Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1876-10-25 · Heft 43 (25.10.1876) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
17 (1876)
Issue
Heft 43 (25.10.1876)
Date
1876-10-25
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2446951-2447645-2447685--13026-2468876
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

982 iitt im Lande der Aegypter, Gott verhalf ihm zum Siege über vier mächtige, siegesgewisse Könige. Abraham und Sarah hatten keine Kinder. Wie mußten zwei so edle, gottbegeisterte Menschen sich danach sehnen, Kinder zu haben, um sie für die hohen Ideen zu erziehen, für die sie selber lebten! Und andrerseits, wie mußte ihnen davor bangen, daß eben diese Kinder inmitten einer heidnischen, götzendienerischen Welt zu Sünde und Abfall verführt werden müßten, ja, maßten, trotz der Sorgfalt der Eltern, die den von allen Seiten sich geltend machenden schlimmen Einflüssen unmöglich entgegentreten könnte. Diesem Gedanken gibt ein Ausspruch unserer Weisen im Midrasch Ausdruck: 128b 11122 Ej-ün >8 'i '\i Ib8i 20211 118 128V . 182 .121,1 *p2p 132 038 2128 81'1 b8 : nnj) *pn '2381 pH 12 2'lb8 '318 2128 „Nach diesen Begebenheiten gelangte das Wort des Ewigen zu Abram in einer Erscheinung, wie folgt: Fürchte nicht, Abram, ich bin dir ein Schild, dein Lohn ist sehr viel. Und Abram sprach: Herr, Gott, was willst Du mir geben, und ich wandele kinderlos?" Hiezu bemerken die Weisen im Midrasch: 2"-l"Z)"2 1'82 nmi 111 w , 1".1V2 1b p2 '238 pi i“n 281 noy i^n '2381 H pn .12 2128 128'1 :'1'1P Ibll '238 22'2 1O'Z)2,1b 12 'b „Ich bin dir ein Schild — in dieser Welt; dein Lohn ist sehr viel — in der zukünftigen Welt. Und Abram sprach: Was willst Du mir geben, und ich wandele kinderlos — ehe Du mir einen Sohn gibst, der Dich erzürne, lieber möchte ich kinderlos bleiben." Was die Weisen veranlaßte, den betreffenden Ausspruch der heiligen Schrift dem Wortsinne zu entziehen, ist wohl die Erwägung, daß dem Abraham gleich bei seiner Berufung in den ersten Versen des dieswöchentlchen Thora-Abschnittes die Verheißung geworden war, bii3 'Ub i^p8i, „und ich werde dich machen zu einem großen Volke". Demnach wußte ja Abraham schon, daß nicht sein Hausverwalter, sondern sein eigener Sohn ihn beerben würde; und ein Zweifel an der Erfüllung einer göttlichen Verheißung ist bei Abraham nicht vorauszusetzen; daher ist der Sinn von Abrams Antwort der: 'b pn 12, was Du mir geben wirft — ist unbestimmt, denn jeder Mensch hat die Freiheit des Wittens, und ehe mein Sohn den Weg der Sünde und des Abfalls erwähle — ibi.i ’238i nny, möchte ich lieber kinderlos bleiben. Und so muß Jeder denken, der seine Kinder zu echten, wahren Juden erstehen will. Wenn es den Eltern rechter, voller Ernst ist um die Religion Israels, wenn sie keine höhere, gewichtigere Rücksicht kennen als die, Gott zu dienen, dann werden die Kinder von selbst den Weg der Väter wandeln. Rabbi Jose, der Sohn Pasi's, kehrte einst uuf seiner Reise im Dorfe Kardu am Fuße des Libanon bei einem jungen Ehepaare ein, um während des Sabbats dort zu bleiben. Da sah er die Ehegatten , ihn in diesem Winkel und sie in jenem Wiukel stehen und beten. Da fragte er sie: Was habt ihr gebetet zu so ungewöhnlicher Zeit? Und sie antworteten: Wir haben zu Gott gebetet, daß er uns einen Sohn schenke, den wir erziehen zu Seinem Dienste, der die Sünde fürchte, der Gottes Gebote beobachte, der nicht weiche von der Thora weder rechts noch links. — Möge euer Gebet erhört werden! sprach der Gast. Rach vielen Jahren kam Rabbi Jose wieder, und er fand einen Knaben von sieben Jahren im Hause; und der Knabe war von wunderbarer Weisheit und heiliger Gesinnung. Rabbi Jose fragte ihn nach seinen Studien, und der Knabe enthüllte dem Rabbi die wichtigsten Dinge aus dem Worte der Thora. Er erklärte ihm den Unterschied zwischen 2".i 12^3 und i'i ko3. „Siehe," sprach er, „Gott hat den Menschen eingehaucht 2'ti 12^3, die unsterbliche Seele, Geist von Gottes Geist, 2"i 12^3 vsso riD'i, aber der Mensch in seinem sündigen Triebe '.in rrn 2181, er wurde aus sich zu einem Wesen, das mehr ein irdisches als ein geistiges Leben führt, wie es heißt: i3'2b rrn L03 p8i Win, „es bringe die Eree hervor belebte Wesen nach ihrer Art," und was ist ihre Art? pi8 «rrn »du 1212 ,i3'2b. „Vieh und Gewürm und Wild des Landes nach ihrer Art." 2181 »jn i8ii 828"n 01 128 8H , I'I W23S 2181 M'l 818 1283 «S 1'1 t£'&3i? 12 21P1 12181 12 11331 112121 12 1118^ 111 12LP2 '21 128 , 1'bp2b 2«n 131131 lbp2t>2 .111131 IDtm : 8H21P2 IJ'ltfH '82b 138 11113 21131 Rabbi Chija sagte: £), komme und siehe: es heißt nicht: und Gott machte den Menschen zu einem für bloß irdisches Leben bestimmten Wesen, sondern es heißt: und es ward der Mensch, durch eigene Schuld, zu einem solchen Wesen; er hat fahren lassen die von Gott ihm eingehauchte unsterbliche Seele. „Daher," sagt Rabbi Tanchum, „lasset uns das uns Ursprüngliche wieder erringen." Dies und noch vieles Andere erfuhr Rabbi Jose von dem Knaben, und er fragte ihn: Wie heißest du? Und das Kind antwortete: Ahabah (Liebe). Da wandte auf ihn Rabbi Jose dieWorte an: i'i2i8 22iy 1218. „Mit ewiger Liebe liebe ich Dich." — Diesem Kinde wurde, als er heranwuchs, ein Sohn geboren, der große Berühmtheit erlangte, es ist der im Talmud oft genannte und vielgerühmte Raw Ada bar Ahabah. Es gibt kein größeres Glück für Eltern als

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.