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Der Israelit · 1876-09-21 · Heft 38 (21.9.1876) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
17 (1876)
Issue
Heft 38 (21.9.1876)
Date
1876-09-21
Page
– (sequence 5)
Language
German
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885 ehemaliger und jetziger Schüler des Jubilars. Der Gefeierte versuchte hierauf seinen Gefühlen der Dankbarkeit Ausdruck zu geben, mußte aber, von Rührung überwältigt, seine Rede unterbrechen. Im Laufe des Tages erschienen alsdann Deputationen verschiedener Gemeinden und Vereine, die dem Jubilar ihre Anerkennung und die innigste Theilnahme an seinem Freudentage ausdrückten. Adressen waren angelangt von den Gemeinden zu Jerusalem, Halberstadt, Mainz, Darmstadt, Eisenstadt, vom Beth-Hamidrasch und dem Talmudverein dahier u. A. m.; außerdem ca. 600 Briefe und Depeschen aus dem In- und Auslande, von welchen wir n. r erwähnen die von dem Oberrabbiner des britischen Reiches Herrn Dr. Adler in London, Dr, Feilchenfeld in Posen, Rabbiner Hirsch in Frankfurt a. M. Die Gemeinde Adaß - Jisrael gründete zu Ehren des Jubilars eine Stiftung für Gemeinde- Zwecke, die seinen Namen trägt; die Urkunde hierüber überreichte Herr Dr. Hoffmann. Herr Dr. Munk, ein Neffe des Herrn Dr. Hildesheimer, edirte den Targum Scheni zum Buche Esther mit einer literarhistorischen Einleitung und einem Commentar und widmete dieselbe dem Jubilar unter dem Motto: ux. Nachmittags um 4 Uhr versamme'ten sich über 200 Festtheilnehmer im großen Saale der Gesellschaft der Freunde zu dem zu Ehren des Jubilars veranstalteten Festmahle. Herr Dr. Berliner begann die Reihe der Tischreden mit einem Toast auf den Kaiser. Dann folgte Herr Dr. Cohn mit einem Toast auf den Jubilar, Dr. Ehrenfeld- Prenzlau auf dessen Familie, Dr. Lehmann-Mainz auf Frau Dr. Hildesheimer, die sowohl durch hohe Vorzüge des Herzens, wie des Geistes hervorrage und eine wahrhafte >n ntrx sei. Ferner brachte der Oberrabbiner von Altona, Herr vr. Löb den Unterstützern der Bestrebungen des Herrn Dr. Hildesheimer, insbesondere denen, die ihm bei der Gründung des Seminars ideell oder materiell beigestanden, ein Hoch aus. Außerdem sprachen noch die Herren DDrr. Auerbach - Halberstadt, Car leb ach - Lübeck, Stiebel - Filehne, Goldschmidt - Obornik, Klein-Odessa, Neustadt-Breslau, Ehrmann- Cassel u. A. Herr Dr. Hildesheimer ergriff sodann das Wort und dankte wiederholt tiefgerührt für so viele Beweise der Liebe und Anhänglichkeit und brachte ein Hoch aus der gesammten p.djd, den Angehörigen aller Parteien, die ehrlich nach der Wahrheit streben, der Wiederkehr des Bewußtseins der Zusammengehörigkeit in der Thora, der Wiedervermählung der ^0” ron mit ihrem Gotte. Die ganze Versammlung war tief ergriffen von diesen mit hinreißender Begeisterung gesprochenen Worten. Eine Festcantate, gedichtet von Herrn Rabb. Dr. Plessner in Rogasen und in Musik gesetzt von Herrn O l itzki, Ober-Cantor der Adaß-Jisroel dahier, wurde von Letzterem im Vereine mit einem gut geschulten Chor meisterhaft vorgetragen und fand großen Beifall. — Bis gegen Mitternacht waren die Festgenossen vereint beim Mahle, das sich zu einem wahrhaft jüdischen Volksfeste gestaltet hatte. Möge es Herrn Dr. Hildesheimer vergönnt sein, noch viele Jahre im Kreise seiner Familie glücklich zu verleben und an der Spitze der von ihm gegründeten Institutionen für Gott und Seine Thora zu wirken, für das wahre Judenthum zu kämpfen und zu siegen! Dazu möge der allgütige Vater im Himmel Seinen gnädig enSchutz und heiligenBeistand leihen! Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Württemberg. Ueber die fünfmonatliche Vacatur des Rabbinats Laupheim beschwert sich, wahrscheinlich einer der 12 Landesrabbinen. der der Nachfolger Wälder's V'i werden will, im „Stuttgarter Beobachter" vom 3. d. M., indem er nach dem Grunde fragt, aus welchem die Kgl. Jsr. Oberkirchenbehörde dieses gute Rabbinat so lange nicht zur definitiven Besetzung ausschreibt, sondern durch einen Amtsverweser versehen läßt. Da die 2 Gemeinden, welche den Bezirk bilden. Laupheim und Ulm, mit dem Amtsverweser Herrn Rabbiner Kahn sehr zufrieden sind und sein können, so wird der Dränger wohl der Bewerber in spe sein, der seit Monaten auf ein Ausschreiben dieses besten Rabbinats im Staatsanzeiger wartet", während der Bezirk sehnlich wünscht, daß ihm das Wahl- oder mindestens das Vorschlagsrecht bei der Besetzung eingeräumt werde, wie es allwärts außerhalb Württembergs in Israel von jeher üblich war. Ganz Württemberg aber wünscht noch weiter, daß die Vacatur zwar „nicht aus Sparsamkeit" verlängert, sondern benützt werde, irgend ein anderes Rabbinat eingehen zu lassen, wenn man diesen Sprengel besetzt, da bei den jetzigen Verkehrs-und Bevölkerungsverhältnissen 6 Rabbiuen genügen würden, um alles gut besorgen zu können, was jetzt 12 thun. Auch bei Besetzung des Rabbinats

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