Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 37 (13.9.1876)
- Date
- 1876-09-13
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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859 M Judenthums fest eingeschtagen habe", wie er ohne Rücksicht und Zurückhaltung als Vertreter und Kämpfer für das echte rechte, unverfälschte und unverkürzte Judenthum aufgetreten sei und gleich dem Propheten gesprochen habe: ’:>jn nay nEOM rir-ri o\n nt« nwy "wt* trp ’Jn 'n nw. „Ein Ebräer bin ich und den Ewigen, den Gott des Himmels fürchte ich, der gemacht hat das Meer und das Trockene." Daher ruhe auch der Segen Gottes ^uf Allem, was er unternehme; die Saat, die der Jubilar gesäet, sei aufgegangen in beglückender Weise; „möge es ihm vergönnt sein, stets unter dem Schutze Gottes weiter so zu wirken. Wir aber, seine Schüler, Ihr aber, die Ihr so glücklich seid m'jno zu sein; wir Alle wollen seinem Beispiele folgen, seine Grundsätze durch Thaten bewähren, das wird unserem verehrten Lehrer der schönste Lohn sein." Hierauf sprach der Redner ein ergreifendes Gebet, in welchem er um den Segen des Himmels für den Jubilar und seine Familie, für die Gemeinde und deren Institutionen, für den Kaiser und die Kaiserliche Familie flehte. Die Furcht vor dem Rothstift des Herrn Redacteurs dieses geschätzten Blattes verbietet mir, eine Bemerkung über die Rede und den Beifall, den sie gefunden, hinzuzufügen. — Dagegen will ich hervorheben, daß die große Synagoge überfüllt war, daß die Zuhörer Kopf an Kopf gedränget bis auf den Hof hinaus standen und daß dieses zahllose Menge. mit gespanntester Aufmerksamkeit der fast 11/* Stunden währenden Predigt in gehobener Stimmung lautlos zuhörte. Nachmittags 4'/, Uhr fand in der Brbliothek des Rabbinerseminars die von Docenten und Hörern desselben veranstaltete Feier statt. Herr vr. Barth sprach als Vertreter der Docentencollegiums über die Grundsätze und Zielpunkte, welche Or. Hildesheimers Lehrtätigkeit bestimmten. Er schildert zunächst fein Wirken in Ungarn, wo es äußerst schwer war, den Forderungen von Bildung neben dem Thorastudium, das H. als Mittelpunkt und höchstes Ziel aller geistigen Arbeit mit Aufopferung seiner vollen Kraft zu verbreiten strebte, entgegen zu kommen. So seien H.'s Schüler Talmudgelehrte und zugleich gebildete Volkslehrer geworden. Nachdem vr. Hildesheimer nach Berlin übergesiedelt, sei er mit aller Kraft und mit allen Fasern seines Herzens für die Gründung eines Rabbinerseminars eingetreten, das zugleich eine Pflegestätte unseres überlieferten Gesetzes und ein Heerd jüdischer Wissenschaften sei, das „ganz sein will mit dem Ewigen, unserem Gotte." Der Erfolg habe das gottgefällige Werk gekrönt. Der Redner und feine Collegen schätzten sich glücklich an der Seite des Jubilars bescheiden an dem großen Werke mitgewirkt zu haben. Der Vortrag, der sich ebensowohl durch Eleganz des Stils wie Präcision des Ausdrucks aus'zeichnete, schloß mit dem Wunsche, daß es dem verehrten Rector des Seminars vergönnt sein möge, noch lange in feuriger Thatkraft als Lehrer und Verbreiter der Thora, als Erzieher zu hingebender Gottesfurcht, als Pfleger jüdischer Wissenschaft fort und fort zu wirken. Hierauf überreichte Herr vr. Berliner die von dem Docentencollegium edirte Festschrift btuiri v-uv, welche der Jubilar dankend, sichtlich gerührt entgegennahm. Ein Hörer des Seminars, Herr vr. Jonas H. L ö b, hielt darauf einen wissenschaftlichen Vortrag über die innere Organisation der babylonischen Hochschulen, insbesondere über die Einsetzung der Rectoren; wir beschränken uns hier auf diese kurze Notiz, da, wie wir hören, Herr vr. Löb dem vielfach von anwesenden Fachgelehrten an ihn ergangenen Wunsch Nachkommen und den interessanten Vortrag dem Druck übergeben will, wodurch wir Gelegenheit haben, später darauf zurückzukommen. ' (Schluß folgt.) Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen. Deutschland. Mainz. Mit dem 1. September ist der in Paris erscheinende „Univers Jsraälite" in seinen 32. Jahrgang getreten. Wir gratuliren Herrn Bloch hierzu und wünschen, daß seine angegriffene Gesundheit sich recht bald kräftige, damit dieser wackere Kämpe für das konservative Judenthum noch lange Zeit weiter so segensreich durch seine auf so vortreffliche Weise redigirte Zeitschrift wirken kann und auszuführen im Stande ist, was er speciell sich vorgenommen in Bezug auf die Verhältnisse der jüdischen Gemeinde zu Paris. Wir haben die Absicht, schreibt Herr Bloch in der ersten Nummer des neuen Jahrgangs, uns mit der Gemeinde zu Paris, wo so vieles zu loben und zu tadeln, wo so viel Licht uud Finsterniß, so vielGeist und Thorheit ist, mehr als sonst, zu beschäftigen. Es geschehen in ihr so viele gute und edle Thaten; aber wir dürfen uns nicht von großen Worten und effectmachenden Phrasen irre führen lassen. Den Programmen auf dem Papiere ent-