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Der Israelit · 1877-03-28 · Heft 13 (28.3.1877) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
18 (1877)
Issue
Heft 13 (28.3.1877)
Date
1877-03-28
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XY1I1. Jabr§ang. Erke ßetlage;u Nr. 13 des Israelit. Zeifvnttsnncl>rici)i'en und Correspondenzen. Deutschland. Aus Ostpreußen. Die Lorbeeren (?), welche Herr Prof. Grätz für die im X. Bde. seiner „Geschichte der Juden" enthaltenen Schmähungen gegen Nabbenu Jonathan Eibeschütz y's"? gcerndtet hat. scheinen denselben nicht schlafen zu lassen. Er sucht sich nämlich auf diesem Gebiete neuen Ruhm zu erwerben, indem er im Januarhefte 1877 seiner Zeitschrift ein famoses „Aktenstück" veröffentlicht, welches dieUeberschrift des^^v ^srpni'^ pion 3->n trägt und in einer Eingabe an die Kaiserin Maria Theresia gegen die Wiederzulassung des pipjO'-N irur 'i in die Kaiserlichen Erblande alle gegen diesen vorgebrachten Anklagen seiner Gegner wiederholt oder nach Grätz „bestätigt". lieber die Authentizität dieses Aktenstückes schreibt Grätz: „Es befindet sich gegenwärtig imAichiv der süd. Gemainde von Prag und stammt aus dem Besitz eines Scretärs Podiebrad, der es aus dem Nachlasse der Erben Landau's erhalten hat. An der Echtheit des Aktenstückes ist nicht zu zweifeln (?), denn bi-r Gesammtinhalt reflectirt den historischen Hintergrund. Außerdem erkennen noch Viele in Prag, wie mir geschrieben wird, Landaus hebr. Handschrift, wie sie im Aktenstück vorkommt." Herrn Grätz mag Vorstehendes genügen, um das Andenken an einen pj« auf's Neue zu schmähen; für ihn mag auch das Zeugniß derer unantastbar sein, welche vierundachtzig Jahre nach dem Tode Landau's — derselbe starb u"pn — dessen Handschrift noch kennen wollen, obwohl nur die wenigen Buchstaben np:«1? ‘rNpirp 'pn im „Aktenstück" Vorkommen. Für den unbefangenen Historiker ist das „Aktenstück" einfach ein Pamphlet, welches unmöglich von Rabbi j Jecheskel Landau ausgegangen sein kann. Bekannt? ist, daß Rabbi Jonathan Eibeschütz sich in seinem Alter in's Privatleben zurückziehen wollte und sei-! nen Wohnsitz nach Prag zu verlegen beabsichtigt! hat. Für den damaligen Rabbiner von Prag j würde die Ausführung dieser Absicht höchst unan-! genehme Reibungen herbeigcführt haben, wenn ein! solch' gefeierter, hochberühmter College in seine! Gemeinde zurückgekehrt wäre. Es ist-daher nicht j zu verwundern, wenn ein übereifriger Freund oder j Schüler des '"nrro jrn:, um den geliebten Rabbi; aus dieser Verlegenheit zu befreien, eine Anklagej schrift gegen Eibeschütz von irgend einem Gerichts-; schreiber abfassen ließ, um Ersterem die Rückkehr nach Oesterreich unmöglich zu machen. Von dem Inhalte derselben kann jedoch R. Jech. Landau unmöglich Kenntniß gehabt haben. Man denke nur an folgende Stelle 1. c. S. 20: „Daß Selbter (Eibeschütz) Bey Vorigen Turbulenten Kriegs Zeiten mittelst colludirung deren dazumahl feindlichen Französischen Truppen sich mit denen Selben in in der Stille Von hier in die Stadt Metz verfüget, folgsamb denselben als Reum Criminis laesae Majestatis sammbt seinem Weib und Ehelichen Kindern aus Höchst dero Sämmentlichen Erd Ländern zu verweyßen geruht haben." Eine solche Reminiscenz im 18. Jahrhundert hätte bei der den Juden wenig günstigen Gesinnung der Kaiserin sehr leicht eine neue Untersuchung der betreffenden Angelegenheit zur Folge haben können, deren Spitze sich gegen die ganze damalige jüdische Gemeinde Prags gedreht haben würde. Und zu einer solchen offenen m*DD soll ein 'nr.’s j>tj die Hand geboten haben? Unmöglich! Seine Unterschrift kann höchstens nachgeahmt sein und wenn sie echt ist, ist dennoch nicht anzunehmen , daß Landau den Inhalt des Pamphlets gekannt hat. Somit zerfiele diese neue Anklage des Herrn Professor Grätz ebenso in nichts, wie seine früheren von Herrn Dr. Cohn-Kattowitz auf ihren wahren Werth zurückgeführt wurden. Und wenn eine! nüchterne und wahrheitsliebende Zeit einst der! „Geschichte der Juden" den ihr als historischen Roman gebührenden Platz in den Leihbibliotheken angewiesen haben wird, dann wird das Andenken des Rabbenu Jonathan Eibeschütz so rein und! fleckenlos wie vor der Erscheinung dieses Geschichtswerkes daftehen; und auch dann werden noch jüdische Herzen sich an der herrlichen Moral des nnjr erbauen, auch dann noch jüdische Geister sich an den Gedankenblitzen des ■n.Di und des D’Din erleuchten und zum Leitfaden ihrer rituellen Decisivnen benutzen. England. London. Das reichste und merkwürdigste Etablissement der Welt ist, wie man weiß, das „British Museum" in London sowohl durch seine Alterthümcr und Kunstgegenstände als auch durch seine berühmte Bibliothek. Die „Revue des Deux- Mondes" bat eine aus einer Reihe von engl

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