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Der Israelit · 1876-10-12 · Heft 41 (12.10.1876) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
17 (1876)
Issue
Heft 41 (12.10.1876)
Date
1876-10-12
Page
– (sequence 19)
Language
German
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951 von ihm mit besonderer Vorliebe gepflegt und zwar U10D3 P3 iBua p. Wo es galt, Jemandem aus der Noth zu helfen, wo man seines einflußreichen Wortes zur Erreichung einer gerechten Sache bedurfte, wie namentlich in'der schweren Zeit derHeirathsbeschränkung unter den Juden, da war ihm keine Mühe zu viel, kein Verlangen zu groß, und wie so Mancher verdankte seiner Fürsprache die Befreiung aus Noth und Sorge. Mit seltener Munificenz ließ er theilnehmen an dem reichen Segen, der ihm von dem Allgütigen geworden; bereitwilligst wurden Wohlthätigkeits-Vereine und Anstalten von ihm unterstützt; eine Menge Armen bezogen regelmäßig ihre wöchentlichen, monatlichen und jährlichen Unterstützungen von ihm. Die Stadt betrauert einen ihrer edelsten Bürger, Judenthum und jüdische Gemeinde einen edlen Bruder. Davon zeugte auch der imposante Leichenzug, die Straßen, durch welche der endlose Zug ging, waren von dichten Volksmassen, denen man den Ernst des Momentes ansah, besetzt. Herr Districtsrabbiner Bamberger folgte der Leiche bis auf den 8/* Stunden entlegenen Friedhof, woselbst er am Grabe in beredten Worten dem Leben und Wirken des Verblichenen entsprechenden Ausdruck verlieh, ihn als rühmliche Ausnahme in der heutigen Zeit hervorhebend und zur Nachahmung auffordernd. Möchte ihm im Jenseits Frieden und Seligkeit werden! Sein schönes Beispiel möge in seinen Nachkommen fortleben und fortwirken und das Haus „v o n Hirsch" im Sinne des Dahingeschiedenen weiter bestehen und wirken. (Jüd. Pr.) Frankfurt a. M. In einer Klage wegen Körperverletzung, welche mit dem Strafminimum gesühnt wurde, sollte ein als Zeuge geladener Israelit schwören, derselbe erklärte jedoch: „Ich bin nicht fromm, aber an dem heutigen Tage (Langer Tag) schwöre ich nicht; es wäre das gegen alles Rituale und Gesetz." Zeuge erbot sich, an einem anderen Tage zu schwören. Der Staats- Anwalt verzichtete jedoch auf die Vernehmung des Zeugen. (Frkf. Journal.) Oester r. - Ungar. Monarchie. Päpa (Ungarn), 27. Sept. Am 14. d. hatten wir einen besonders freudigen und recht bewegten Tag. Vom frühen Morgen bis zum Abende wurden Vorbereitungen getroffen, rückten zahlreiche Gäste aus nah' und fern an, denn es war der Rüsttag zum Empfange unseres verehrten Rabbiners, Herrn Dr. Sal. Breuer, den wir in höchst ehrenhafter Weise, seiner und unserer würdig, bei uns begrüßen und in sein Amt einführen wollten. Im Sinne des Programms war eine Deputation aus den hervorragendsten Persönlichkeiten nach Raab entgegengefahren, wo unserem Seelsorger bei seinem Anlangen von Seite der dortigen Gemeinde eine unerwartete, ihn höchst ehrende Ovation zu Theil wurde. Herr Dr. Breuer richtete Worte des Dankes an die nach Tausenden zählende Menge, verweilte daselbst einige Stunden und fuhr mit dem Abendzuge unter stürmischem Eljenrufen der freundlichen Roaber nach Papa. Die Direktion der Weftbahn hatte mit Rücksicht auf das freudige Ereigniß die Waggons beflaggen lassen und aus der hiesigen Station war Alles aufgeboten, was den Empfang recht glänzend zu machen geeignet war. Vom Fest-Comitö begrüßt, bestieg Herr Dr. Breuer nebst zahlreicher Begleitung die in Menge bereit gehaltenen Wagen und wurde mit Fackelzug und unter lebhaftem Zurufen der unübersehbaren Menschenmenge in den Tempel geleitet. In den Gassen, welche der Zug passirte, waren die Fenster illuminirt und decorirt, und aus vielen wurden Kränze in den Wagen des Herrn Rabbiners geworfen; in der Tempelgasse selbst war ein Triumphbogen aufgestellt, wo in Flammenschrift unser herzinniges „Nun -)n3" zu lesen war und wurden bengalische Flammen in den Nationalfarben abgebrannt, in mehreren Fenstern waren außerdem recht hübsche und gelungene Transparente mit Begrüßungen an unfern recht lieben Gast angebracht. Nachdem im Tempel mehrere Psalmen äbgesungen und das anyo - Gebet verrichtet waren, bestieg Herr Dr. Breue r die Kanzel, die Antritts- Rede zu halten. Wie mochte das Herz ihm freudig erregt sein, als er der innigen Theilnahme gewahrte, welche die hiesige Bevölkerung, ohne Unterschied der Confession, für das frohe Ereigniß bethatigte! Ich übertreibe nicht, wenn ich die Zahl der im Tempel Anwesenden auf 10,000 setze. Hierauf ging's in die festlich beleuchtete Schule, wo der Herr Rabbiner, vom Lehrkörper begrüßt, aus die an ihn gehaltene Ansprache erwiederte, sein eifriges Wirken im Interesse der Jugenderziehung in Aussicht stellend. Damit endigte die öffentliche Feier und der Herr Rabbiner begab sich in die Wohnung, wo im engen Kreise ein kleines Festmahl bereitet war. Der gute Geist der Liebe, der mit ihm bei uns eingezogen zu sein scheint, er möge bei uns weilen immerdar und das Wirken unseres vielgeliebten Meisters, es möge sich gestalten nach unsern gegenseitigen Erwartungen, zu unserem gegenseitigen ZLohle. tun pi?ok! P»pa (Ungarn), im Monate Tischri. Endlich haben wir den Heißersehnten in unserer Mitte und den ungeduldig Erwarteten unter uns. una Dito!

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