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Der Israelit · 1876-09-27 · Heft 39-40 (27.9.1876) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
17 (1876)
Issue
Heft 39-40 (27.9.1876)
Date
1876-09-27
Page
– (sequence 13)
Language
German
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917 und heidnischen Frauen ab; einige von ihnen sind auchProselyten. Sie haben einen besonderen Begräbnißplatz. Es gibt keine Beni-JSrael-Gemeinden, deren Sitten von denen der in Bombay abweichen. Wir haben keine Prediger, aber es werden zuweilen religiöse Versammlungen gehalten, worin wir die Schrift lesen und darüber sprechen. Besondere Anstrengungen, um uns zu bekehren, sind früher nicht gemacht worden. Die Portugiesen in Goa haben wohl einige Versuche gemacht, doch fanden sie nicht viele von unserem Volke in ihrem Bereich. Der Name Beni-Jsrael ist (wie wir nach mündlichen Ueberlieferungen und Thatsachen glauben) von unseren Vorfahren angenommen, zu der Zeit, als die Muhamedaner die Oberhand hatten, und der Islam durch das Schwert verbreitet wurde. Schon der Haß der Muhamedaner gegen den Namen „Jahudi" — wie man in Koran sehen kann — gab unfern Vorfahren einen genügenden Grund.' den Muhamedanern weniger verhaßten Namen Beni-Jsrael zu wählen; sie entgingen dadurch der Gefahr, entweder mit Gewalt zum Abfall von ihrer Religion gezwungen zu werden, oder Gut und Blut zu verlieren. Eine Begebenheit mag als Beweis hierfür angeführt werden: Unter der Regierung Tippo's, etwa um die Zeit der Eroberung von Serengapatam (1799) dienten einige aus unserer Gemeinde im 2. Bataillon, 5. Regiments; sie wurden von Tippo's Armee gefangen genommen und würden hingerichtet worden sein, wenn sie sich für „Jehudi" erklärt hätten. Aber Tippo's Mutter bat ihren Sohn, die „Beni-Jsrael," von denen so oft im Koran gesprochen wird, und die sie in Indien zu sehen noch nie Gelegenheit gehabt hatte, leben zu lassen. Es geschah so und man gab sie frei. Im Laufe der Zeit haben die Beni-Jsrael einen Ehrenpunkt daraus gemacht, in Abrede zu stellen, daß sie Jehudim feien; sie fühlen sich durch diesen Namen beleidigt, weil auf demselben immer ein Schimpfwort z. B. Kufri (Ketzer) folgt Rabb. Löwy hatte noch angefrazt, ob und warum bei den Beni-Jsrael ein aus einer Goldperle und schwarzen Glasperlen bestehenden Rosenkranz um den Hals gehängt werde. Die Antwort geht dabin, daß dieses Halsband ein Kennzeichen der verheiratheten Frau sei; trägt eine Frau es nicht, so erkennt man sie daran als Wittwe. Irgend eine Ceremvnie sei mit dem Umlegen oder Ablegen des Halsbandes nicht verbunden.' Der Gebrauch scheint jedoch von den Heiden hergenommen zu sein. (Jsr. Wchschrft.) Asien. Singapore. An der Südspitze von Malaien liegt auf einer kleinen Insel eine Stadt jungen Ursprungs, Singapore. Sie ist ein Hauptmarktplatz zwischen Japan, China und Indien, zahllose Schiffe mit den Flaggen aller Nationen füllen den Hafen. Die bunteste Mischung von Völkern, Menschen jeder Race, Religion und Farbe bewegen sich in den Straßen. Die Juden tragen ihre alten Kostüme, sie stehen in großer Achtung als redliche Kaufleute. Die Existenz von Juden in diesem entlegenen Punkte der Erde ist nicht allgemein bekannt. — An einem ganz anderen Punkte Asiens liegt in sehr entgegengesetztem Klima Irkutsk, der Haupt- Handelsplatz Ostsibiriens, den Verkehr zwischen Rußland und China vermittelnd. Auch dort wohnen Juden, und Irkutsk hat eine beträchtliche jüdische Gemeinde mit allen nöthigen Gemeinde-Institutionen. (Jew. Mess.) Feuilleton. Theresa IV. Langsam schritt Baron Hohenacker, nachdem er das Bernstein'sche Haus verlassen, durch die Straßen der Kaiserstadt. Therese hatte einen tiefen Eindruck auf ihn gemacht. „Wenn ich mich jemals vermählen würde," sprach er vor sich hin, „so würde ich dieses Mädchen wählen. Schön, jung, geistreich und von einer Gemüthstiefe, die selten zu finden, erscheint mir Theresa als das begehrenswertheste Geschöpf auf Gottes Erdboden." Der Baron trat in ein Kaffeehaus. „lutti trutti!" rief er dem herbeieilenden Kellner zu. Dieser brachte die gefrorenen Früchte, die Hohenacker langsam verzehrte. Dann ließ er sich die „Neue freie Presse" geben, in die er sich dem Anschein nach vertiefte. Allein sein Geist war nicht bei der Lectüre; er starrte in das Blatt,

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