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Der Israelit · 1876-10-25 · Heft 43 (25.10.1876) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
17 (1876)
Issue
Heft 43 (25.10.1876)
Date
1876-10-25
Page
– (sequence 7)
Language
German
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987 von den Muselmännern immer viel milder behandelt worden, als von den „christlichen Nationen", welche auf dem Balkan wohnten, und sie hätten daher Recht, wenn sie mit den Moslems sympathisirten. Gladstone, dem eine theologische Controverse in jeder Form ein Hsuptgenuß sein muß, erfreut sich gewiß dieser Debatte in den Zeitungen, die durch seine Bemerkung hervorgerufen wurde. Viel Vernünftiges wurde jedoch bis jetzt noch nicht zu Tage gefördert. (Frkf. Ztg.) Deutschland. Berden (Hannover), 18. Oct. Heute feierte Hr. Lehrer Sommer hier sein 25jähriges Lehrerjubiläum. Die von allen Seiten eingelaufenen Glückwünsche bezeugen, wie sehr der Jubilar sich in seiner Tätigkeit die Liebe seiner Schüler und deren Eltern und die Freundschaft seiner Mitbürger erworben. Sowohl von seinen früheren und jetzigen Schülern, als auch von den Mitgliedern der hiesigen Synagogengemeinde, in deren Mitte der Jubilar die längste Zeit gewirkt, wurden demselben Ehrengeschenke gewidmet. In dem festlich ausgeschmückten Schulzimmer, in dem der Jubilar schon so manches Jahr seines Amtes treu gewaltet, wurden dieselben in Gegenwart der versammelten Schüler des Jubilars und Vieler, die sich zu dieser Feierlichkeit eingefunden, durch den Schulvorsteher und einen der früheren Schüler des Jubilars unter passenden Ansprachen übergeben. Sichtlich gerührt dankte der Jubilar. Die Ueberreichung eines Lorbeerkranzes und Absingung eines Chorals schloß die erhebende Feier. F e ti i I 1 e t p «♦ Theresa. VII. Die Untersuchung war im vollen Gange; die Cavaliere hatten zu Protokoll gegeben, was sie wußten, und trotz Hohenackers Versicherung blieb der schreckliche Verdacht an ihm haften. Man vermuthete, daß Barewski den Beleidigten eingeholt und daß dieser, statt den Beleidiger anzuhören, ihm den Dolch in die Brust gestoßen. Der Untersuchungsrichter saß in seinem Cabinette mit den Acten des Protestes contra Hohenacker beschäftigt. Da wurde ihm eine junge Dame gemeldet. Er ließ sie eintreten, und vor ihm stand Theresa Bernstein. „Fräulein von Bernstein," fragte der Untersuchungsrichter, der vormals oft mit Theresa in Gesellschaftskreisen beisammen gewesen war, „was führt Sie zu mir?" „„Ich möchte Zeugniß ablegen über die in voriger Nacht geschehene Mordthat,"" sagte Theresa. „Sie? wie kommen Sie dazu?" „„Ich war Zeugin des schrecklichen Vorfalls. Ich verspätete mich gestern auf der Villa Tellheim, wo ich Musik - Unterricht ertheile; ich hatte den Tramway verpaßt und mußte zu Fuß nach Hause gehen. Unterweges sah ich einen Mann an mir vorübereilen; der volle Schein der Gaslaterne stel auf ihn; es war der Baron Hohenacker; ihm folgte bald ein anderer Mann; aus dem Schatten der Bäume stürzte Jemand auf diesen Letztern zu und hielt ihn auf. „Wohin so eilig, Graf?" hörte ich ihn fragen. „Sind Sie es, Fürst?" fragte der Angeredete entgegen. Ein furchtbarer Schrei erfolgte — zitternd eilte ich davon."" „Mein Fräulein, Ihre Aussage ist von der höchsten Wichtigkeit; sie ist geeignet, den Baron Hohenacker vollständig zu entlasten und den Verdacht auf andere Bahnen zu lenken. Doch verzeihen Sie mir eine Bemerkung; ich rede als Untersuchungsrichter, als Beamter, als Diener der Gerechtigkeit , der verpflichtet ist, die Wahrheit zu eruiren. Erinnern Sie sich, mein Fräulein, es war in der musikalischen Soiree des Banquier Meyerstein, als wir uns das letzte Mal sahen." Theresa erröthete. „„Was wollen Sie damit sagen?"" fragte sie. „Der Baron Hohenacker bewarb sich damals sehr augenfällig um Ihre Gunst." „„Ah, Sie meinen, mein Zeugniß sei durch Wohlwollen für den Baron Hohenacker beeinflußt?-" Der Untersuchungsrichter nickte zustimmend. sagte Theresa, „„lassen Äie doch den Kammerdiener des Barons citiren und befragen Sie ihn, wie ich gegen den Baron gesinnt bin."" Der Untersuchungsrichter bat Theresa, sich zu setzen, und befahl einem Polizeibeamten, den Kammerdiener sobald als möglich zur Stelle zu schaffen. Schon nach einer Viertelstunde erschien dieser. „Kennen Sie die Dame?" fragte der Untersuchungsrichter, auf Theresa deutend. „„Es ist Fräulein Bernstein,"" antwortete Franz. „Erzählen Sie doch dem Herrn Untersuchungs- Richter," nahm Theresa das Wort, „was geschah, als Sie das erste und letzte Mal mich im Aufträge Ihres Herrn besuchten?" „„Ich brachte dem gnädigen Fräulein einen Brief."" berichtete Franz, „,,das Fräulein zerriß den Brief, trat die Stücke mit Füßen und beauf-

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