Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 51 (20.12.1876)
- Date
- 1876-12-20
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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1175 □ München, 7. Dec. Der König von Bayern hat den kgl. Maximüiansorden für Wissenschaft und Kunst auf statutengemäßen Vorschlag des Ordens-Capitels dem Schriftsteller Berthold Auerbach in Berlin verliehen. Breslau. Dem neunten Bericht der Hebräischen Unterrichts-Anstalt über das Schuljahr Michaelis 1875/76 von Rabbiner Dr. P. Neustadt, Prediger und Dirigent der hebräischen Unterrichtsanstalt D"n yy zu Breslau entnehmen wir: Nutzer der löbl. Synagogen-Gemeindeverwaltung waren es bisher nur elf hiesige Gemeinde- Mitglieder, die das Streben zur unentgeltlichen Verbreitung von hebräischem Wissen unter die dürftige israelitische Jugend durch die That zu fördern suchten, im Laufe des verflossenen Jahres sind hingegen vier und fünfzig dem Verein ü”n yy fEz Chajim) zu beregtem Zwecke neu hinzugetreten, von denen drei u"d fünfzig ihren jährlichen Beitrag durch ihre Unterschrift zugesichert, um so der Anstalt möglichst Halt und Sicherheit für die Dauer in Äussicht zu stellen. Aber auch von Auswärts haben für Erhaltung unserer Schule außer den im vorjährigen Bericht verzeichneten ein und sechszig noch acht und fünfzig neue Wohlthäter, zum größten Tbeil mit Zu-, sage von alljährlichen Beiträgen, ihre Unterstützung uns eingesandt, so daß der Verein Ez Chajim E''n yy gegen die Gesammt-Mitgliederzahl des vorigen Jahres von fünf und siebzig mit Summa (incl. der Unterstützung der Synagogen-Gemeinde von 180 Nm.) 15 l 7 Rm. 21 Pf, in diesem Jahre die Höhe von einhundert fünf und achtzig Mitgliedern mit Summa 2732 Rm. 98 Pf. erreicht hat. Allerdings ist nicht zu leugnen, daß unser Vorhaben, Gründung eines festen Schulfonds zur definitiven Anstellung eines „Bibel- und Talmudlehrers" noch immer frommer Wunsch geblieben ist, und sind uns außer den im vorjährigen Bericht verzeichneten, und von einigen auswärtigen Wohlthätern keine weiteren Gelder zu genanntem Zweck überwiesen worden. Doch hoffen wir, daß das zehnte Jahr des öffentlichen Bestehens unserer Schule, gestützt auf vnp nw n'»j/n uns auch diesen wichtigen Punkt, unseren innigsten und sehnsüchtigsten Wünsch der dauernden Anstellung eines Lehrers, erfüllen wird, damit wir der Sorge für fernere Existenz der Anstalt wenigstens zum großen Theil enthoben werden. Die Zahl der Schüler beträgt 78. Oesterreichisch-Ungarische Monarchie. Aus Mähren. Behufs einer endgiltigen Regelung der Kultus-Verhältnisse hat die hohe k. k. Statthalterei bei den Vorftändtn der mähr, isr. Gemeinden angesragt, was für Gebühren die Nabbinen bei Geburtsanzeigen. Trauungen und Beerdigungen erhalten. Die Antwort fiel verschiedenartig, je nach der Größe der Gemeinden aus. Die großen Gemeinden gewähren dem Rabbinen nur eine kleine Gebühr, weil daselbst viele Trauungen Vorkommen. Die kleineren Gemeinden räumen dem Nabbinen eine nach Procenten berechnete Trauungsgebübr ein, und die kleinsten Gemeinden sogar noch Nebengebühre». Ob die Statthalterei eine gleiche allgemeine Norm einführen wird, ist noch niä t entschieden. Darin äußerten sich alle Gemeinden gleich, daß die Rabbinen von Geburtsanzeigen und Leichenbegängnissen nichts bekommen. Gleichwohl soll hohen Orts hiefür eine Scala einzuführen beschlossen worden sein. Holland. Amsterdam. Die in Jerusalem erscheinende Zeitschrift „Schaare Zion" brachte vor einiger Zeit die Nachricht, daß der in Kopenhagen verstorbene Herr Jakob Kak für die israel. Einwohner des heil. Landes 7u,0(j0 dänische Thaler und 1000 dänische Thaler für die Armen Jerusalems hinterlassen habe. Die Summenangabe dieses Vermächtnisses ist nicht richtig. Den Pekidim und Amarkalim für das heil. Land, residirend in Amsterdam, wurde auf Erkundigung die Mittheilung aus Kopenhagen, daß Herr Kak 2000 dänische Thaler für die Pilgerwohnungen (ncno tü) in Jerusalem tcftixt hat; dafür sollen zwei von dem Oberrabbiner 0r.Wolfs in Kopenhagen zu bestimmende jüdische Gelehrte freie Wohnung erhalten; ferner sollen jedes Jahr 300 dänische Thaler an zwei jüdische Gelehrte vertheilt werden, die dafür die Verpflichtung haben, täglich 1—2 Stunden zu lernen und am Jahrzeitstage »np zu sagen. Die zwei onoft sind ebenfalls vom Oberrabbiner vr. Wolfs und später von dem jeweiligen Oberrabbiner der Gemeinde Kopenhagen zu designiren.