Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 48 (29.11.1876)
- Date
- 1876-11-29
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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1039 gehörigen Terrains als Begräbnißplatz einzuräumen. Die Anlegung dieses Friedhofes steht in naher Aussicht; möge die Benützung stets eine nur geringe fein. — (Die Anmeldung zum Austritte ist Anfangs dieses Monats geschehen; der factische Austritt muß in den nächsten Tagen stattfinden. Mögen die Mitglieder der israel. Religionsgesellschaft zu Wiesbaden sich durch Schwierigkeiten in den beregten Angelegenheiten nicht vom faktischen Austritte abhalten lassen, damit ihre übermüthigen Gegner Gelegenheit finden, sie mit Hohn und StzMWMWWMütten. Mögen sie getrost ihre von * reinMr AbWjr ü'üw dvb geleiteten Schritte im Vertrauen auf den allmächtigen Schützer vorwärts thun. ' vroavnD woo yryö h „Wende zu Gott Deine Thaten, und Deine Pläne werden gelingen!" — Red.) England. London, 17.Nov. Der Rath der englisch-jüdischen Association hielt gestern unter dem Vorsitz des Barons Henry de Worms eine Spezialsitzung zu dem Behufe, in Erwägung zu ziehen, welche Maßregeln im Hinblick auf die Wirren im Orient ergriffen werden sollten, um den Juden in den durch den Krieg betroffenen Provinzen dieselben Rechte zu sichern, welche der christlichen Bevölkerung eingeräumt werden dürften. Nach längerer DiScussion einigte man sich über den Beschluß, sobald als möglich eine Konferenz, bestehend aus Abgesandten der hauptsächlichsten jüdischen Gemeinden in der Welt, einzuberufen, welche die Frage zum Gegenstand eingehender Erörterung machen soll. Feuilleton. Thkrcsa. XII. Das Leben der Familie Bernstein gestaltete sich nunmehr recht angenehm. Theresa führte den t aus halt, pstegte den genesenden Vater und spielte lavier. Abraham Bronner bemitt die Kosten des kleinen Haushalts und nahm täglich Mittag - und Abendbrod bei seinen Verwandten. Seine Unterhaltung trug viel zur Erheiterung Bernsteins bei. Abraham sprach viel und gut. Er erzählte von feinen Abenteuern jenseits des großen Wassers und von den amerikanischen Zuständen. Er hatte auch in Amerika, oft unter großen Entbehrungen, Gottes Gebote beobachtet. „Amerika," sagte er, „ist für den gesetzestreuen Juden kein angenehmes Land. Der hohe Idealismus unseres Glaubens vertragt sich nicht mit dem crassen Realismus, wie er in Amerika herrscht. Es war daher stets mein Streben, in die Heimath zurückzukehren und mir in der alten Welt ein Haus zu gründen." Er sah, während er dies sagte, Theresa an. DaS Mädchen schlug die Augen nieder. Als er sich entfernt hatte, sagte Herr Bernstein: „Ich glaube, der Vetter denkt daran, daß Du ihm helfest, sein HauS zu gründen." „»Ich glaube es selbst, mein Vater."" „Und was sagst Du dazu?" „„Mein Herz gehört einem Andern."" „Du bist ein sonderbares Mädchen, Du hast doch jenen Andern verschmäht!" Theresa antwortete nicht; sie ging in ihr Zimmer und weinte. Als einige Tage nachher Abraham Herrn Bernstein allein im Zimmer antraf, sagte er: „Herr Bernstein, ich nannte Sie einst meinen Vater und Wohlthäter. Seien Sie wirklich mein Vater, erweisen Sie mir die größte Wohlthat. Ich bin ein wohlhabender Mann, ja, ein reicher Mann, wenn man den Reichthum nicht mit zu großem Maßstabe mißt; ich kann hier ein Geschäft anfangen oder von meinen Renten leben, wenn meine künftige Frau nicht allzugroße Ansprüche macht. Sie kennen mich, meine Vergangenheit — geben Sie mir Theresa zur Frau!" „„Von Herzen gern, mein Sohn,"" entgegnete Herr Bernstein. „„Sprich mit Theresa; meiner Einwilligung bist Du sicher."" Nach Tisch forderte Abraham Klein-Theresa, wie er sie noch immer nannte, auf, ihm in den an die Wohnung grenzenden Garten zu folgen. „Erinnerst Du Dich noch," sagte er, sich im Garten umschauend, „wie wir in M. im Garte« an dem Hause Deines Vaters mitsammen spielten, wie ich, der zwölfjährige Knabe, mit Lebensgefahr auf den großen, alten Birnbaum kletterte, um die besten, saftigsten Birnen für Klein-Tberesa herunterzuholen?" ..„Du bist immer sehr gut gegen mich gewesen, V?rter Abraham!"" „Und Du warst immer meine kleine, allgebietende Herrin. Ich vermied den Umgang mit Altersgenossen, um meine Freistunden mit Klein- Theresa zu verbringen, ich kannte kein größeres Vergnügen, als Dir eine Freude zu machen; ich, der große Junge, schmückte Deine Puppen mit einem Ernste, wie wenn es sich um die wichtigsten Dinge handelte. Aber dafür hattest Du mich auch lieb, sehr lieb. Als ich Euer Haus verlassen maßte, um in ein Geschäft einzutreten, da hingest Du an meinem Halse und weintest und wolltest mich nicht