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Der Israelit · 1876-10-12 · Heft 41 (12.10.1876) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
17 (1876)
Issue
Heft 41 (12.10.1876)
Date
1876-10-12
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XVII. Jahrgang. Erste Lcilage zu Ar. 41 des Israelit. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Frankreich. Darmftadt, 22. Sept. Unserm verehrten Vorstandsmitglied, Herrn Hch. Blumenthal, dessen wir zu Anfang d. I. in einem längeren Artikel gedachten. ist wegen seiner Bemühungen um die hiesige Industrie-Ausstellung der Titel als Commerzienrath von Sr. K. Hoheit, dem Großherzoge, verliehen worden. Aus Unlerfrankerr. Ich habe Ihnen heute zu meinem Bedauern über den großen Verlust zu berichten, den eine echt religiöse und biedere Familie, den ganz Israel überhaupt erlitten hat durch den frühen Heimgang eines wahren v'n nitfs* in dem würdigsten Sinne dieses Wortes. Frau Rabbiner Sara Adler Wwe. zuBurgpreppach ist am dritten Tage des Monats Elul in ein besseres Jenseits hinübergegangen. Die Verblichene verdient als Muster der aufrichtigsten Religiosität, der nie wankenden Gottesfurcht, der würdigen Kindererziehung, der opferbereitwilligsten Nächstenliebe unseren Frauen und Töchtern zur Nachahmung empfohlen zu werden. Seit dem vor 372 Jahren erfolgten Tode ihres sel. Mannes, des berühmten Rabbiners Jos. Gabr. Adler v"u"i in Burgpreppach, war sie größtenteils leidend. Eine schmerzliche Krankheit hatte sie seit dem 2. Tage nov fast ausschließend an das Krankenlager gefesselt; hier auf diesem anhaltenden Schmerzenslager strahlte der Kronenschmuck ihrer zahlreichen Tugenden in seinem wahren Glanze. Sie verrichtete mit der größten Gewissenhaftigkeit ihre Gebete, sie sorgte mit der größten Aengstlichkeit für die pünktliche, genaue Erfüllung aller religiösen und menschenfreundlichen Pflichten, sie äußerte sich beständig dahin, daß wenn sie der Allgütige von ihrem harten Leiden genesen lasse, ihr Leben dann noch in reichlicherem und kräftigerem Maßstabe den drei jüdischen Grundprincipien O'ION rrony nun gewidmet sein solle. Die würdigste Besiegelung erhielt dieses Leben durch die Art und Weise, wie sie in das bessere Jenseits hinüber ging. Mit dem Worte nn« auf der Zunge hauchte sie ihre reine Seele aus. An dem Grabe derselben schilderte ihr Sohn, der Herr Diftricts- Rabbiner I. Adler zu Kitzingen a. M., mit beredten Worten den Verlust der Familie und der ganzen inw my. Nach demselben hielt der Schwiegersohn, der jetzige Herr Rabbiner A. Hirsch zu Burgpreppach, einen längeren alle Anwesenden tief ergreifenden i?Dn und hob in demselben namentlich hervor, wie das Hauptverdienst der Verstorbenen in der musterhaften Erziehung ihrer Kinder bestehe, wie es ihr gelungen, Söhne zu erziehen, die in nmn und mso ihr höchstes Streben erkennen, wie sie ihre Töchter an die alten israel. Tugenden gewöhnt, an die Einfachheit, Anspruchslosigkeit, Bescheidenheit und an die pünktliche Ausübung aller jüdischen Pflichten. Möge derAlloütige lindernden Balsam in die tiefen Wunden der Familie und der Trauernden Israels senden, möge Er geben, daß sich bewahrheite jener Vers in Jesajah: ':n yt>a. Posen, 22. Sept. Am kgl. Friedrich - Wilhelms - Gymnasium ist am 19. und 20. d. M. in der Oberprima der Unterricht ausgefallen, da die Abiturienten vom Unterrichte dispensirt waren und alle übrigen Oberprimaner bis auf einen der jüdischen Confession angehören und an diesen beiden Tagen, an denen das jüdische Neujahrsfest gefeiert ward, gleichfalls vom Unterrichte dispensirt waren. Der eine Oberprimaner chriftl. Confession, welcher noch übrig blieb, besuchte an diesen beiden Tagen die Unterprima. Oesterreichisch-Ungarische Monarchie. Aus Boranow (Galizien) schreibt man dem „Jb. An.": In einem unweit von hier gelegenen Dorfe wurden einem Einwohner einige Kostbarkeiten entwendet. Zwei Bauern, des begangenen Diebstahls geständig» beschuldigten einen Juden, daß dieser sie zu der That angeeifert habe — und der Jude wurde mitverhaftet und auf die roheste Weise mißhandelt. Alle Bitten der angesehensten Bürger, den Armen nicht mehr so fürchterlich zu schlagen, blieben erfolglos, den Gensdarmen erschien das Martern als einziges Erforschunsmittel. Bei der Untersuchung stellte sich die Unschuld des Juden vollständig heraus. Die Aerzte aber erklären, daß es für den Mißhandelten keine Heilung mehr gibt; denn seine Glieder sind in Stücke gebrochen. Triest. Am 20. August wurde der dahier verstorbene Baron Elias v. Morpurgo, Chef des Bankhauses gleichen Namens, begraben. Der

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