Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 44 (1.11.1876)
- Date
- 1876-11-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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1008 der Religionsgesellschaft der Gemeinde nicht bedürfen; die erstere besitzt alle cultuellen Anstalten in vollständig ausreichender Weise, sie öffnet solche sogar auch Nichtmitgliedern, ohne solche irgendwie zurückzusetzen. Es ist dies besonders in Bezug auf das rituelle Bad anzuerkennen, da die Gemeinde kein solches besitzt, ihre Mitglieder daher in dieser Beziehung auf die Religionsgesellschaft angewiesen find. Was die Humanitären Anstalten betrifft, so kann die von dem Baron W. C. v. Rothschild gegründete Sara Georgine von Rothschild'sche Stiftung den Mitgliedern der Religionsgesellschaft alles das leisten, was das von der Familie Königswarther erbaute Hospital der Gemeinde bietet. Der Friedhof kann den Ausgetretenen nicht verschlossen werden, da denselben keine Berechtigung auf einem anderen Friedhof zusteht, indem die christlichen Friedhöfe wohl unter städtischer Verwaltung stehen, aber nur den christlichen Confesfionen zugänglich sind. Für einen solchen Fall bestimmt düs Gesetz ausdrücklich, daß die Ausgetretenen ihr Recht auf dem jüdischen Friedhof behalten, zu den Unterhaltungskosten desselben aber noch beizutragen haben. Die ausgetretenen Mitglieder glauben durch ihre gemeinsame Erklärung dem Gemeindevorstand die Hand geboten zu haben und wäre es zu wünschen, wenn auf Grund dieses Anerbietens eine Vereinigung zu Stande käme, damit das Beispiel eines gegenseitigen Entgegenkommens und einer sachgemäßen, leidenschaftslosen Behandlung einer so wichtigen Angelegenheit gegeben werde. □ Frankfurt a. M., 17. Oct. Se. Maj. der Kaiser und König haben der Stiftung des „Israelitischen Waisenhauses" hier die Rechte einer „juristischen Person" verliehen, ebenso der M. I. Kirchheim-Stistung zur „Unterstützung hilfsbedürftiger hies. Israeliten. Frankfurt a. M., 2.\ Oct. Anknüpfend an mein Referat in der Austrittsangelegenheit theile ich Ihnen hierdurch mit, daß der Gemeindevorstand schriftliche Gegenvorschläge gemacht hat. Der Schriftenwechsel dauert fort und werde ich Ihnen weiter darüber berichten, sobald derselbe zum Abschluß gelangt ist." Aus Oberfchlefien. Wie sehr die Ultramontanen es darauf abgesehen haben, ihre Anhänger gegen die Juden zu Hetzen und letztere als ihre Hauptgegner hinzustellen, davon kann ich den Lesern d. Bl. wieder einen eclatanten Beweis liefern. In dem Berliner Bonifacius - Kalender für das Jahr 1877 (herausgegeben von F. Müller, Missionsvicar, geistlicher Rath und Mitglied des Reichstages) sind 160 Seiten der Unterhaltung gewidmet, von denen sich ein ansehnlicher Theil mit den Freimaurern und Juden beschäftigt. Nachdem die ersteren in Seite 85—1^5 ausführlich behandelt und ihre Gefährlichkeit für die Kirche den Lesern plausibel gemacht worden ist, heißt es daselbst von den jüdischen Freimaurern wie folgt: „So allgemein, wie jetzt, hatte die jüdische „Nation" weder die öffentliche Meinung, noch den Geldbeutel bei allen Völkern in Dienst, weil niemals bisher über die ganze Erde in heutiger Machtfülle der Spruch sich bewährt: „Geld regiert die Welt" — ein Spruch, der in gläubigen Zeiten den Nebengedanken hatte, daß Geldmacht mit Teufelskünsten geheimes Bündniß habe!" „Der letzte Jahrgang unsres Kalenders deutete unter dem Titel: „Der Jude in der Loge Spaniens" bereits an, wie keine christliche Loge bestehe, wo die jüdische „Nation" nicht den Schlüssel hätte, wie aber jüdische Logen beständen, wozu ein Christ niemals Zutritt hat. Und diese werden sehr vorsichtig behandelt. So ist Dr. Lasker nur noch Geselle und zwar in einer englischen Loge, die das „Märk. Kirchbl." namhaft machte. „Dermalen ist das jüdische Logenwesen dem Großmeister, und regelmäßigen Minister bei Pariser Revolutionen, Herrn Cremieux, untergeordnet mit einer eigenen Organisation über die ganze Welt als „Alliance Jsraolite universelle" — jüdische Internationale —, welche in Japan, in China, am Cap der guten Hoffnung, in Californien rc. jüdische Stuhlmeister verschiedener Geheimbünde hat, davon das Centrum zu Paris, rue de Trövise 37, von dessen „Centralcomite" nur folgende Namen für heute:" Es folgen nun die Namen der Mitglieder des Centralcomitös, allerdings nach einem alten Allianzbericht, da sehr viele von ihnen schon lange nicht mehr am Leben sind. — Dann fährt der eingeweihte (?) Berichterstatter der „jüdischen Logen" fort: „Ueberall wo eine Synagoge existirt, hat der Bund seine Vertretung, besonders gut ist er in Oesterreich organisirt. Noch sind eigens eingerichtet folgende Agenturen, die auf die Logen einwirkenEs werden jetzt auf 2—3 Seiten alle Zweigvereine der Allianz aufgezählt. — Damit begnügt sich aber der Herr Missionsvicar noch nicht, er kommt auf das Thema Seite 158 in einem Nachtrag zurück, in dem er noch folgendes hinzufügt: „Die jüdische Internationale noch verständlicher zu machen, müssen wir bemerken, daß zwischen dem Central-Comitö, dessen Namen Seite 106 ge-