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Der Israelit · 1876-10-12 · Heft 41 (12.10.1876) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
17 (1876)
Issue
Heft 41 (12.10.1876)
Date
1876-10-12
Page
– (sequence 10)
Language
German
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942 Verstorbene war einer der geachtetsten, ausgezeichnetsten und beliebtesten Bürger unserer Stadt, der sich durch seine Unternehmungen und seine unbegrenzte Wohlthätigkeit einen hohen Ruf in der österreich. Monarchie erworben. Seinem Leichenbegängnisse wohnten nicht blos die jüdische Gemeinde, zu deren einflußreichsten Mitgliedern er zählte, sondern auch alle Civil- und Militärbehörden bei. Vom Privat-Secretär des Kaisers, der den Verstorbenen hoch schätzte, von allen Ministern und dem Könige und der Königin von Belgien erhielten die trauernden Hinterlassenen Condolenz- Telegramme. Serbien. Belgrad. Wir empfangen endlich, schreibt „Jew. Chr.", Nachrichten über die Lage der serbischen Juden in dieser schrecklichen Zeit. Diese guten Christen in Serbien, für welche unsere Evangelisten sich so sehr enthufiasmiren und welche sie als die Quintessenz von allem dem, was nobel und gut ist, halten, haben in ihrer christlichen Liebe sich nie in Freundschaft mit ihren israel. Mitbürgern, die mit ihnen ehemals das türkische Joch getragen, verbinden können. Sobald diese Muster von Tugend ihre Autonomie erlangt, hatten sie nichts Eiligeres zu thun, als die Juden aus dem Innern des Landes zu vertreiben und sie in Belgrad in ein Ghetto einzupferchen, wo man besser die Ausführung der von der Skuptschina gegen sie gerichteten Gesetze überwachen konnte. Wir erfahren aus einer Correspondenz des „Standard", daß die Serben nunmehr die Juden würdig gefunden haben, für die Interessen ihres Landes zu kämpfen, aber nicht um die bürgerlichen Rechte zu genießen. Frankreich. Paris. Am 15. v. M. ward die neue Synagoge in der Straße äas ll'ouruellos in der einfachsten Weife eingeweiht. Diese Synagoge nimmt einen Raum von 1400 Dm. ein; sie ist 45 drn. lang, 22 mm. breit, 21 dm. hoch und im großartigsten Style erbaut. Spanien. Madrid. Die spanische Regierung hat eine Verordnung erlassen, nach welcher sich die religiöse Duldsamkeit nur auf das Innere der Tempel und Kirchen beschränken müsse. Oeffentliche Bekanntmachungen in Religionssachen bleiben verboten. Der „Nationalzeitung" zufolge hat diese Intoleranz Spaniens, die in «eurerZeit gegen Protestanten ausgeübt worden, eine sehr lebhafte schriftliche Communication zwischen den deutschen und englischen Regierungen veranlaßt. Es soll im Werke sein, eine Vorstellung an die spanische Regierung zu richten, um dieselbe zu einem ihren Verpflichtungen entsprechenden Verfahren aufzufordern. Rußland. Aus Rutzlartd. Unlängst kam ein Jude in ein RedactionSbureau zu Odessa, um ein Goldstück zum Besten der Slaven zu spenden, wobei ein Mitarbeiter der Zeitung bemerkte: „Kommt Ihr Juden endlich auch mit Euren Beitrügen zum Besten der Christen?" Darauf erwiderte der Jude: „Ich bringe meine Gabe zum Besten der leidenden Menschheit, ohne Rücksicht darauf, ob es Christen oder Andersgläubige sind. (W. I.) Türkei. Konstantinopel. Dem „Wiener JSr." wird von hier telegraphirt, daß die türkische Regierung unter den Friedensbedingungen ausdrücklich einen PassuS ausgenommen habe, nach welchem den türkischen Unterthanen jüdischer Confession, wenn sie sich in Serbien niederlassen, kein Hinderniß in Betreff ihres Erwerbzweiges in den Weg gelegt werde. Feuilleton. Prosklytk«. Von Friedrich Rott. XXI. Die Eisenbahnstation war erreicht. Der Sanitätsrath ließ den Wagen bis dicht zu dem Waggon des ihrer bereits harrenden Separattrains fahren, hob dann mit Hilfe der Zofe die Gräfin unmittelbar vom Wagen in den Waggon. Hermine hatte noch immer kein Wort gesprochen , auch kein Schmerzenslaut kam über ihre Lippen. Der Sanitätsrath plauderte munter darauf los von der freudigen Ueberraschung, die ihrer Freunde in der Residenz am Morgen harre, von der noch ungleich größer» des fernen Grafen und wußte namentlich den muthmaßlichen Ausdruck der Wonne des letztern in so drastischen Ausdrücken

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