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Der Israelit · 1876-12-27 · Heft 52 (27.12.1876) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
17 (1876)
Issue
Heft 52 (27.12.1876)
Date
1876-12-27
Page
– (sequence 4)
Language
German
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1188 lich war, pro 1876/77 an arme Wittweu und Waisen 5 Portionen je mit M. 80, 4 mit je M. 60, und 1 (einem kranken christl. Lehrer) mit M. 30 zu verwilligen. ps1 pi nai» pl Wiesbaden, 18. Dec. ist richtig, daß Herr Rabbiner vr. Sondheimer in Heidelberg in der Frage der hiesigen israel. Friedhofs - Angelegenheit ein Gutachten nicht abgegeben hat, wohl aber hat der hiesigen Polizeibehörde dasjenige Gutachten Vorgelegen, welches der genannte Herr am 28. März 1875 anläßlich des Gesuchs der Bewohner' des „Klingenteichs" zu Heidelberg um Verlegung des israel. Friedhofes an den dortigen Synagogenrath abgegeben, und das sich in einer längeren Auseinandersetzung für die Nothwendigkeit, „der Heidelberger israel. Gemeinde de« erforderlichen Raum zu einer Begräbnißftätte neben (also außerhalb) dem Friedhofe der christl. Gemeinde zu überlassen", aus religiösen Gründen erklärte. Was aber für die Heidelberger Israeliten gilt, wird auch für die Israeliten Wiesbadens Geltung haben, und die hiesigen Orthodoxen legten um so höheren Werth gerade auf dieses Gutachten, als Herr vr. Sondheimer der liberalen Richtung im Judenthum angehört. Das Darmstadter Gutachten rührt von dem orthodoxen Rabbiner Hrn. vr. Marx her. (Frf. I.) Frankfurt a. M., 19. Dec. Gestern wurde das seltene Fest einer diamantenen Hochzeit gefeiert. Das glückliche Paar, dem die Glückwünsche des Kaisers durch Hrn. Polizeipräsident Herg enh ahn überbracht wurden, erfreut sich einer vortrefflichen Gesundheit. Der Ehe (Karl Löb und Frau) erblühten 13 Kinder, von welchen noch 7 am Leben, 23 Enkel und 2 Urenkel. Grarrdenz, im Tebeth. In Folge des Gesetzes über den Austritt aus den Synagogengemeinden haben auch hier zwölf Israeliten ihren Austritt aus der hiesigen Gemeinde vor Gericht erklärt. Ein Correspondent der „Jsr. Wochenschrift" erblickt in diesem Schritte natürlich ein Capitalverbrechen und sucht die Austrittserklärung auf unedle Motive zurückzuführen, „denn," sagt er, „sowohl der Cultus, als auch alle Einrichtungen der hiesigen Synagogengemeinde beruhen auf streng orthodoxer Basis und unterscheiden sich in nichts von dem Lachniann'schen Beth-Hamidrasch." Leider müssen wir dieser Ausführung als nicht wahrheitsgemäß widersprechen. Um alles Widerwärtige zu verschweigen führen wir nur an, daß der Rabbiner der hiesigen Synagogengemeinde, Herr V^ Rosenstein, seine Stellung zur Orthodoxie. sowie zu Talmud und Poßkim durch verschiedene ruafci 'pO2 bereits hinlänglich klargestellt hat. Ferner müssen wir constatiren, daß es die fast 150 Mitglieder zählende Gemeinde in ihrem Gotteshause nicht zu einem regelmäßigen po bringen kann, so daß deren Mitglieder bei Trauerfällen oder an Jahrzeiten „ohne Rücksicht auf ihre religiöse Führung" gar häufig gezwungen sind, den Gottesdienst im Lachmann'schen Tempel zu. besuchen. Eine wahrhaft Gesetzestreuer würde durch freiwilliges Verbleiben in der Gemeinde ein System von religiösem Jndifferentismus gutheißen, welches die traurigsten Folgen haben muß. Ganz des Graudenzer Correspondenten der „Jsr. Wochenschrift" würdig finden wir es, wenn derselbe bei Aufzählung der ausgetretenen Lachmannsch'en Beamten zu dem Namen des Herrn Rabbinatsasseffors Choynski die hämische Bemerkung macht: „Derselbe wurde mit diesem Titel bei seinem Engagement von Herrn Lachmann belehnt, vorher" war er 17 Jahre Schammes und Geflügelschächter in hiesiger Gemeinde." Der unbefangene Leser muß dies so auffaffen, als habe Herr Lachmann erst Herrn Choynski zum n*nn mio ernannt. Hat jedoch der Correspondent etwa vergessen, daß Herr Choynski schon seit sehr langer Zeit von vxiL" autorisirt ist!wwa nt-cvn nmn) und für alle gottesfürchtigen Familien in Graudenz auch thatsächlich die vörkommenden gepaßkent hat? Oder will der Correspondent ihm aus seiner früheren untergeordneten Stellung einen Vorwurf machen? Jed r Edeldenkende wird einen sein Amt nach Pflicht und Gewissen verwaltenden Unterbeamten höher stellen als einen — — Correspondenten, welcher einen Greis und würdigen po^> durch solche gemeine Bemerkungen öffentlich bloßzustellen sucht. Um mit etwas Erfreulichem zu schließen, theile ich Ihnen noch mit, daß die Besucher des Lachmann'schen Tempels und Beth Hamidrasch, in welchem rp fest dessen Gründung regelmäßig Morgen- und Abendgottesdienst abgehalten wird, sich nunmehr zu einem Religionsvereine constituirt haben, welcher bereits 25 Mitglieder zählt. Hierdurch wird es möglich werden neben Gottesdienst, Jugend unterricht und no'nip, aud) bie humanitären Obliegenheiten einer jüdischen Gemeinschaft in würdiger Weise, so weit die Kräfte des Vereins reichen, zu erfüllen. Möge sich an diesem Vereine das heilige Wort bewahrheiten ^nityjo n*m -t*iD na®' nnnnxi „War auch dein Anfang gering, so wird deine Zukunft sehr groß sein." Unsre Hoffnung ist die der jüdischen Gesammtheit, daß

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