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Der Israelit · 1877-01-10 · Heft 2 (10.1.1877) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
18 (1877)
Issue
Heft 2 (10.1.1877)
Date
1877-01-10
Page
– (sequence 2)
Language
German
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22 und Sarah, im hohen Alter durch die Geburt Jizchaks erfreut; ferner Jizchak und Abimelech, Jakob und Eßaw, Jakob und Laban, Jakob und die Bewohner von Schechem. In dieser Eigenschaft, als El Schaddai, ist Gott ihnen kund geworden; der eigentliche Name Gottes, der Schäm Hawajah, war ihnen zwar bekannt; da ihnen aber die höchste Stufe der Prophetie «n'-prosa nicht zu Theil geworden, wie unser Lehrer Moscheh sie erlangt hat, so ist ihnen Gott in diesem seinem eigentlichen Wesen nicht offenbar geworden. Die hohe Erkenntniß des eigentlichen Wesens Gottes, wie sie Pioscheh erlangt hat und wie sie feit der Offenbarung am Sinai Jedem zugänglich ist (nicht die Prophetie, sondern die Erkenntniß) — diese erhabene Erkenntniß führt nicht nur dazu, daß sich der Mensch unter der besonder» Fürsorge Gottes weiß, daß er sich sicher fühlt gegen alles Walten natürlicher Kräfte, sondern er wird über alles Irdische emporgehoben, er fühlt sich Eins mit dem Ewigen, Unendlichen, er fühlt sich als ein Wesen, dem Gott Geist verliehen, gleichsam einen Strahl von dem ewigen, unendlichen Lichte der Gottheit. Der Geist ist es, welcher dem Menschen seine ganze Erhabenheit gibt über Alles, was im Reiche der Natur lebt. Es ist der Geist, welcher eine innere Welt voll Einheit, 'Klarheit und Ordnung baut und mehr weiß und kennt als ihm die ganze sichtbare Welt und die Erfahrung von Jahrtausenden sagen kann. Der Geist schwebt über dem Irdischen und Sinnlichen; er gehört einer höheren Welt an, aus welcher er auf das illederblickt, was dem Staube angehört; er ist dem Allerherrlichsten näher verwandt, geschaffen nach dem Ebenbilde Gottes. Dem Menschen ward das Höchste verliehen: die Sehnsucht nach dem Göttlichen, nach der -Bereinigung mit dem Allerheiligsten; das Streben nach Vollkommenheit und Vollendung, das unabhängig von allem Irdischen ist. Und diese Ausstrahlung des göttlichen Lichtes auf den Menschengeist ist in dem Schäm Hawajah^ ausgesprochen: Israel wird zum Volke der Erkenntniß; vorübergehende Leiden, die im Endlichen entstehen und mit dem Endlichen schwinden, können das Volk der Erkenntniß nicht mehr entwurzeln — es gehört dem Ewigseienden an. „Deßhalb sprich zu den Kindern Israel: Ich bin der Ewigseiende." Vergegenwärtigen wir uns die Situation. Gott hat den Moscheh zur Befreiung Israels geschickt; aber statt der ersehnten Freiheit ist ihnen noch größerer Druck geworden, und unter dem Eindrücke der bittern Vorwürfe, welche die Aeltesten des Volkes dem Moscheh machen, beklagt er sich: „Warum hast Du so wehe gethan diesem Volke, warum Haft Du mich geschickt?" Und Gott antwortet auf die erste Frage. daß die Befreiung nahe ist, und auf die zweite Frage entgegnet der Allherr: Ich bin der Ewigseiende. Diese Wahrheit Deinem Volke zu verkünden, ist der eigentliche Endzweck Deiner Sendung. Du, der du berufen bin zur höchsten Höhe der Prophetie, zur wahrhaften und, so weit menschenmöglich, vollkommenen Gotteserkenntniß, Du sollst Israel offenbaren, daß Gott ist der Ewigseiende, und daß Israel in dieser Erkenntniß die Kraft und den Muth finden wird zu einem Leben des Geistes, das von endlichen Dingen, von irdischen Leiden und Kümmerniffen die Befreiung in sich trägt. Diese Erkenntniß, voll und ganz erfaßt, wird die einstige vollkommene Erlösung herbeiführen, wie es ausgesprochen ist im Schluffe der Haphtara: „An jenem Tage werde ich emporsprießen lassen den Glanz des Hanfes Israels — und sie werden erkennen, daß Ich bin der Ewigseiende. Zeirungsnack>ricbten und Correspondenzen Deutschland. Berlin. Mehrere jüdische Einwohner der Louisenstadt haben sich an den Magistrat gewendet und gebeten, bei den höheren Schulen dieses Stadttheils wie bei den höheren Töchterschulen einen besonderen jüdischen Religionsunterricht einzurichten. Im Magistrat war man, wie die „Nat.-Ztg." berichtet, der Ansicht, daß diesem Antrag in Bezug auf alle höheren Schulen zwar stattgegeben werden kann, zumal der Etat auch die nöthigen Geldmittel aussetzt; eS wurde jedoch beschlossen, zunächst noch die Direktoren der höheren Schulen über die Zahl der vorhandenen jüdischen Schüler und das vorhandene Bedürfnis zu hören, um demnächst auch darüber zu beschließen, wie der Unterricht ertheilt werden soll, durch Heranziehung besonderer Lehrer für den jüdischen Religionsunterricht an den einzelnen höheren Schulen oder durch Anstellung von Lehrern, an deren Unterricht die Schüler mehrerer Anstalten theilnehmen können. Rybnik in Oberschlesien. Der Gerichtsasseffor Lustig, Sohn unseres langjährigen um die Gemeinde wohlverdienten Vorstehers, fungirt seit einigen Monaten in Insterburg als Vertreter des

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