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Der Israelit · 1876-12-06 · Heft 49 (6.12.1876) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
17 (1876)
Issue
Heft 49 (6.12.1876)
Date
1876-12-06
Page
– (sequence 6)
Language
German
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1122 setz die Schließung verlangte. Da der städtische Friedhof ein sogenannter Communalfriedhof ist, so bot die Stadtgemeinde die Benützung desselben in zuvorkommendster Weise an; der Vorstand lehnte aber das freundliche Anerbieten dankbar ab und bestand auf den Erwerb eines eigenen Friedhofs, für welchen die Stadt unter sehr günstigen Bedingungen Gelände in einiger Entfernung vom städtischen Friedhof angeboten hat. Der Präses des Vorstandes, Herr Banquier Moritz Oppenheimer, eröffnete die Sitzung, fetzte die Verhältnisse in längerer Rede auseinander, gab die Versicherung, daß der alte Friedhof stets unberührt bleiben und niemals aufhören solle, Eigenthum der Gemeinde zu sein; dann legte Herr £>. den Situationsplan des neuen Friedhofs vor. Der Herausgeber dieser Blätter nahm Anlaß, dem Vorstände für die Art und Weise, in welcher er bei dieser Angelegenheit verfahren, seinen Dank und den Dank seiner Gesinnungsgenossen auszusprechen. Nachdem von verschiedenen Seiten noch über Manches Informationen verlangt und gegeben wurden, entwickelte sich keine eigentliche Debatte. Alle waren vielmehr darin einig, daß der Vorstand die Sache zu voller Zufriedenheit der gelammten Gemeinde und der verschiedenen religiösen Richtungen behandelt, und so wurde einstimmig der Beschluß gefaßt, daß der Vorstand ermächtigt werde, die Angelegenheit in der vorgelegten Weise zum Abschluß zu bringen. Oefterreichisch-Ungarische Monarchie. Wien. Die aus dem Leben des Canonicus Veith gebrachten Notizen über die Abstammung desselben, bedürfen nach einem Eingesandt der „N. fr. Pr." inj ihren wesentlichsten Theilen eine Berichtigung. Bor Allem: Veith war nicht der Sohn Wolf Wertheimer's aus Dobruschka. Dieser, ein in Böhmen bekannter und allseitig hochverehrter Mann, hatte nur einen einzigen Sohn, den vor etwa zwei Jahren als Secretär im Handelsministerium verstorbenen Ferdinand Maria Malven, der allerdings in seiner Jugend zum Christenthume übergegangen und von da ab dem elterlichen Hause ferngeblieben war. Wertheimer selbst, ein Abkömmling des berühmten, im Jahre 1724 in Wien gestorbenen Oberfactors Samson Wertheimer, ist in Wien geboren und der Primar-Arzt im Rudolphsspital, Dr. Gustav Wertheim, sein Neffe. Er lebte nicht in Kuttenplan, sondern in Dobruschka als Tabakoerleger und wurde wegen seiner großen Gelehrsamkeit wie wegen seines Charakters von Christen und Juden gleich sehr verehrt. Schreiber dieser Zeilen besitzt aus seinem Nachlasse noch eine in deutscher Sprache geschriebene Abhandlung über die Kant'sche Philosophie, die von seiner Vertrautheit mit derselben Zeugniß ablegt. Das Zerwürfniß mit seinem Sohne wurde durch dessen Lebensweise als Student in Leipzig hervorgerufen, und lange vor seinem Uebertritte war dieser bereits dem Herzen wie dem Hause der Eltern entfremdet. Malven hat sich seinem Vater nie wieder genähert. Veith ist, so weit es dem mit den Verhältnissen genau vertrauten Schreiber dieser Zeilen bekannt ist, mit Wertheimer nie in Berührung gekommen. Frankreich. Paris. Der Herausgeber dieser Blätter erhielt von der „All. Jsr. Un." nachstehendes Einladungsschreiben: „Paris, den 28. Novbr. 1876. „In dem Augenblicke, da eine internationale Konferenz in Konstantinopel zusammentritt, um über das Schicksal der nichimuselmännischen Bevölkerung der Türkei Bestimmungen zu treffen, ist es vom größten Interesse die Aufmerksamkeit der Mächte auf das Schicksal unserer Glaubensgenossen im Orient zu richten. „Auf die Initiative derAnglo-Jew.-Assoc. hat das Centralcomitö der „All. Jsr. Un." beschlossen, verschiedene Repräsentanten der All. und sonstiger constituirter isr. Körperschaften zu einer Versammlung einzuladen, um über die zu ergreifenden Maßregeln zu berathen. „Die Versammlung wird in Paris den 11. Dezember stattfinden. „Wir haben die Ehre, Sie dazu einzuladen, und wir hoffen, daß Sie derselben beiwohnen oder einen Delegirten schicken werden." Die Versammlung wird, wie wir bereits in voriger Nummer berichtet, in Erwägung ziehen, welche Maßregeln im Hinblick auf die Wirren im Orient ergriffen werden sollen, um den Juden in den durch den Krieg betroffenen Provinzen dieselben Rechte zu sichern, welche der christlichen Bevölkerung eingeräumt werden dürften. Aber auch die Emanzipationsfrage der Juden in Rumänien und Serbien soll erörtert und der Conferenz in Konstantinoprl ein diesbezügliches Memorandum überreicht werden. Rußland. Nach der letzten Volkszählung hat Warschau 307,451 Einwohner, von welchen 172,758 Katholiken, 15,766 Protestanten und 98.698 Juden, so daß Letztere fast ein Drittel der Gesammtzahl bilden. (Ung. Jsr.)

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