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Der Israelit · 1876-11-01 · Heft 44 (1.11.1876) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
17 (1876)
Issue
Heft 44 (1.11.1876)
Date
1876-11-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1009 nannt sind, und den Agenturen, davon wir nur die nächstgelegenen erwähnten, auch Landes-Comiten existiren. Wir wollen, bloß zum'Verständnisse der Organisation einer spezifisch jüdischen Freimaurerei, wie sie über die ganze Welt auSgebreitet ist und überall Vertretung hat, wo eine Synagoge besteht, das letzte Schreiben erwähnen, welches — als „Neubildungen oder Ergänzungen" schon bestehender Comitös, — den Agenturen zuletzt Folgendes anoncirte:" Hier folgt wieder eine Seite voll, jüngerer Comitvs in den verschiedenen Gegenden. Dann heißt es dort weiter: „Man wolle davon aus ahnen, welche Organe neben dem Pariser Central-Comite noch überall zwischen den einzelnen Agenturen und Vereinen den Staat in der Welt ergänzen und das Schema geben dessen, was vielfach bloß als fixe Idee erscheint, wenn man von einer „Universal-Republik" hört. Beim Culturkampfe wurde wiederholt gefragt, woher es käme, daß in manchen Gegenden z. B. Schulschwestern unbehelligt, an anderen erschrecklich gequält — daß an gewissen Orten die neuen Culturgesetze zwar ausgeführt würden, aber ohne eine moderne Art von Tortur — anderweitig aber Denunciationen ohne Maß und Zahl. Wir wissen, daß vielfach die Behörden mehr gequält wurden, als die Katholiken. Wer Aufschluß hahen will, frage nach den Agenturen resp. Comitvs der jüd. Internationale und nach deren Beziehung zur Loge." Was diese Schilderung, und noch andere Aufsätze ähnlichen Characters in dem sehr verbreiteten Kalender bezwecken sollen, ist nicht schwer zu errathen. Eben so klar aber ist es auch, daß nicht Unkenntniß der Verhältnisse den Schreiber irre geführt, sondern daß reine Bosheit, und das Bestreben Haß und Feindschaft gegen die Juden und ihre wohltätigsten und edelsten Institute auszusäen, dieses Lügengewebe hervorgebracht haben. Daß aber dergleichen Ungeheuerlichkeiten bei dem Volke Glauben finden, kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Sprach man doch hier in Oberschlesien schon von der jüdischen Loge und nannte die dort schon angegebenen Agenten, welchem Umstande ich eben die Bekanntschaft mit dem Bonifacius-Kalender verdanke. Es wäre wünschenswerth, wenn auch politische Blätter.davon Notiz nähmen und auf die wahre Bedeutung der Allianz, die ja nur humanitäre und wohlthätige Zwecke verfolgt, aufmerksam machten. (Jüd. Presse.) Oesterr.-Ungar. Monarchie. Wien. Der Verein zur Unterstützung mittelloser israelitischer Studirender in Wien unterstützte nach dem 15. Jahresberichte im verflossenen Schuljahre 1875/76 192 Studirende (98 Studirende der Medicin, 45 Hörer der Rechte, 40 Studirende der Technik und 9 Hörer der Philosophie) mit 2852 fl. 80 kr. Dem Vaterlande nach waren von den Petenten 3 aus Wien, 87 aus Ungarn, 32 aus Mähren, 31 aus Böhmen, 16 aus Galizien, je 7 aus Oesterreich.-Schlesien und aus der Bukowina, 5 aus Rumänien und je Emer aus Niederösterreich und Italien. Als besondere Spenden flössen dem Vereine zu: aus dem Nachlaß eines ungenannt sein wollenden Wohlthäters 200 fl. Siebenbürger Grundentlastungs-Obligationen und von Herrn und Frau Dr. G. Wolf 100 fl. Papierrente. Wenn dieser wohlthätig wirkende Verein jetzt blos 140 Mitglieder zählt, welche 16Z5 fl. 60 kr. Jahresbeiträge leisten, so spiegeln sich auch hier unsere volkswirthschaftlichen Zustände. Pefth. Das aus dem Vermögen des vor zwei Jahren verstorbenen Anton Fochs zu errichtende „ung.-jüd. Taubstummeninstitut" geht seiner Vollendung entgegen. Dasselbe wird Raum für 120 Taubstumme haben. (Pesth. j. Ztg.) In Füttfkirchen zwang der Direktor der Realschule die jüdischen Schüler unter Androhung von harten Strafen, bei Gelegenheit der Namenstagsfeier des Königs dem Gottesdienste in der katholischen Kirche mitanzuwohnen. Auf die Vorstellung des Districtsvicepräses antwortete der „fromme" Director. diesesmal habe er wohl die jüdischen Zöglinge nicht gezwungen, bei der Messe anwesend zu sein, von nun aber werde er jeden jüdischen Schüler , der bei solcher Gelegenheit nicht zur Messe gehen wird, in den Carcer schicken. Und wenn die Juden sich hierüber beschweren sollten, so werde er Nachweisen, daß die jüdischen Schüler wohl in die katholische Kirche gehen, wenn einer ihrer christlichen Collegen stirbt, wenn sie daher zur Feier des Namenstages Sr. Majestät nicht gehen, so geschähe dies nur aus Illoyalität! /Wir erwarten, daß unsere liberale Regierung dem Director einfür allemal das Handwerk der krassesten Intoleranz legen werde . . . Sollte dieser Haman aber der Neigung seines „frommen" Herzens weiter folgen wollen, so möchten wir ihm rathen, nach Rumänien zu gehen, dort könnte er sein Glück machen, dort könnte dem Manne — geholfen werden! (Ung. Jsr.) Laneut (Galizien). Die hiesige llin-Geschichte hat bereits zu Strafurtheilen geführt. Dir Sache wurde nämlich vor Gericht gebracht und wurden

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