Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 51 (20.12.1876)
- Date
- 1876-12-20
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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1167 kann und am Sabbat deshalb nicht, weil es für ihn keinen Sabbat gibt. Wo bleibt da das frischerstandene Jndenthum der Neuzeit? Es ist nichts als eine Phrase. Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen. Deutschland. Aus Heffen-Darittstadt, 8. Dec. Die Regierung har angeordnet, daß bei einer entsprechenden Anzahl von füdischrn Schülern an den Seminärien für Ertheilung jüdischen Religionsunterrichts auf Staatskosten gesorgt werden solle. — Art. 7 des Schulgesetzes legt den politischen Gemeinden eine ähnliche Verpflichtung auf. Dieselben haben nämlich die Kosten des Religionsunterrichts solcher Kinder zu bestreiten, in deren Religion kein öffentlicher Unterricht an den öffentlichen Schulen ertheilt wird, sofern die Anzahl dieser Kinder mehr als zehn beträgt. Die israelitischen Religionsgemeinden des Landes haben nun fast allenthalben auf Grund dieser Bestimmung Ansprüche an die politische Gemeinde erhoben, in einem gegebenen Falle wurden 860 Mk. beansprucht. Auf erhobenen Rekurs hat der Provinzialausschuß unter Zugrundlegung des Stundenplans einer einklassigen Volksschule bestimmt, daß für 4 wöchentliche Religionsstunden in 44 Schulwochen 176 Mark zu zahlen und außerdem Lokal und Heizung zu stellen seien. Diese Entschädigung dürfte präjudiciell für Regelung derartiger Verhältnisse sein. Würzburg, 8. Dez. Die physikalisch - medicinische Gesellschaft dahier feierte gestern Abend in den festlich geschmückten Räumen des Gasthofes „zum Kronprinzen" ihr 27. Stiftungsfest. Die ungewöhnlich große Anzahl der Festtheilnehmer und die außergewöhnlich festliche Stimmung derselben ließ sofort ahnen, daß eine besondere Feier diesen Abend verherrlichen sollte. Und so war es auch in der That. Sind es doch 25 Jahre, daß der prakt. Arzt Herr Or. Jacob Rosenthal das Amt des zweiten Secretärs der Gesellschaft zum ersteymale durch das Vertrauen seiner Collegen erhalten und seitdem in unermüdlicher Ausdauer fortgeführt hatte, ein Amt, das in stetiger treuer Pflichterfüllung einer oft mühevollen Beschäftigung durch die Vonrefflichkeit seiner Wartung zu dem nach außen und innen blühenden Stand, dessen sich die Gesellschaft erfreut, nicht wenig beigetragen hat. Dem entsprechend gestaltete sich das Fest auch durchaus zu einer wohlverdienten, in gehobener Stimmung verlaufenden Ehrenfeier für den II. Secretär Herrn Dr. Rosenthal. Schon der erste Redner, Herr Hofrath und Prof. vr. Sachs, gedachte , nachdem er als Vorsitzender in üblicher Weise einen Rückblick auf das verflossene Gesellschaftsjahr geworfen hatte, in warmen Ausdrücken des zum 26. Male gewählten II. Secretärs und überreichte ihm Namens der Gesellschaft mit den herzlichsten Worten der Anerkennung einen prachtvoll gearbeiteten, pnt cingravirter Widmung versehenen silbernen Pokal. Sodann erhob sich der kgl. Regierungspräsident Herr Graf Luxburg, um dem Jubilar im Namen Sr. Majestät des Königs das Decret als kgl. Hvfrath zu überreichen In der Ansprache betonte derselbe, daß er sich des Auftrags freue, diese Allerhöchste Auszeichnung einem Manne überreichen zu dürfen, der so viele Verdienste in sich vereinige; es sei die schlichte, unermüdliche, nicht nach äußerem Glanze strebende, sondern nur dem Wesen der Wissenschaft und den Interessen des ärztlichen Standes dienende Arbeit, es sei die musterhafte Führung eines pract. Arztes, es gelte dem Vorsitzenden der Aerztekammer von Unterfranken, diesen Verdiensten spreche er auch im Namen der Regierung und der Provinz, der er vorzustehen die Ehre habe, die Anerkennung aus. Tiefgerührt von diesen Auszeichnungen und Anerkennungen sprach der Gefeierte des Abends in bescheidenen aber beredten Worten Seiner Majestät dem Könige, dem kgl. Herrn Regierungspräsidenten , dem Vorsitzenden und den Mitgliedern der Physik, medicin. Gesellschaft seinen Dank aus. — Noch in weiteren ernsten und launigen Reden, namentlich von den Herren Hofrath v. Rienecker, Medicinalrath Vogt wurden die Verdienste des Jubilars um die Gesellschaft, um die ärztlichen Vereinsangelegenheiten, um den Pensionsverein für Wittwen und Waisen bayrischer Aerzte u. s. w. gefeiert. Eim Anzahl von auswärts eingelaufener Glückwunschtelegramme, so namentlich von den Herren Virchow in Berlin, v. Recklinghausen in Straßburg, Klinger und v. Gudden in München, Quinke in Heidelberg, Rosenthal in Erlangen Namens der physikalisch-medicinischen Societät daselbst trugen nicht wenig bei. die festliche Stimmung zu erhöhen und ein neues Zeugniß darzulegen, sowohl von dem engen Zusammenhänge der physik.-medcin. Gesellschaft mit ihren Mitgliedern als von den warmen Sympathien, welche diese hervorragenden Männer und früheren Mitglieder der Gesellschaft dem II. Secretär derselben auch in der Ferne bewahren. Brückenau. Der Aufruf der hiesigen Synagogen-Gemeinde um Unterstützung der beim