Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 37 (13.9.1876)
- Date
- 1876-09-13
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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861 82.73 katholisch (von 100 Einwohnem überhaupt sind 91s katholisch), 1.» griechisch (2.2?), 2.ss evangelisch )1.?s), U.54 israelitisch (3.0tz)und 1.24 anderer Confession. Jurafchek sucht nachzuweisen, daß das Streben nach Universitäts-Bildung bei den Christen weniger von der Confession, als von der Nationalität der Individuen beeinflußt wird. So sind beispielsweise die Oesterreicher Augsburger Confession, welche zumeist der deutschen Nation angehören, an der Universität viel zahlreicher vertreten, als in der Bevölkerung, jene Helvetischer Confession, großentheils Czechoslaven, erscheinen mit 0.56 Percent im Universitäts-Besuche und mit 0 51 Percent in der Volkszahl. Wien. Einem Berichte des Ackerbauministeriums entnehmen wir, daß in Galizien von Jahr zu Jahr die Zahl der jüdischen Großgrundbesitzer steigt. Im vergangenen Jahre betrug die Zahl ,138 und jetzt ist dieselbe auf 152 gestiegen. Rumänien. Bukarest. Die Zustände in Rumänien sind zum Theil allerdings solche, daß eine diplomatische Intervention kaum zu vermeiden sein wird. Nach dem Bericht des amerikanischen Consuls in Bukarest, Peixotto, ist die Lage der Juden in Rumänien eine solche, daß von außen her wird geholfen werden müssen. Wie nun aus London gemeldet wird, stehe zu erwarten, daß die britische Regierung die Frage der politischen Rechtlosigkeit der rumänischen Israeliten in Kurzem zum Gegenstand einer Intervention machen wird. Auch in Frankreich wird augenblicklich in diesem Sinne agitirt. Es liegt uns eine Art Memoire vor, welches in Paris ausgearbeitet worden ist und in welchem einige praktische Vorschläge zur Verbesserung der Lage der Juden in Rumänien gemacht werden. Es wird in dem Schriftstück zugegeben, daß es den rumänischen Israeliten noch sehr an Vaterlandssinn fehle. Allein eben dieser Mangel habe sich auch bei den Israeliten im Elsaß gezeigt, ehe der Convent ihre Emancipation beschloß. Die bürgerliche Ausschließung und Bedrückung war daran Schuld, daß die Israeliten sich von der „nationalen Solidarität" ausschlossen. Ein großer Theil der rumänischen Israeliten spreche nicht einmal rumänisch, sei unwissend und beschäftige sich nur mit dem Handel, während der Rumäne ausschließlich den Acker bebaue. Das Memoire verlangt nun eine allmähliche Emancipation, welche leicht zu erreichen sei. Man könnte z. B. ohne Gefahr den in Rumänien geborenen Juden das rumänische Bürger- und Wahlrecht gewähren und sie dafür zur Wehrpflicht heranziehen; man könnte einen Termin von 5 Jahren festsetzen für Abschaffung der Handelsbeschränkungen. Um das Recht des Grundbesitzes zu erlangen, könnte man eine gewisse elementare Bildung, insbesondere die Kenntniß der rumänischen Sprache verlangen. Was die Ausnutzung gewisser Erwerbszweige, z. B. der Medicin und Jurisprudenz anbetrifft, so könnte man den Juden sofort dieses Recht einräumen, da dasselbe ohnehin an ein Examen geknüpft sei. Es gebe sehr wenige rumänische Israeliten, welche die Vorbedingungen für administrative und politische Aemter erfüllen, daher man die Durchführung der absoluten bürgerlichen Gleichheit auf eine spatere Zeit vertagen könne, sobald das Land sich an die früheren Reformen gewöhnt habe. Man muß gestehen, daß diese Reformvorschläge äußerst bescheidener Natur sind, dennoch, fürchten wir, sind dieselben ohne einen Druck von Außen nicht durchzusetzen, wie dies auch in den Schlußworten des Memoire angedeutet ist. Es heißt dort nämlich : „Die Frage der Israeliten in Rumänien ist unbestreitbar eine Parteifrage und die Lösung derselben geradezu dadurch schwieriger, allein diese Lösung ist darum nicht weniger dringend, da die Verzögerung derselben Rumänien der Sympathien beraubt, ohne welche es das erstrebte politische Ziel nicht erreichen kann. Deßhalb müssen die politischen Zwistigkeiten schweigen, die Vorurtheile weichen und das Land muß sich den Pros» cribirten öffnen — kurz, dieser große Akt der Gerechtigkeit und des Liberalismus muß sich vollziehen, ehe die europäischen Cabinete ihn verlangen." Frankreich. Paris, 3. Sept. Der General Ducrot macht wieder von sich reden. Durch alle Blätter geht folgende in dem Conservateur de la Niövre erschienene Note: „Nächsten Sonntag, den 3. September, wird auf dem Gipfel des Mont Beuvray im Beisein aller Truppen des 8. Corps, die entweder um den Fuß des Hügels oder auf dessen Abhängen aufgestellt sein werden, ein Hochamt stattfinden. Der Herr Bischof von Revers wird den Truppen vom Beuvray herab den päpstlichen Segen ertheilen, um den der General Ducrot den heiligen Vater eigens gebeten hat. Die Manöver des 8. Corps hätten nicht unter besseren Auspicien beginnen können." Danach hat also, bemerkt dazu der „Siecle", der General Ducrot, Befehlshaber des 8. Armeekorps, den Papst schriftlich um einen Collektivsegen für seine sämmtlichen Truppen ersucht. Dieser Segen soll nächsten Sonntag mit großem Pomp