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Der Israelit · 1876-10-12 · Heft 41 (12.10.1876) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
17 (1876)
Issue
Heft 41 (12.10.1876)
Date
1876-10-12
Page
– (sequence 20)
Language
German
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952 LVelch* allgemeine innige Freude, welch* ein ungeteilter Jubel und welch* ein übergroßer Enthusiasmus! Bereits achtzehn Jahre irrte das Schifflein unserer Gemeinde - Institutionen auf dem weiten, unheimlichen Meere des gefährlichen JndifferentismuS naa nn naa -idn ro. Nun gab uns der Allbarmherzige einen Vater, welcher uns im Allgemeinen und unserer hoffnungsvollen Jugend im Besondern mit weisem Rathe und mit nachhaltiger That beistehen und unserer altehrwürdigen Cultus- Gemeinde einen muthigen und unerschrockenen König — pan xato jkd —, welcher das Ruder ergreifen und somit das den gefahrdrohenden Elementen der Neologie preisgegebene Fahrzeng in den sichern Hafen des wahren' Judenthums allmählich und umsichtsvoll bringen wird. D'ötWl JD — IHD1? MH) Donnerstag, den 25. Elul, fand der Einzug unseres hochgeehrten, ehrwürdigen Oberrabbiners Dr. Sal. Breuer in feierlichster Weise und musterhaftester Ordnung statt. Hiezu waren geladen und auch fast sämmtlich erschienen: Die hierortige politische, städtische und Schulbehörde, die weltlichen und geistlichen Vorstände aller Religions- Genossenschaften, die Herren Professoren, eine respectadle Anzahl orthod. Rabbinen und viele Vorstände orthod. Gemeinden. Daß sämmtliche Gemeindemitglieder , festlich gekleidet, an diesem imposanten und hier noch' nie gesehenen Einzuge Theil nahmen, ist selbstverständlich. Der Bahnhof nebst der ganzen Umgebung, der lange, von da bis zum herrlich decorirten und großartig beleuchteten Cultustempel führende Weg waren buchstäblich mit Equipagen und Menschen übersäet, kurz, es siel Alles überraschend schön und ohne irgend eine Störung aus. Nachdem der Cantor nebst Begleitung Mahtowu abgesungen und das Mariw-Gebet verrichtet, bestieg der Herr Oberrabbiner die mit Blumen sinnreich geschmückte Kanzel und hielt seine vollkommen gelungene und beifällig aufgenommene Antrittsrede, auch deren Fortsetzung am Schabbos Wajelech siel zur größten Zufriedenheit aller Anwesenden aus. Daß das colossale Bethaus in allen seinen Räumen gefüllt war, ist nicht nöthig hervorzuheben. Als Herr Dr. Breuer nur jenen israel. Gemeinden ein günstiges Prognosticon stellte, in denen die „Trennung" 6s facto* stattgesunden und begeistert die schönen, bedeutungsvollen Worte sprach: „□Wi fö maa^ UNiatc' wpHtt “na", da wurden viele, ja, viele Freudenthränen vergossen und so Manchem um das Herz leichter; denn wir freuten unsinnigst, das von unserem Rabbiner so schön entwickelte Programm und dessen unverblümt abgelegtes Glaubensbekenntniß deutlich und klar, offen und ungenirt, an der heiligen Stätte, in der feierlichsten Stunde und in der Gegenwart zahlloser Menschen zu vernehmen. Nach dem Mincha - Gebete — Schabbos Wajelech — wurde die min höi^ mit nnuoi roenn recht ordentlich bewirthet und man konnte es von ihren Anfangs strengernsten, zum Schluffe aber heitern Gesichtern herablesen, daß ihren großen Erwartungen vollkommen entsprochen worden sein müsse. Nun denr, meine lieben Leser! Wir haben lange, ja, lange und überall herumgesucht, aber auch G. s. D. gefunden, pa«n 'nttLvi ’njP'! Wir haben nämlich einen Mann gefunden, welcher, auf der Höhe der Zeit stehend, dem ungefälschten Glauben unserer Ahnen — dem orthod. Judenthume — treu und aufrichtig we>j aaai man naa ergeben ist, einen Mann eruirt, der — indem es ihm durchaus nicht an dem richtigen Verständnisse für die Zeitströmung fehlt — unsere o»Jitwn DnsiDi ü’oan D’jnnxi' und die an uns von ihnen bekommenen Lehren und Gebräuche gebührend würdigt und alle unsere religiösen Gemeinde-Institutionen nach deren Vorschriften und Satzungen leiten und jelbe gegen jedwede verwegene Uebergriffe ungeweihter Hände möglichst in Schutz zu nehmen, sich zu einer seiner heiligsten Berufspflichten gemacht, wozu ihm der Allmächtige seinen göttlichen Beistand in vollem Maaße verleihen möge. Schließlich will auch ich dem Gefeierten aus der Tiefe meines Herzens wünschend zurufen: np nuann ndd indd nx tnn noa» dw nx 'n a'v"!}Dn bxnw'a i3T lnioai ,n^pvn Rumänien. Bukarest. Der rumänische Justizminister Statescu hat in Folge der von dem österreichischungarischen, in Bukarest beglaubigten diplomatischen Agenten und General - Consuln Frhrn. v. Calice anläßlich eines, concreten Falles ergriffenen Initiative sich veranlaßt gefunden, die Auslegung der Bestimmungen des zwischen dem Kaiserstaate und dem Fürstenthum bestehenden Handelsvertrages durch Rundschreiben an sämmtliche Procuratoren des Landes dahin zu präcisiren, daß das Conventionalrecht der österreichisch-ungarischen Angehörigen, ob sie Christen oder Israeliten seien, in allen seinen Rechtsfolgen zu respectiren sei, mit der Androhung, daß gegen renitente Richter im Disciplinarwege strengstens vorgegangen werden würde. Einen directen und positiven Fortschritt involvirt somit die österreichisch-rumänische Convention namentlich in Bezug auf die Stellung der Israeliten,

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