Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 18 (1877)
- Issue
- Heft 12 (21.3.1877)
- Date
- 1877-03-21
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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272 chon unter Thränen die Befreiung einer Leiche von der Section befürwortet, aber wer kann es der Direction verargen, wenn sie, nachdem ihr die Hausordnung, die keine Ausnahme von der Regel gestattet, die Hände gebunden, solche Gesuche immer abschlägig bescheidet? Zweitens aber gibt es bei uns in dem sonst so wohlthätigen Kreise keine jüdische Wohlthätigkeitsanstalt, wo man, selbst für gures Geld, solche oder überhaupt Kranke unterbringen könnte. Und nicht allein im Schweinfurter Bezirk existiren solche Mißstände, auch der Würzburger Bezirk theilt dasselbe Schicksal, auch dort sind die Insassen des Juliusspitals sehr schlimm daran. Abgesehen davon, daß jenes Spital auf o'-op gebaut, daher als n'2 den D'jro unzugänglich ist, müssen die isr. Kranken ihre Nahrung von den weit entlegenen Restaurationen beziehen, und kann gewiß beim Genießen kalt gewordener Speisen von einer raschen Heilung keine Rede sein. Mit großen Anstrengungen ist auch dort die Erlangung der Herausgabe einer Leiche ohne Section verbunden. Und wenn wir von allen Gewissensscrupeln absehen wollten, müßte uns nicht ein Sterbender, der. abgeschlossen von der jüdischen Welt, bei seinem letzten Athemzuge sich nur von Andersgläubigen umgeben sieht, das größte Mitleid einflößen? Haben wir nicht alle einen Vater, und wer in unserm Kreise könnte sagen, daß er vor einem solchen Loose geschützt sei? Deßhalb ist es mein und vieler Andern sehnlichster Wunsch und deßhalb trete ich heute, auf Wunsch meiner Gesinnungsgenossen, wiederholt vor das Forum der Oeffentlichkeit, um die Gründung eines jüdischen Spitals für den Kreis Unterfranken und Aschaffenburg zu befürworten. Welcher Ort könnte aber geeigneter dazu sein als Würzburg, der Centralpunkt jenes Kreises? Wo hätten wir einen besseren Leiter für eine so mildthätige Stiftung als den bewährten Leiter alles Guten, unfern berühmten Lehrer, Herrn Distr.- Rabb. Bamberger in Würzburg? Würde seine Leitung uns nicht die besten Garantien für die Ausführung unseres Planes, nach den Vorschriften unserer heiligen Religion, bieten? Welcher Ort in unserem Kreise wäre geeigneter zu einer Heilanstalt als Würzburg, der Sitz der berühmtesten Professoren Bayerns? Freilich habe ich es noch nie bezweifelt, daß zur Ausführung dieses Planes das Capital die erste Bedingung ist. Allein nehmen wir uns andere jüdische Gemeinden zum Muster, auch sie haben theils durch freiwillige Gaben, theils durch feste Beiträge, größtentheils aber durch Vermächtnisse, solche Anstalten in's Leben gerufen und in der schönsten Blüthe erhalten. Und wir, in den gesegneten Gauen Süddeutschlands, sollten den Wohlthätigkeitssinn unserer Glaubensgenossen unterschätzen und vor der Ausführung eines so großartigen Werkes zurückschrecken? Gerne würden mildthätige Glaubensgenossen aus andern Kreisen und Ländern ihre von Gott gesegnete Hand uns öffnen und unsere Arbeit unterstützen. Welchem Vereine aber müßte die Ausführung eines solchen Planes näher liegen als dem Dibbük - Chaverim, der sich Krankenpflege zur Aufgabe gestellt? Darum, Ihr Freunde und College»! die ich Euch in der Jubiläumsnacht um Unterstützung meines Antrages anging , nachdem ich nun Eurem Wunsche willfahrte und die Spalten dieser hochgeschätzten, weitverbreiteten und für alles Gute stets kräftig wirkenden Zeitschrift zur näheren Motivirung meines Antrages benutzte, leget jetzt Hand an's Werk, damit es gelinge und zur Ausführung gelange. Gebet auch Ihr in dieser Zeitschrift Eure Ansichten und Rathschläge in dieser Beziehung kund, damit bald ein Comite zu diesem Zwecke gebildet werde und Jeder in seinem Kreise für dies edle Unternehmen seine Thätigkeit entfalten kann. Möge Gott uns hierzu Seinen Beistand verleihen und die Arbeit unserer Hände mit Seinem Segen krönen! E. I. Roos, Lehrer. Düsseldorf, 15. März. Die Redaction des „Israelit" zu Mainz ersuche ich in Bezug auf den in Nummer 11 d. Bl. abgedruckten, M.-Gladbach den 11. Febr. 1877 datirten und L. Winter Unterzeichneten Brief folgende berichtigende Erklärung in die nächste Nummer aufnehmen zu wollen: 1. Die in voriger Nummer von mir abgegebene Erklärung halte ich auch dem L. Winter Unterzeichneten Briefe gegenüber in allen vier Punkten aufrecht. 2. Weder Herr noch Frau B. Baeri, die ich beide nicht kenne, noch irgend eine von denselben beauftragte Person hat über die an ihrem neugebornen Söhnchen zu vollziehende n^o resp. Aufschiebung derselben eine Anfrage an mich gerichtet. 3. Von der Aufschiebung der habe ich erst durch Nr. 10 des „Israelit" Kenntniß erhalten. 4. Die Wohnung des Herrn B. Baeri habe ich noch nie betreten. 5. Wenn demnach der von Herrn L. Winter erwähnte Brief der Frau B. Baeri die von demselben citirte Stelle enthält: „So eben war Oberrabbiner noch hier, der sagte, wir sollten das Kind nur ruhig liegen lassen bis Mittwoch," so ist dieselbe ebenso wie die übrigen angeblichen Aeußerungen des Herrn Baeri über meine >L>tel-