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Der Israelit · 1876-12-27 · Heft 52 (27.12.1876) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
17 (1876)
Issue
Heft 52 (27.12.1876)
Date
1876-12-27
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1189 einst auch dem blödesten Auge die nihilistischen Ziele des religiösen JndifferentismuS und die verderblichen Folgen der Verwahrlosung der Jugend in Bezug auf religiöses Wissen klar werden müssen. Und dann wird hier die hervorragende Stiftung des hochherzigen Herrn Lachmann nach ihrem vollen Werthe gewürdigt werden. (Nachbemerkung der Redaction: Wir erhalten von dem „Schammeß" einen länger» Artikel, in welchem eine ganze „Dornenlese" aus der rabbinischen Praxis des Correspondenten der „Jsr. Wochenschrift" enthalten; wir begnügen uns, ein Beispiel anzuführen. Als dem erwähnten Rabbinen eiüe Schaaloh Beinjone Keßomim vorgelegt wurde, wandte er sich an den „Schammeß" mit der naiven Frage: „Sagen Sie mir, was habt ihr hier in Westpreußen für einen Minhag mit den Fleckchen?" — Der „Schameß" antwortete: „Der Minhag ist, daß man, ehe man D^oro paßkent, zuvor nu gelernt haben muß!" — Demnach sollte „der Schammeß" Rabbiner sein und der Herr Rabbiner zum „Schammeß" degradirt werden. —) Mainz. Wir haben die Summe von 3726 M. 5 Pf. als Ertrag der Sammlung für die Brandbeschädigten der russischen Stadt Kupischok an Herrn vr Rülf in Memel übersandt. Der größte Theil dieser Summe wurde uns durch Hrn. Bezirksrabbiner vr. S a l v e n d i in Dürkheim überschickt. Oesterreichisch-Ungarische Monarchie. P»pa, im Dec. Es sind nun drei Monate, seitdem wir unfern verehrt. Oberrabbiner Herrn vr. Breuer in unserer Mitte haben, und es dürfte den Lesern dieses geschätzten Blattes nicht unwillkommen sein, wenn wir von seinem segensreichen Wirken berichten und im Auszuge mittheilen, was er in der kurzen Spanne Zeit Erhebliches geleistet hat. — Wenn man bedenket, daß Papa, seit Dezennien ein Terrain für zwecklosen, confessionellen Hader, heute eine einheitliche orthodoxe Gemeinde ist, wird man es recht erwägen, welch ein Mann der Thatkraft der Schöpfer dieser Einheit, Herr vr. Breuer sein müsse und gestehen, daß er berechtigten Anspruch darauf hat, 'in den weitesten Kreisen rühmlichst bekannt zu werden. — Herr vr. Breuer war im Schoße unserer Gemeinde lange vor seinem Amtsantritte beliebt, allein von gewisser Seite beobachtete man doch eine gewisse Reserve und konnte sich unmöglich mit der Idee befreunden, daß der junge Doktor einer orthodoxen Gemeinde, wie die hiesige, vorstehen könne; in kürzester Zeit aber mußten die Bedenken schwinden, mußte man einsehen lernen, daß man es mit keinem Alltagsmenschen zu thun habe, sondern mit einem Manne, der bei seiner tiefen Gelehrsamkeit strengste, unaeheuchelte Religiosität in sich vereinigt und zu großen Dingen berufen ist. und nun ist auch die Ächtung und Verehrung eine ungetheilte Mit Genugthuung mag derselbe auf seine bisherigen Erfolge blicken, die jedes sein Unternehmen gekrönt. — Am 28. v. M. begannen unter lebhaftester Betheiligung des Publikums die Borträge für den von Herrn vr. B gegründeten Jugendverein Tiphereth Bachurim, dem der größte Theil der Gemeinde beigetreten ist. Papa, hat wieder eine Jeschiba, dir sich des besten Rufes erfreut, die Schule wird einer gründlichen, dem jüdischen Geiste entsprechenden Reform unterzogen und von der seit Jahren verwaisten Kanzel hört man nun wieder die Grundlehren reiner Religiosität verkünden. Da ist Herr vr. Breuer namentlich auf seinem Platze und behalte ich mir vor, mit Erlaubniß der löbl. Redaction den Lesern des „Israelit" demnächst ein Bild za entwerfen, wie unser treuer Seelsorger seine Aufgabe als Kanzelredner auffaßt. Hier sei nur in Kürze erwävnt, daß Alles mit gespannter Aufmerksamkeit seinen Worten lauscht und die Schärfe und Rückhaltslosigkeit, die den Hauptcharakter seiner Reden bilden, die Gegner unseres Prinzips erzittern macht, die Anfangs wohl stark getobt, heute ein Gegenstand allgemeiner Verachtung sind. Naab-Szigelh, 12. Dec Die hiesige orthodoxe Gemeinde feierte dieser Tage eine in unserer Zeit seltene Festlichkeit. Es war'dies die Einweihung eines emon rva. Der großen Mildthätigkeit des Herrn Adolf König ist die Errichtung dieses tsmcn rva mit oneD und sonstigen Einrichtungen zu verdanken. Herr König ist Vorsteher der hiesigen orthod. Gemeinde; durch seine rastlosen Bemühungen ist die Gründung einer orthod. Gemeinde in Raab ermöglicht worden, und um diesem seinem begonnenen Werke auch Dauer und Lebenskraft zu sichern, hat er ein ttmsn n*a bauen lassen. Die Feier war keine programmmäßige, da der Gründer in seiner Bescheidenheit jede ihm öffentlich zu bringende Huldigung untersagt hatte; dessenungeachtet ließen die Mitglieder der hiesigen orthod. Gemeinde es sich nicht nehmen, alles nur Mögliche aufzubieten, um die Feier zu einer erhebenden zu gestalten. Die Beschreibung derselben will ich, um den Raum Ihres geschätzten Blattes nicht zu sehr in Anspruch zu nehmen, unterlassen. Crwähuen will ich nur noch, daß Herr Oberrabbiner Snyders die Festrede hielt, die allgemein Beifall gefunden. Ignaz Fischhof.

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