Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 18 (1877)
- Issue
- Heft 4 (24.1.1877)
- Date
- 1877-01-24
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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84 Der Graf entsprach seinem Verlangen. „Sie sehen," schloß er seine trostlosen Schilderungen, „daß mir nur dieser Eine Ausweg bleibt." Leo schüttelte den Kopf. „„Das sehe ich nicht erwiderte er entschieden, „„mit einem Vorschuß von achtzigtausend Gulden könnten Sie sich aufrecht erhalten."" „Mit einem Vorschuß von achtzigtausend Gulden!" rief der Graf mit bitteim Lachen, „und woher den nehmen? — Sie spotten, Leo." Statt der Antwort zog Leo ein Portefeuille aus der Tasche und zählte die erwähnte Summe auf den Tisch. „Nehmen Sie es, Arthur, als Darlehen, erstatten Sie es mir zurück, sobald es Ihre Verhältnisse erlauben, ich werde ^ie nicht mahnen." Sprachlos starrte der Graf bald auf das Geld, bald auf den Freund, der es ihm bot. Die Rettung war zu unerwartet, zu plötzlich gekommen; er glaubte den eigenen Sinnen nicht trauen zu dürfen. Endlich brach er in einen Strom von Thränen aus und warf sich laut schluchzend an die Brust seines Retters. „Leo! Leo! wie soll ich Ihnen danken?" „„Entsagen Sie dem Spiel, das sei Ihr Dank." " Der Graf erröthete und blickte beschämt zu Boden, dann aber ergriff erLeo'sHand und drückte sie an seine Brust. „Sie sind ein edler, hochherziger Mensch; ich gebe Ihnen mein Wort, nie werde ich wieder eine Karte berühren." Doch plötzlich sich erinnernd schrie er laut auf. „Mein Kind! mein Kind! Leo, ich habe es Ihnen übergeben mit meinem Ehrenwort, es nie zurück zu verlangen. Um Gottes Barmherzigkeit Willen, entbinden Sie mich meines Wortes!" Leo antwortete nicht sogleich, schweigend deutet^ er auf den Schlußsatz in des Grafen Brief. „Es hat Alles so, gerade so kommen müssen, damit Herminens letzter Wunsch sich erfülle." „ „Arthur, können Sie im Ernst von mir fordern, daß ich Sie Ihres Wortes entbinde."" „Sie haben Recht," erwiderte der Graf mit schmerzlichem Seufzen. „Sie können es nicht." (Fortsetzung folgt.) A N ZEIG E N. Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. ros bp dj -to Vorzügliche Qualitäten in weißen und rothen Rhein-Weinen, meistens aus unfern eigenen Weinbergen, liefern in Faß und Flasche zu sehr billigen Preisen und stehen Preiscourante gratis zur Verfügung. Gebr. Schweig, Hamburg, Bretzenheim Neuer Steinw rg 96. bei Kreuznach. von Sr. Ehrw. des Herrn Rabbiner » S. Bamberger in Kreuznach steht zur Seite. 1215 IZraelltisäleZ Rmbru - PmÄllmt in Göttinger». Die Zöglinge besuchen die höheren Schulen oder werden hierfür resp. für das Einjährig-Freiwilligen-Examen im Hause gründlich vorbereitet. — Gewissenhafte körperliche Pflege. — Liebevolle Aufnahme in der Familie. — Beste Referenzen. — 222] Dr, Mühlfelder. riDD Zwetschken nDD große fränkische, selbst gedürrt, ueona bei L. Scheerrnarr, 205] Altenschönbach bei Kitzingen. Verantwortliche Redaction: vr. Lehmann. — Verlag der Le Roux'schen Hofbuchhandlung. I. GottSleben'S Buchdruckerei (Mainzer Anzeiger).