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Der Israelit · 1877-03-07 · Heft 10 (7.3.1877) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
18 (1877)
Issue
Heft 10 (7.3.1877)
Date
1877-03-07
Page
– (sequence 6)
Language
German
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222 unfern Appell an die Werkthäiigkeit unserer Glaubensbrüder in dem Maße unterstützt zu werden, wie es die Sache, die wir vertreten, bei genauer Kenntniß der Leistungen unserer Schule verdienen würde, so müssen wir dennoch dankbar constatiren, daß es hie und da nicht an freundlichem Entgegenkommen gefehlt hat. Die Zinsen, die Steuern, die Adaptirungskosten mit Inbegriff der neu erbauten Turnhalle sind bis auf den letzten Heller beglichen und die erste Rate des Kaufschillings von fl. 5000 wurde zur Zeit bezahlt. Freilich nicht durch die mit aufopfernder Hingebung eingeleiteten Sammlungen, sondern durch die Vorschüsse der Vorstandsmitglieder. An Stiftungen sind dem Vereine heuer zugeflossen von dem Herrn S. M. Adler, eine Papier- Rente per fl. 1000 mit Coupons vom 1. Mai 1877 mit der Widmung: an dem Sterbetage seines seligen Sohnes Josef an arme Schüler dieser Schule für fl. 21 Kleider zu verabfolgen, während die restirenden fl. 21 zu Gunsten dieser Vereinsschule verwendet werden sollen. Rumänien. Zassy, 28. Febr. Der Kassationshof kassirte ein Urtheil des Bukarester Appellhofes, welches die Bestätigung des Brailaer Tribunals über den Häuserankauf eines Israeliten verweigerte. Die höchste Instanz stellte hierdurch das Rechtsprincip fest, daß Juden in den Städten Häuser ankaufen dürfen. Die höchstgerichtliche Sentenz rief allenthalben Befriedigung hervor, und erblickt man darin den Beginn einer günstigen Aera für die Juden Rumäniens. Serbien. Belgrad, 21. Febr. Aus den allgemeinen Wahlen zur Skupfchtina sind meistens friedlich gesinnte Abgeordnete hervorgegangen. In Belgrad wurde zum ersten Male ein Jude gewählt. Frankreich. Paris. Unlängst kam ein Autograph der Rachel, ein Brief an den Redacteur des „Siecle" zum Verkauf, die Tragödin prvtestirte in demselben gegen das von dem fraglichen Blatte verbreitete Gerücht, daß sie sich hätte taufen lassen. Paris. Der Grand-Nabbin Lippmann in Lille (früher in Metz) ist zum Ritter der Ehrenlegion ernannt worden; er zählt 33 Dienstjahre. Türkei. Konfiantinopel. 24. Februar. Nach einer Meldung von „Havas^ wird heute das vollständige Einvernehmen zwischen Serbien und der Pforte erwartet. Die Serben acceptiren die letzbekannten Garantien, doch sollen die Punkte betreffs der Gleichberechtigung der Juden und die Bestellung eines bevollmächtigen Agenten Seitens der Türkei in der Convention nicht berührt werden. Zehn Tage nach der Ratification durch die Skupfchtina würden die türkischen Truppen das serbische Gebiet räumen. Der Königliche Resident. (Eine historische Erzählung.) XII. Die Vorsteher der isr. Gemeinde zu Warschau hatten sich bei Rabbi Bärmann eingefunden, um ihm den Dank ihrer polnischen Glaubensgenossen auszusprechen, für all das Gute, welches Rabbi Bärmann ihnen bereits erwiesen hatte. „Allen Eursn Verdiensten", sagte Rabbi Jsserle, der erste Vorsteher, „werdet Ihr dadurch die Krone auffetzen, daß Ihr an unsre armen Lamdanim (Gelehrten) die Talmud-Exemplare in großer Menge wollt unentgeltlich vertheilen lassen. Die Thora wäre vergessen worden in Israel aus Mangel an Büchern. Möge es Euch der allgütige Gott zum Guten gedenken! Wenn wir nur wüßten, wie wir uns Euch dankbar beweisen könnten! Aber auf Euch paßt der Ausspruch des Talmuds: Womit soll ich Dich segnen? Du besitzest Alles! — Thora, Chochmah (Weisheit), Gedullah (vornehmen Rang und Reichthum!) Gebe Gott, daß Eure Söhne Euch gleichen mögen!" „Ich danke Euch," sagte Rabbi Bärmann, „was ich für Eure Landsleute gethan, ist gern geschehen. Es war das heiße Gebet meines Vaters, das Andenken des Frommen sei gesegnet, daß ich dereinst meinen Brüdern, gleichviel in welchem Lande, Gutes erweisen möge, und ich danke Gott dafür, daß Er das Gebet meines geliebten Vaters, über ihm sei Friede, erhört hat. Wollt Ihr aber in der That auch mich zum Danke verpflichten, so sorget dafür, daß ich einen Eurer

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