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Der Israelit · 1876-10-19 · Heft 42 (19.10.1876) · page 21

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Journal
Der Israelit
Volume
17 (1876)
Issue
Heft 42 (19.10.1876)
Date
1876-10-19
Page
– (sequence 21)
Language
German
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977 kümmerten so ein Fenster in demselben. Die Andächtigen wollten sich das aber nicht gefallen lassen, eilten gegen das Haus, in welchem diese Störerin des Gottesdienstes eben weilte; doch die schnell herbeigeeilte Polizei hinderte die Kampfbereiten an den eben begonnenen Streitigteiten." R-M. Bei dem Abschlüsse des neuen Handelsvertrages mit Rumänien wird Italien darauf bestehen, daß künftig die italienischen Bürger jüd. Religion in den Donaufürstenthümern mit den Italienern anderer Religion gleichgestellt werden, was bisher bei den Juden anderer Nationen gegenüber nicht der Fall war, noch jetzt ist. R u m ä n i e n. Die österreichisch-rumänische Handelsconvention beginnt bereits gute Früchte zu tragen. Das Tribunal zu Bakan in der Moldau hat dieser Tage in Uebereinstimmung mit den Conclusionen des Prokurors einem österreichisch - ungarischen Staatsangehörigen israelitischen Glaubensbekenntnisses bei Kauf eine: Grundbesitzes kein patriotisches Hinderniß mehr in den Weg gelegt, sondern die Uederschreibung der Liegenschaft auf den Namen des jüdischen Käufers formfest bewerkstelligt. Bukarest. Es dürfte Sie interessiren, zu erfahren, daß jüngst eines unserer Tribunale abermals sich geweigert hat, den Ankauf eines Hauses seitens eines hier ansässigen österreichischen Juden zu legalisiren, und zwar aus folgendem Grunde: „Die mit Oesterreich-Ungarn abeschlossene Handels- Convention," sagte der betreffende Richter, „gilt nur für die Dauer von zehn Jahren, das HauS aber wird für die Ewigkeit gekauft, demnach muß die Bitte zurückgewiesen werden, wofern der Jude sich nicht entschließt, das Haus für zehn Jahre bloß zu kaufen." Ob Graf Andrassy wohl über den Kniff lachen wird! England. Liverpool, 24. Sept. Die von unserem Prediger, Herrn vr. W. Stern, gehaltene Neujahrspredigt hat so allgemeinen Beifall gefunden, daß der „Liverpool Mercur" sich veranlaßt sah, sie vollständig zu veröffentlichen. Egypten. Aus Alexandrien wird der „Deutschen Leitung" geschrieben: Einige Goldschmiede hatten eine Partie aller Goldsachen angekauft, und da sie dieselben nicht mit Verlust Wiederverkäufen wollten, deponirten sie dieselben auf dem Münzamte, um Geldstücke daraus schlagen zu lassen, deren Betrag sich auf ca. 200,000 Fr. belief. Nachdem die von der Münze vorgefchriebene Zeit verstrichen war, forderten unsere Goldschmiede ihr Geld zurück. Da wurde ihnen vom Münzrath geantwortet, daß er das Gold dem Finanzminister eingehändist habe, was denn dieser auch bestätigte, allein zugleich erklärte, die egyptische Regierung sei augenblicklich nicht im Stande, die Gelder zurückzuerstatten. Die Goldschmiede machten natürlich Höllenlärm, und der Minister, der sie für Rajah, also dem egyptischen Gesetze unterworfen hielt, drohte ihnen mit Kerkerstrafe, wenn sie fernerhin noch auf ihren Forderungen beharrten. In der That würde diese Affaire, falls es sich wirklich um Rajah gehandelt hätte, gar nicht in die Oeffentlichkeit gedrungen sein, allein von den Goldschmieden gehörten zwei der spanischen und einer der russischen Nation an (die beiden Ersten Juden), was denn zur Folge hatte, daß auf ihre Reclamation hin die respectiven Consuln einschritten und nach vieler Mühe es endlich dahin brachten, daß den Goldschieden die Rückgabe ihres Eigenthums contractlich zugesichert wurde, und zwar in Ratenzahlungen von 1300 Fr. per Tag, ausgenommen Freitag, weil türkischer Festtag, Samstag, weil Festtag der 2 israelitischen Gläubiger, und Sonntag, weil Feiertag des 3. Gläubigers, des Russen. So wird fast ein ganzes Jahr vergehen, bis die Schuld wird abgetragen sein, und zwar ohne irgend welche Zinsen, die in Egypten bekanntlich 12 pCt. betragen. Feuilleton. Das jüdische Krankenhaus in Paris. Von Gustav Nasch. (Schluß.) Die mit Kranken, welche an ansteckenden Krankheiten litten, besetzten Säle waren sorgfältig von den anderen Krankensälen geschieden. Den einen Pavillon bewohnten die männlichen, den anderen die weiblichen Kranken. Neben jedem Krankensaale befinden sich geruchlose, mit Wasserleitung versehene Aborte und eine kleine Theeküche, welche zugleich zum Wärmen der Speisen und der Kataplasmen dient. Außer den Einzelbädern gab es Douchen und Badevorrichtungen jeder Art; ein durch das ganze Haus führender, in der kalten

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