Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 50 (13.12.1876)
- Date
- 1876-12-13
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2446951-2447645-2447692--13197-2469054- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
1150 Subventionirung der isr. Seelsorger Böhmens angeregt zu haben. vr. G. Perlit, Rabbiner. Aus Böhmen. In dem Leitartikel der zweiten Beilage des »Israelit", Nr. 48, „Confessioneller Religionsunterricht," heißt es: „Wir, und mit uns viele bewährte Kenner des jüdischen Gesetzes, theilen diese Anschauung nicht. Der gesetzestreue Jude, der genöthigt ist, sich confessionslos zu erklären, um unbehindert von dem verderblichen Einfluß seiner neologen Gemeinde sich und die Seinen dem Judenthume zu erhalten, hat seine Bekenntniß mit dieser Erklärung weder vor Gott noch den Menschen verleugnet." Wir wollen es dem Verfasser des Artikels auf's Wort glauben, daß er ein bewährter Kenner des jüdischen Gesetzes ist, und in diesem Glauben ersuchen wir ihn, uns gefälligst Aufschluß geben zu wollen, wie er seine Behauptung mit dem'2 *vyo im 2Mj"p jd’d 1"' in (SinltanQ bringen will? Daselbst heißt es: töv hd didp mitr ->2^ uds ."i2i inuvp (Mit der Confessionsloserklärung, mit der wir übrigens ebenfalls nicht einverstanden sind, wird jedoch noch nicht behauptet, daß sich Jemand als o"«y bekenne; es wird nur behauptet, daß er keiner der vom Staate anerkannten Confessionen, im vorliegenden Falle der des Reform-Judenthums, angehöre. — Red.) Italien. Rom. Während in Preußen die Zahl der Israeliten im Abgeordnetenhause sich vermehrt hat, verbleiben im ital. Parlamente nach der jüngsten Wahl von zehn nur noch fünf Deputirte. Es hangt diese Erscheinung mit der allgemeinen Niederlage der parlamentarischen Partei der „Rechten", zu welcher die meisten Israeliten gehörten, zusammen. (Arch. Isr.) Frankreich. Paris. Am 12. Nov. fand Seitens der Mitglieder des portugiesischen Ritus eine Versammlung statt. Es wurde ein B richt über die Arbeiten des neuen Tempels und über die finanzielle Lage verlesen, aus welchem erhellt, daß bis zur Fertigstellung des Gebäudes noch 100,000 Frs. nöthig sein werden. Herrn Osiris, welcher 200,000Frs., Herrn Leon, der 50,000 Frs., und mehreren anderen Herren, die von 5—10,000 Frs. zu den Baukosten beigetragen, wurde von der Versammlung ein besonderer Dank ausgesprochen. (Arch. Isr.) Versailles. Die Deputirtenkammer hat für das Personal deS isr. Cultus 192,400 Frs. votirt. (Un. Jsr.) Paris. (Monatsbericht sNovember) der „All. Isr. Un.") (Die Jrraeliten von Marocco.) Man theilt dem C.-Comite mit, daß es nöthig ist, sich um eine Entschädigung für die Opfer der am 5. Juni c. in Alcazar-Kebir begangenen Mordthaten zu bemühen. Man hatte geglaubt, daß der Sultan der maurischen Bevölkerung der Stadt zur Strafe für ihr diesen Mordthaten gegenüber gleichgiltiges Verhalten eine Geldbuße auferlegen würde, aber es scheint, daß man, anstatt die verwundeten Israeliten zu 4 entschädigen, sich begnügen wird mit einer Wertherstattung der Gegenstände, die anläßlich jener schrecklichen Vorgänge in der darauffolgenden Nacht den israel. und kathol. Schutzbefohlenen gestohlen worden sind. Ein vor einiger Zeit an das C.- Comitä in dieser Sache gerichteter Bericht hatte behauptet, daß der Mörder an einem Anfall von Wahnsinn gelitten; allein eine inzwischen anderweitig eingegangene Correspondenz versichert, daß es lediglich der Fanatismus war, der den Arm des Mörders bewaffnet hat. -Pas C.-Comit« erwartet weitere Mittheilungen. — H. Joseph Halevy hatte in der letzten Sitzung vorgeschlagen, eine Schule in Marocco (Stadt) zu gründen und die Etablirung eines europäischen Consular-Agenten daselbst zu veranlassen; derselbe ist überzeugt, daß diese beiden Maßregeln viel zum Schutze und zur Erhebung der Israeliten im Innern des marokkanischen Landes beitragen werden. — Wird in Erwägung gezogen werden. (Die Israeliten von Tripolis.) Man schreibt dem C.-Comitö, daß der Gouverneur von Tripolis, Mustapha Pascha, gegen die dortigen Israeliten, die sich in einer beklagenswerten Lage befinden» mit großer Strenge verfährt. Der Oberrabbiner bemüht sich, sie zu schützen, aber seine Stimme bleibt ohnmächtig vor dem Obertribunal, das ausschließlich nur aus judenfeindlichen Türken und Arabern zusammengesetzt ist. In den letzten Tagen sind mehrere Israeliten, ohne ein Vergehen begangen zu haben, lediglich in Folge der Denunciation von Muselmännern, verhaftet worden; der Präsident des Localcomito's, H. Saul Labi, der sich in Gemeinschaft mit dem Oberrabbiner, H. Hazan, vergebens um die Freilassung derselben bemüht hat, bittet das C.-Comito um seine Intervention. Das C. - Comits wird die nöthigen Schritte in dieser Sache thun,