Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 18 (1877)
- Issue
- Heft 11 (14.3.1877)
- Date
- 1877-03-14
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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XY1I1. Jahrgang. Erste Seilagr z« tlr. 11 des Israelit. Zeitungsnachrichten & Correspondenzen. Deutschland. Mttinz, 8. März. Für unsere bedrängten Brüder in Rumänien haben wir heute 800 Mark, die in der kurzen Zeit, seitd m ein Aufruf erlassen worden, bei uns eingegangen, an die „Israelitische Allianz zu Wien" übersandt. Wiesbaden. Der israel. Religionsgesellschaft wurde die landespolizeiliche Erlaubniß erlheilt. im District Hellkund einen Begräbnißplatz anzulegen. Der betreffende Platz ist mit. einer der Einfriedigung des angrenzenden allgemeinen Friedhofs entsprechenden Einfriedigungsmauer zu versehen. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Pretzburg. Die Semestrialprüfungen an der hiesigen öffentlichen Rabbinatsschule nahmen Mittwoch *n« 'n ihren Anfang und dauert^^resen und den darauffolgenden Tag. Das Resultat derselben war in jeder Beziehung ein höchst befriedigendes, ja ein überraschendes; denn obzwar heuer außer zwei D'fns von d:dd mehrere rowo gründlich durchgenommen wurden und die Zeit zur Wiederholung derselben kürzer denn sonst war, bekundeten dennoch sämmtliche Talmudjünger in den obgenannten Talmudstellen eine. Gewandtheit und Fertigkeit, wie solche selten zu finden sind, und wurden die diversen Fragen, ja selbst die schwierigsten Abhandlungen, welche unser ehrwürdiger Oberrabbiner mit scharfsinniger, talmudischer Exegetik erörterte und auseinandersetzte, in exakter und correcter Weise selbst von den jüngern Frequentanten dieser Rabbinatsschule beantwortet. Der Schiur - und Prüfungssaal war tagsüber von Dno^ und auch von vielen andern Leuten besucht und machte die zweitägige Prüfung in der min nimpn auf alle Anwesenden den besten Eindruck. Sichtlich befriedigt verließ der ehrwürdige Rabbi den Prüfungssaal. Auch die neue minn 'HO' - Schule hatte diese Woche ihre erste halbjährige Prüfung und wohnten derselben ein großer Theil der hiesigen onofc, mit unserem ehrwürdigen Oberrabbiner an der Spitze, wie auch sämmtliche Vorsteher dieser Anstalt an. Die zwar noch sehr jungen Zöglinge dieser Schule zeichneten sich in ihrem talmudischen Studium derart aus, daß ihnen als Zeichen der vollsten Zufriedenheit Prämien ertheilt wurden, welche aus verschiedenen nützlichen hebr. Büchern bestanden. S. D. Oesterreicher. Afrika. Algier. Frau Camis Cohen ist neulich dahier gestorben. Geboren im Jahre 1762, ist sie also in ihrem 116. Jahre verschieden. Sie hinterließ 5 Generationen und ungefähr 70 Nachkommen. (Un. Jsr.) f n i 1 I f t o ii. Aus dem Mittelalter. Von Friedrich Rott. V. Alexander war hoch erfreut, als er gegen Mittag erschien und Dina äußerlich ganz ruhig traf Nur ihre geisterhafte Blasse und das beständige Zucken ihrer Gesichtsmuskeln verriethen die furchtbare Selbstverleugnung, die diese Ruhe sie kostete. Mit einem unaussprechlich schmerzlichen Blick reichte sie ihm die Hand, die er sprachlos, wie tief ergriffen, in die seine drückte; dann beschäftigte er sich mit dem leidenden Knaben, suchte ihn zu zerstreuen, zu erheitern, wußte gegen das unerträgliche Brennen der kranken Augen ein Linderungsmittel und zeigte sich wie immer als uneigennützigster Freund. Er konnte nicht lange verweilen, feine Geschäfte riefen ihn fort; er hatte stch nur nach dem Befinden seiner Verwandten umsehen wollen. Gegen Abend versprach er wieder zu kommen, und er kam. Erschöpft vor Schmerz und Erregung, war der Knabe bereits entschlummert. Marie wachte an seinem Bette. Dina war allrin und ganz versunken in Schmerz und Trauer; sie hatte während des ganzen Tages ihre Gefühle zu sehr zurückgedrängt, um es nicht als Wohlthat zu empfinden, ihnen jetzt endlich freien Lauf zu lassen. Aleranders Gegenwart störte sie nicht, sie war gewohnt, ihn als Bruder zu betrachten und seiner herzlichen Theilnahme gewiß. Lautlose Stille herrschte im Zimmer, unterbrochen von den bangen schweren