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Der Israelit · 1877-03-21 · Heft 12 (21.3.1877) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
18 (1877)
Issue
Heft 12 (21.3.1877)
Date
1877-03-21
Page
– (sequence 5)
Language
German
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273 lung zu dieser Sache vollständig aus der Luft gegriffen. Weitere Schritte werden Vorbehalten. Dr. A. Wedell, Rabbiner der Synagogen-Gemeinde. Graudenz, im März. Der Austritt mehrerer Mitglieder aus der hiesigen Synagogengemeinde läßt den Rabbiner und Vorstand derselben gar nicht zur Ruhe kommen. Nachdem der Rabbiner Dr. Rosenstein schon vor mehreren Wochen die Correspondenzen in Nr. 52 des „Israelit" von 1876 und Nr. 2 der „Jüdischen Presse" 1877, welche unfern Austritt und die Gründe, die uns dazu veranlaßten, besprochen, in optima forma.dementirt hat, erläßt der Vorstand in Nr. 10 ds. geschätzten Bl. eine „OeffentlicheBekanntmachung", welche jedenfalls den ernsten Willen verräth, die angezweifelte Orthodoxie der Gemeinde Graudenz und ihres Rabbiners zu constatiren. Zur Rechtfertigung der guten Leute sind wir zu der milden Annahme geneigt, daß ihre Kenntniß der Quellenschriften unsrer heiligen Religion eine so —gründliche; ist um die Meinung orthodox zu sein in ihnen aufkommen zu lassen. Wir erlauben uns jedoch dem gegenüber zu dem Inserat des Graudenzer Gemeindevorstandes Folgendes zu bemerken: I Ad. I. Es kommt bei unserm Austritt die Frage der Beibehaltung oder Abschaffung von Gebeten und gottesdienstlichen Gebräuchen, der ge-- wohnliche Tummelplatz der Reformhelden, gar nicht in Betracht. Für uns handelt es sich um das! Vertrauen zur Handhabung der nmm, zur lieber - j wachung der heiligsten religiösen Gottesgesetze. Religiöses Vertrauen läßt sich aber weder durch einen Beschluß noch durch eine öffentliche Erklärung des Vorstandes erzwingen. Ad. II. Der Streit, ob die mnn des Hrn. Dr. Rofenstein eine interimistische oder eine unbeschränkte, ob sie aus dem 2. oder dritten Amtsjahre desselben datirt, halten wir für eine müßige; er ließe sich am leichtesten beilegen, wenn sich Hr. Dr. Rosenstein entschließen könnte, das fragliche Dokument der geehrten Redaktion dieses Blattes zur Einsicht oder Uebersetzung vorzulegen. Durch die Erklärung des Vorstandes, dessen Mitglieder faktisch nicht im Stande sind, ein hebräisch geschriebenes Dokument zu lesen und zu übersetzen, kann diese Angelegenheit nicht aufgeklärt werden. Einen komischen Eindruck muß es jedoch auf jeden Unbefangenen machen, wenn der Vorstand sagt, Hr. Dr. Nosenstein sei im Jahre 1861 angestellt und „statutenmäßig im Jahre 1862 in den Besitz unbeschränkter nmin mnn gelangt.“ Welche Statuten schreiben denn vor, daß ein Rabbiner erst ein Jahr nach seinem Amtsantritte in den Besitz einer nsmn mnn gelangen soll? Verlangen dies etwa die Statuten der Graudenzer Gemeinde? Woraufhin übt dann der Rabbiner im ersten Jahre die n*oin aus? Oder sollten dies die Statuten des Breslauer Seminars vorschreiben? Unseres Wissens ist es dort Usus, befähigten 1 Schülern bei Gelegenheit ihrer Entlassungsprüfung die nioin mnn zu ertheilen. > Die Mittheilung des Graudenzer Vorstandes, daß schon vor sieben Jahren der einstimmige Beschluß gefaßt sei, Hrn. Dr. Rosenstein lebenslänglich anzustellen, war für uns eine angenehme! Ueberraschuug; wir unterlassen es nicht, der Gemeinde Graudenz zu diesem Besch'uß ihrer Vertreter recht herzlich zu graluliren. Ad. III. Was die vorgeblichen Jntriguen und Verdächtigungen betrifft, ersuchen wir die geehrten Leser dieses Blattes, das Resultat des hierüber schwebenden Prozesses abzuwartcn. Dieser verspricht sehr interessant zu werden, und wir werden nicht anstehen, das richterliche Erkenntniß über denselben schleunigst zu veröffentlichen. Die A u sgetretenen. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Wien, 12. März 1877. Löbliche Redaction! Wir beehren uns hiermit. Ihnen den Empfang Ihrer geehrten Zuschrift vom 8. d. M. zu bestätigen, welcher die Summe von 800 Rm., sage achthundert Reichsmark, beigeschlossen war. Im Namen unserer unglücklichen Glaubensbrüder in Rumänien sagen wir Ihnen für den hochherzigen Eifer und die rege Theilnahme, die Sie diesem edlen Zwecke zugewendet haben, unfern verbindlichsten Dank und zeichnen mit der Bitte, den Ausdruck unserer vorzüglichsten Hochachtung entgegen zu nehmen für den Vorstand der „Israel. Allianz" zu Wien Der Präsident: . Joseph Aron Wertheimer. Dr. A. Weiß, Secretär. An die Redaction des „Israelit" zu Mainz. Wien, 6. März. Der Leiter des Bankgeschäftes der Creditanstalt, Herr Salomon Ni e derho fh eim, welcher dem Institute seit dessen Bestehen angehörte, ist heute Nacht nach längerem Leiden gestorben. Ricderhofheim wurde seinerzeit bei Gründung der Creditanstalt (1855) von Paris hierher berufen und mit der technischen Einrichtung des Instituts betraut. Er war der erste Procuraführer der Creditanstalt und galt stets als eine

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