Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 39-40 (27.9.1876)
- Date
- 1876-09-27
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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915 Holland. Amsterdam. Das der deutsch-jüdischen Gemeinde ungehörige Eigenthum wurde auf 600000 Gulden geschätzt, auf dem 86000 fl. Schulden ruhen. Das Eigenthum besteht unter anderm aus 11 Synagogen. 14 Häusern, 20 Acker Land, 80 Thorarollen mit 50 dazu gehörigen silbernen Ornaments-Aufsätzen und 2 Bädern. (Jew. Ehr.) Serbien. Belgrad. Eine Belgrader Depesche meldet: Der Kriegsminister hat gestattet, daß während der jüdischen hohen Feiertage jüdische Prediger und Vorsänger auf dem Kriegsschauplätze erscheinen dürfen, um mit den isr. Soldaten Gottesdienst abzuhalten. Es ist diese Verordnung des serbischen Kriegs- Minister allerdings sehr lobenswerth. Sie beweist, daß auch in Serbien die jüdische Religion nach und nach an Achtung gewinnt. Freilich darf man nicht vergessen, daß Serbien selbst wenige Soldaten hat; die meisten sind jüdische Russen, die mit den übrigen russischen Soldaten in serbische Dienste getreten. Gegen diese aber hat Serbien vollen Grund, alle möglichen Rücksichten zu beobachten. (P. i. Z.) England. In London wurde «eulich das neue n>2 Emen eingeweiht. Wir wünschen aufrichtig, schreibt „Jew. World", daß dieses «man no der Anlaß zur Ermuthigung unserer jungen Leute sein wird, von nun an dem Studium unseres Gesetzes und unserer Literatur mit größerem Ernste als bisher obzuliegen. Das Institut besitzt nunmehr die Kraft in das Thorastudium eine Wiederbelebung zu bringen. Auch Manchester und Birmineham machen Anstrengungen, solche Lehrhäuser zu errichten. Ostindien. Der fünfte Jahresbericht der Anglo-Jewish Association enthält unter Anderem Nachrichten über die Beni-Jsrael in Indien, über welche nur einige geschichtliche Notizen bekannt geworden sind. Neuerdings hatte Sir Narrow ElliS einige weitere Nachrichten über den gegenwärtigen Zustand dieser weithin versprengten Nachkommen Israels milgelheilt. Darauf hat sich nun der Secretär der Association, Rev. A. Löwy, durch Permittelung eines Hindu. Gumput Survotum Mankar, mit dem Beni Israel in Verbindung gesetzt. Er schrieb eine Reihe von Fragen auf, welche durch Mankar dem Secretär der Beni Jsrael-Wohlthätigkeitsgesellschaft, Abraham Daniel, Übermacht und von diesem beantwortet wurden. Er berichtet über den jetzigen Zustand der Gemeinde, daß ihre Mitglieder zumeist arm und unwissend sind. Sie sind größtentheils Handwerker, Maurer und dergl. auch Soldaten, nur etwa 70—100 Männer haben in den Missionsstunden englisch gelernt und sind in den Regierungs- oder^sonstigen öffentlichen Bureaus als Schreiber' anoestellt. Der Prinz von Wales hat aus Anlaß seiner Reise 100 Rupien und der Guicowar von Bardoa 200 Rupien dem Vereine geschenkt, dem Daniel als Secretär dient. Ueber die Geschichte der Beni Israel theilten Daniel und Haim Samuel aus Puna Folgendes mit: „Es ist uns überliefert, daß die Beni Israel sich zuerst in einem Dorfe, Namens Naughaum, bei Chaul oder Alibang, nier erließen. Dort sind zwei große Grabstätten, welche bis auf den heutigen Tag sowohl von den Hindus wie von den Beni Israel als die unseren frühesten Vorfahren, welche bei einem Schiffbruch uwkamen oder später starben, betrachtet werden. Auch leben in den drei genannten Orten und in anderen Küstenstädten, sowohl im britischen Territorium, wie in dem der Hubschissar Abyssinier noch Abkömmlinge der alten Familien; sie treiben Handel und Ackerbau. Obgleich diese Leute sich wie Hindus kleiden und die gesellschaftlichen Sitten und Gebräuche derselben angenommen haben, sind sie doch in religiöser Beziehung ganz von ihnen verschieden. Lange bevor sie durch Missionäre das alte Testament in der Landessprache, dem Marathi, erhalten hatten, haben sie das levitische Gesetz streng beobachtet und sich von den Heiden fern gehalten. Sie haben den Sabbath stets gefeiert und weder Speisen gekocht, noch sonstige Arbeit verrichtet, sie essen keine unreinen Fische vder Fleisch, haben auch die großen Feste gehalten. Unser Volk hat den arabischen oder jüdischen Gesichtstypus. In Betreff unsrer religiösen Verhältnisse verdanken wir sehr viel dem Einfluß der Juden aus Jerusalem, Bagdad und Cochin, welche diese Gegend besuchten, um Almosen zu sammeln. Vor etwa 900 Jahren kam David Rababia aus Bagdad oder Cochin hierher, und nachdem er bemerkt hatte, daß wir das levitische Gesetz halte«, erkannte er, daß wir jüdischen Ursprungs seien, und richtete eine hebräische Schule ein, in der mehrere Jünglinge erzogen wurden. Er lebte mehrere Jahre in Koukou und gab vor seinem Tode schriftliche Weisung, daß zwei seiner Schüler seine Nachfolger als Geistliche sein sollten. Das Amt ist bis auf diesen Tag den Nachkommen