Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 18 (1877)
- Issue
- Heft 10 (7.3.1877)
- Date
- 1877-03-07
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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220 der „berühmten holländischen Puder-Cacaos" der zwei bedeutendsten Firmen Hollands ergaben eine Beimischung von 10 resp. 12 pCt. werthloser Stoffe. Also: Warnung vor dem Ankäufe zu billiger Chocoladen! Berlin, 23. Februar. Im Laufe der vorigen Woche ist die Petition, welche entgegen der „Allgemeinen Verfügung vom 19. Februar 1876. betreffend die Untersuchungshaft und den Vollzug der Gefängnisstrafe" verlangt, die jüdischen Gefangenen auch an dem vorletzten Tage des Peßach- und Sukkothfestes von der Zwangsarbeit zu dispensiren. von der Petilionscommission berathen worden. Der Berichterstatter, Abgeordneter Wahler- Schweidnitz, erklärte, „daß historisch und nach dem mosaischen Gesetze nur der erste und letzte Tag des Passah- und Laubhüttenfestes als hohe, arbeitsfreie Feste betrachtet werden, und eine entgegengesetzte Rabbinatspraxis mit der ursprünglichen Berechnung des Neumonds zusammenhinge, welche seit der Verbreitung größerer astronomischer Kenntnisse hinfällig geworden, auch niemals obligatorisch und ausnahmslos gewesen ist. In der Frage der Arbeitsfreiheit an den Festtagen der Juden constatire aber jene Verfügung durch Gewährung von 13 arbeitsfreien Tagen für die jüdischen Gefangenen seit dem Beginne unseres Jahrhunderts einen ganz außerordentlichen Fortschritt, insbesondere, da sich jene Verordnung auf Strafanstalten und Gefängnisse in den Ressorts des Ministeriums des Inneren sowohl wie des der Justiz erstreckt. Eine endgiltige gesetzliche Regelung stehe endlich mit dem Erlaß der allgemeinen Gefängnißordnung in Aussicht." Nachdem der Regierungscommissär noch erwähnt hatte, daß die Gefangenen sich im Sinne der Petition beschwert, daß der Rabbiner an den Berliner Gefängnissen sich dagegen erklärt, daß aber noch Rabbinatsgutachten eingeholt werden sollen, beschloß die Commission mit Rücksicht auf diese Erklärungen und unter Anschluß an die Ausführungen des Berichterstatters über die Petition zur Tagesordnung überzugehen. — Das Vorgehen des „Berliner Gefängniß-Rabbiners" bedarf wohl keiner Kritik. — ' (Jüd. Presse). gtftottft, 4. März Bereits haben wir in diesen geschätzten Blättern mitgecheilt, daß unser Herr Öberrabbiner vr. Löb jeden Sabbat von 12—1 Uhr Vorträge über das Buch mo hält. Diese Vorlesungen wurden auf den Wunsch einiger hiesigen Gemeindemitglieder veranlaßt. Bald aber erfreute sich Hr. I)r. L. einer solchen bedeutenden Zuhörerschaar, daß die häuslichen Räume des Hrn. Ober- Rabb. zu gering waren und dieVorlesungen daher nach! der Gemeindeschule verlegt wurden. Die eifrige Theilnahme der Zuhörer steigt von Woche zu! Woche. Sehr viele Hamburger, die sich von Wind! und Wetter nicht zurückhalten lassen, kommen regelj mäßig irüEQ rot? hd zu diesen Vorträgen. Als! Ausdruck ihrer innigen Verehrung überreichte nun j am vergangenen oms eine Deputation dieser Zuhörer ein sehr passendes Geschenk; eine Krone nebst Schild und i'. aus gediegenem Silber gearbeitet, zum min “isd nebst vielen crrnni n"iff nsD, eine in deutscher Sprache v"rfaßte Widmung mit Verzeichniß der Hörer in einer Mappe, worauf von gediegenem Silber die Buchstaben E. L. eingravirt sind. Herr I. Wittkower hielt in hebräischer Sprache eine Anrede, worin er besonders hervorhob, daß, obwohl es den Hörern bekannt sei, daß ihr Lehrer Gottes Wort in der edelsten uneigennützigen Absicht lehre, sie sich dennoch nicht zurückzuhalten vermochten, ein kleines Dankzeichen ihm darzubringen, und als Symbol derselben wählten sie einen Schmuck, der zu allen Zeiten dev Thora, die er vortrage, gewidmet wurde, und das ist der min -1512. Zugleich möge der Lehrer daraus wahrnehmen,'welchen tiefen'Eindruck seine Worte auf ihr Gemüth, auf ihre Denkweise mache und daß sie stets bestrebt sein werden, so zu handetn, wie sie es aus seinem Munde vernehmen und dadurch allein ihm eine wahre Verehrung zu zollen. Sichtbar ergriffen dankre hieraufHerr I)r. ßöb '"j theils in hebräischer, theils in deutscher Sprache, und wies den Dank zurück und sagte, ihaen, den eifrigen Zuhörern, gebühre für die rege Theilnahme der wahre Dank, er sei blo's der Dolmetscher des großen Meisters Rabbi Jehuda Hallevi. — Möge es ihm vergönnt sein, mit Jugendkraft bis zu recht hohem Alter in unserer Gemeinde segensreich zu wirken. *,ön. Wreschen, 21. Februar. Unser isr. Armen- Verein hielt gestern 17. Adar die alljährliche ordentliche General-Versammlung ab. Der Rechenschaftsbericht ergab eine Einnahme von 1988 Mk. und eine Ausgabe von 1823 Mk. Der Verein besitzt noch ein Fonds von 985 Mk. Es wurde beschlossen, daß in Berücksichtigung der Feier des X. Jahrgangs Prämien vertbeilt werden sollen, im Gesammtbetrage von 185 Mk. an solche verschämte Armen, die durch Fleiß und Redlichkeit sich auszeichnen. C. M. Bolzer. Pnsewnlk (Pommern). Die erste Lieferung der von dem hiesigen Rabbinen Dr. Zuckermandel nach der Erfurter Handschrift besorgten neuen Tosefta-Ausgabe wird die Presse nächstens verlassen und dann den Subscribenten zugeschickt werden. Es sind schon 6 Bogen gedruckt.