Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 42 (19.10.1876)
- Date
- 1876-10-19
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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974 r die Repräsentanten der israelitischen Gemeinde in Rom die Aufmerksamkeit der königl. Regierung auf die Eventualität lenken, daß das rumänische Gouvernement bei den Verhandlungen über eine Handelsconveution mit Italien, eine Ungleichheit der Behandlung, je nach dem Religionsbekenntnisse. zwischen Unterthanen des Königs einführen möchte, welche in den Fürstenthümern wohnen oder reifen. Wie ich die Ehre hatte. Herrn Matrj zu erklären, so hat sich die königl. Regierung schon mit dieser wichtigen Angelegenheit beschäftigt und nicht verfehlt, dem Bukarester Kabinet den festen Willen zu erkennen zu geben, in dieser Frage den Grundsätzen treu zu bleiben, welche bei uns nicht allein durch die Grundsätze der Civilisation geheiligt, sondern durch die Konstitution des Königreichs gewährleistet find, welche alle Bürger gleichberechtigt erklärt. In Ihren Briefen lassen Sie unseren Konstitutionen Gerechtigkeit widerfahren, wofür ich dem Herrn, der ihn mir übergab, meine Anerkennung ausgesprochen habe. Ich habe nur nochhinzuzufügen, daß wir, soweit es von uns abhängt, nichts versäumen werden, um in unfern Unterhandlungen mit Rumänien eine Angelegenheit mit Wirksamkeit zu unterstützen, dere" Gerechtigkeit von Niemand bezweifelt werden kann. Es ist mir angenehm rc. rc. gez. M e l egari. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Altonn. Obzwar es sonst nicht meine Schwachheit ist, die Aufmerksamkeit des größer« Publikums für mehr speciell interessirende Nachrichten in Anspruch zu nehmen, so muß ich heute doch nach dem bekannten Grundsatz: „Ehre, wem Ehre gebührt," eine kleine Ausnahme machen. Sie werden mir dies umsomehr gestatten, als Sie, geehrter Herr Redacteur, speciell und das jüdische Lesepublikum im Allgemeinen dem wahren Verdienste die rechte Würdigung nicht vorenthalten. Doch zur Sache — durch Berufung unseres früheren Cantors nach Hamburg wurde die hiesige Stelle als vacant ausgeschrieben. Von den vielen Meldungen wurden acht berücksichtigt und zur Probe hierher berufen. Von diesen wurde der Cantor N. Nathansohn aus Beuthen in Oberschlesien fast einstimmig gewählt, da derselbe sich durch seinen brillanten Probe- Vortrag nicht nur den ungetheilten Beifall der Synagogen-Commission, sondern auch den der ganzen Gemeinde erwarb. Obzwar Herr N. erst im December seine Stelle antritt, kam er doch den Wünschen der Gemeinde nach und hielt die letzten Tage des Sukkoth-Festes den Gottesdienst ab und erhöhte so die v"i' map der Gemeinde. Der Vortrag des Herrn N. zeichnet sich nicht nur durch musikalische Formvollendung aus. sondern noch mehr durch deutliche und richtige Aussprache und Accentuirung des Hebräischen, welches Letztere besonders leider so sehr oft, selbst bei Cantoren, die sonst mit guten Stimmmitteln ausgerüstet sind, vermißt wird und nur durch eingehendes Studium der heiligen Sprache erlernt werden kann. Schließlich ist noch bei dem Vortrag des Herrn N. hervorzuheben, daß er streng bemüht ist, alle nicht jüdischen Gesänge, wodurch leider einige O’jjn in letzter Zeit, du ch Benutzung der Operngesänge, die mtemp y"» n^ra rc. rc. entheiligten, fern zu halten. ojdn , icnp rva irvD Pn mj/ini *u not son iOi!’jx ttnip o rnn D'jsnp Schweiz. Cndittgen. In der Synagoge von Endingen und Lengnau wurden in der Mittwochnacht, als in der 2. v"'-Nacht, die Opferstöcke ausgeraubt. Von den Thätern hat man bis jetzt keine Spur. M. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Wien. Gestern, am 8. d. M., fand die Jahresprüfung der Zöglinge desBlinden-Jnstituts auf der Hohen Warte statt. Es hatten sich zahlreiche Gäste eingefunden: der Statthalter Freiherr v. Conrad, der Sections-Chef Ritter v. Fidler, in Vertretung des Unterrichtsministers, Hofrath Hermann, die Landesfchulinfpectoren Niedergesäß und Prauiek, der Bezirks-Schulinspector Hülsenbeck, Herr Director Pablasek vom k. k. Blinden- Jnstitute und andere hervorragende Pädagogen, sowie ein großer Kreis von Damen. Die Prüfung gestaltete sich zu einem interessanten Schauspiele, an welchem alle Anwesenden den lebhaftesten Antheil nahmen, besonders da die Leistungen der Zöglinge als erfreuliche Erscheinungen einer neuen, vom Herrn Director Heller eingeschlagenen Richtung in der Blinden-Pädagogik gu betrachten sind. Hiezu gehören besonders: das Modelliren in Thon, das Zeichnen von Landkarten und geometrischen Formen, der Unterricht in der Botanik nach lebenden Pflanzen, das Nähen auf der Nähmaschine und das Rouleaux-Weben. Die Erzeugnisse der Werkstätte, sowie die weiblichen Handarbeiten wurden eifrig gekauft. Zöglinge, die auf eigene Rech-