liebes Kind, laß' den Umschlag nur ruhig liegen, er thut Dir gut; es hat bereits aufgehört zu bluten, und wird bald heilen." Der Knabe horchte auf, er hatte die Stimme erkannt, es war der Arzt, der vor Kurzem seine Augen untersucht. Aber wo befand er sich, warum schmerzte ihn die Stirne so sehr? und warum wehrte man ihm, sie zu berühren? — er vermochte sich auf nichts zu besinnen. War er vielleicht wieder krank und hatte die Mutter diesen Arzt rufen lassen? „Mutter," wiederholte er dringend, „wo bist Du? sag' mir doch, was mir ist. Aber wo bist Du denn?" „„Dein Mütterchen ist daheim, mein theures Kind", erwiederte der Arzt mit sanfter Freundlichkeit; „„aber Du bist in den besten Händen, die nicht nur die kleine Schramme auf Deiner Stirn heilen werden, sondern auch Deine Augen mit Hilfe des Herrn.""

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