Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 49 (6.12.1876)
- Date
- 1876-12-06
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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1126 noch lange Jahre hindurch der wohlverdienten Ehre sich zu erfreuen und mit voller Kraft und Rüstigkeit weiter zu arbeiten auf einem Gebiete, auf dem Sie durch gründliche Forschung und gelehrte Arbeiten schon jetzt Ihren Ruhm begründet haben rc. München, 8. Nov. Wie die „Nürnb. Pr." schreibt, hat der social-demokratische Reichtagscandidat Grillenberger im Cafe Merk zu Nürnberg einen Vortrag über seine Agitationsreise in Meiningen dadurch gewürzt, daß er, den Abgeordneten Lasker parodirend, unter dem Beifallsgejohle der sehr ehrenwerthen Versammlung wie ein ganz gemeiner Bänkelsänger zu „jüdeln" begann. So wird, bemerkt das genannte Blatt, an die gemeinsten, verwerflichsten Leidenschaften des Volkes appellirt, das Stückchen mittelalterlichen Judenhasses, das unter der Asche der Jahrhunderte noch glimmt, wird anzufachen gesucht, blos um sich den Beifall der großen Masse zu sichern. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Wien. Vor dem hiesigen Verwaltungsgerichtshofe kam die erste jüdische Frage zur Verhandlung. Es handelte sich um die Entscheidung der Frage, ob ein Jude das Patronatsrecht in der katholischen Kirche ausüben könne. Herr Leopold Kolban, Gutsbesitzer zu Tonnaslowitz in Schlesien,' hat dieses Recht beansprucht und wurde sowohl von der Behörde in Teschen wie vom Kultusministerium zurückgewiesen. Er appellirte dann an den Verwaltungsgerichtshof und dieser erklärte die Entscheidung der früheren Instanzen für richtig, da das Kais. Patent, welches einem Israeliten dieses Recht verbietet, noch immer besteht. Wir wissen indessen, daß Herr Ritter, K Popper das Patronatsrecht besitzt. (W. Jsr.) Mattersdorf (Ungarn), im Nov. Unser seit dem Jahre 1859 unbesetztes Rabbinat wurde endlich am -heu or3ii/ d. I. wieder besetzt. —Bekanntlich haben hier die größten o’jiw auf dem nnmn kco gesessen; unter Andern "U’n dju n"io pwn, Bruder des y's: -u*k Nirpj; i"nD pwn. Auch bekleidete hier 7 Jahre -ibid ntPD i"nn jwon -i2iD c"nn ncrrp die Stelle eines Rabbiners; von hier wurde er nachPreßburg berufen. Lange Zeit nachher wurde dessen Sohn wate Jnid p.vjn ns-D zum Rabbiner gewählt, welcher hier 17 Jahre lang fungirte. Nachdem dieser im Jahre 1859 einem Rufe nach Krakau gefolgt war, hat sich unsere Gemeinde durch Auswanderung sehr vieler reicher Gemeindemitglieder derart vermindert, daß die Ausnahme eines neuen Rabbiners aus pekuniären Verhältnissen in Frage gestellt werden und ein nw das Rabbinat ersetzen mußte. Als sich aber nach und nach die Gemeindeverhältnisse besser gestalteten, was natürlich lange genug dauerte, wurde der Vorstand mit Zustimmung der Gemeinde in der Wiederaufnahme eines Rabbiners einig, und es wurde am neo o» a-iy d. I. der Schwiegersohn unseres früheren, jetzt Krakauer Oberrabbiners, nämlich eo’py n"io Kornitzer zum ]n rua gewählt. Wir haben volle Ursache, uns über die glücklich getroffene Wahl zu freuen. Trenesin, 7. Nov. Gestern haben wir unter außerordentlicher Betheiligung aller Stadt- und Landbewohner die Gattin unseres greifen ehrwürdigen Oberrabbiners '"j zu Grabe getragen. Die vielverdiente Verblichene war in des Wortes vollster Bedeutung eine b'ki naw, eine npnyi njma, die personificirte Güte und Milde, ein wahres Musterbild weiblicher Tugend und Frömmigkeit, der Stolz ihrer Familie, die Zierde unserer Gemeinde und ein Segen für Alle, die das Glück hatten, je in ihrer Nähe zu weilen, eine Mutter der Armen und Dürftigen, eine kräftige Stütze der Wittwen und Waisen, eine würdige Tochter des weltberühmten bp"wr min nyter tya pw. Den Reigen der Leichen- Reden eröffnete der trauernde Gatte, nach ihm sprachen dessen drei Schwiegersöhne, die Raboinen S. Singer aus Kirchdrauf, Ph. Schlesinger aus Gr.-Tapolcsäny und Daw. Lev in aus Jllava. n"3'V'j"n. E. K. Rußland. Grodno. Eine besondere Aufregung war am verflossenen "»so m» dahier zu bemerken. Der Rabbiner von Brisk, Josua Leb, ein wegen seiner Gelehrsamkeit und aufrichtigen Frömmigkeit allgemein beliebter Mann, war des Verbrechens der Unterschlagung angeklagt. Die gerichtliche Verhandlung wurde auf den Versöhnungstag gesetzt. Ein Glaubensgenosse, Herr Moses K üarasowski, vertheidigte ihn mit dem besten Erfolg; der Angeklagte wurde freigesprochen. Als der Rabbiner am andern Tage freigegeben wurde, hatten sich die Juden in großer Menge auf den Straßen versammelt und demselben eine eclatante Ovation gebracht. Eine ähnliche Aufregung war in dieser Stadt vor 57 Jahren an demselben Tage. Damals wurde die Gemeinde der Vergießung von Christenblut beschuldigt. Die Verhandlung wurde auch auf den d-' verlegt. Die Juden konnten sich nicht verteidigen , weil sie der russischen Sprache nicht mächtig waren. Da vertrauten sie sich einem getauften Juden, der russisch verstand, an und dieser