Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1877-02-14 · Heft 7 (14.2.1877) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
18 (1877)
Issue
Heft 7 (14.2.1877)
Date
1877-02-14
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2446951-2447695-2447703--13404-2469270
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

143 denzstadt des deutschen Reiches im Januar 1877! (Jüd. Presse.) Hamburg, 26. Jan. Das Testament des verstorbenen Samson Heymann Levy, welches gestern publizirt wurde, enthält folgende Legate für Wohlthätigkeits-Anstalten: M 2 roO erhält das iSr. Waisen-Jnstitut für Knaben, M. 1200 die Talmud-Thora-Schule, M. 700 das Paulinen- Stift, M. 600 die Mädchenschule von 1798, M. 600 der Miethe-Berein von 1828, M. 600 der Beileidungsverein der Talmud-Thora-Schule, M. 750 die städtische Armen-Anstalt, M. 750 die israelitische Armen-Anstalt zur Vertheilung an verschämte isr. Arme, nicht unter M. 30, M. 600 der FeurungSverein von 1855, M. 600 der Verein zur Unterstützung armer iSr. Greise und M. 600 der Frauen-Verein von 1849. Außerdem verfügt der Erblasser, daß die Zinsen von einem zu belegenden Kapital von M. 6000 alljährlich unter arme Bräute vertheilt werden sollen. Diese Stiftung soll nach dem Namen seiner Frau „Amalie-Levy-Stiftung" genannt werden. Eine ähnliche Stiftung auf seinen Namen lautend, hat -er Verstorbene bereits vor Jahren errichtet. Zu Testamentsvollstreckern sind ernannt: S. S. Friedländer, Direktor der Norddeutschen Affinerie, und Siegmund Marburg, von der Firma M. M. Marburg u. Comp. — Das seltene Fest einer goldenen Hochzeit begingen vorgestern im Kreise ihrer Kinder und Enkel der Kaufmann Ephraim Overt und seine Frau Sahra geb. Wulff. Beide Ehegitten, von denen der Mann 76 und die Frau 77 Lebensjahre zählen, erfreuen sich noch einer großen Rüstigkeit und Frische. Die Kaiserin des deutschen Reichs nahm Veranlassung, dem Jubelpaar ein Exemplar der heiligen Schrift in hebräischer Sprache, mit Höchstihrem Bildniß ans der inneren Seite oes Umschlags, überreichen zu lassen. Hamburg, 28. Jan. Unter den am Donnerstag, 25. ds., veröffentlichten Testamenten befinden sich mehrere von allgemeinem Interesse. Eine Frau Veilchen Sophie Bauer, geb. Levy, vermachte 4000 M. Bco. dem Paulinenstift, ferner den lebenslänglichen Zinsgenuß von 8000 M. B. für ihre Gesellschafterin I. E. Hausen. Nach dem Tode derselben sollen von der angegebenen Summe noch 6000 M. Bco. an das Paulinenstift fallen. Weiterhin vermachte sie den Zinsgenuß von 3000 Mark Bco. für die beiden Testamentsvollstrecker. Stirbt der Eine dieser, so soll der ihn begleichende Theil zwei hiesigen hilfsbedürftigen Familien, mosaischer Confession, zu Gute kommen, und nach dem Tode beider Erben das ganze Kapital zur Unterstützung isr. Wittwen überwiesen werden. Testamentsvollstrecker sind die Herren I. Schönfeld und vr. I. Israel. Ein anderer Testator, LouiS Samuel Levy, vermachte 1500 M der isr. Vorschuß-Anstalt und ernannte Herrn LouiS M. Levy zu seinem Testamentsvollzieher. — Ferner wäre zu nennen Levy Joseph Levy. der nach dem Ableben feiner Frau das ihm gehörende Grundstück Nr. 77 am Neuen Steinweg zu einer milden Stiftung bestimmte. Testamentsvollstrecker des Letztgenannten sind die Söhne desselben, Joseph und Hartwig Levy. Oesterreichisch-Ungarische Monarchie. Kittfee, 23. Ja». Gestern, den 22. d. 'n feierte im engste» Familienkreise unser in orthodoxen Kreisen bekannte und allgemein hochgeachtete Rabbiner Hr. Mayer Abeles sein 70jähriges GeburtS- und gleichzeitig sein 30jähriges Amtsjubiläum. welch letzterer derselbe in unserer Gemeinde stets unter der Devise: „Friede und Eintracht" mit streng religiöser und selbstloser Aufopferung leitete. i'&' 'n Aus Oberrrngarn, im Febr. Nicht immer haben die großen Städte unseres Vaterlandes große Männer hervorgebracht, oftmals war es gerade das unbedeutendste Städtchen, welches eine Berühmtheit brachte. Da ist es ganz insbesondere Szikszo, unweit Miskolcz, welches lange vor dem Congreß Rebb Hillel beherbergte, der, beliebt bei Jung und Alt, noch heute einen enormen Einfluß in gewissen Kreisen ausübt. Und in der That war gerade dieser Ort geeignet, Rebb Hillel berühmt zu machen. Ein Völkchen, welches keine moderne Sprache spricht, größtenteils sich auf Reisen befindet, lauschte begeistert seinem Lehrer und Verbreiter des Grundsatzes zu: „Jüdisch deutsch ist die allein heilige Sprache Israels, eine jede andere ist gottlos". Doch lassen wir den guten Mann, der, obwohl fanatisch gegen jede Bildung, zu den wahren Frommen deS Landes gehört und wenden wir uns nach Miskolcz. der zweitgrößten Gemeinde Ungarns. Es ist erfreulich zu hören, wie eine Gemeinde, die jahrelang Mittelpunkt der sogenannten Neologie war, heute sich auf streng jüdischen Boden gestellt hat und in ihrer Synagoge alle jene rituellen Aenderungen vornehmen ließ, die im Namen des Gesetzes von den ersten Rabbiner» Ungarns gefordert wurden. Das Oberrabbinat ist seit dem Tode des Oberrabbiners Fischmann nicht wieder besetzt, man sprach eine Zeit lang von dessen Sohn, dem berühmten Magid Rabbi Feisch in Preßburg, doch ist die Berufung bis jetzt noch nicht erfolgt.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.