Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 17 (1876)
- Issue
- Heft 36 (6.9.1876)
- Date
- 1876-09-06
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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838 gounene Werk mit nicht geringem Eifer und großer Aufopferung fort; sie war es, die den so zärtlich geliebten Sohn nach Altona zu dem dortigen Ober- Rabbiner i"n"o mu »» bi iv pi pfion am bui -yMPööy app schickte. Hier widmete sich der hoffnungsvolle Jüngling mit außerordentlichem Fleiß und Eifer dem Talmudstudium, und fand dennoch Zeit, sich für das Gymnasium vorzubereiten, dessen oberste Klasse er vom Jahre 1841 an in Halberstadt besuchte. Seine Studien machte er in Berlin und Halle, und wurde an letzterer Universität im Jahre 1846 zum Doktor der Philosophie promovirWWlS er nunmehr in die Heimath zurückkehrte, vermählte er sich mit seiner edlen, frommen, in jede?Weziehung vorzüglichen Gattin, einer v'ri ntc\x im eminentesten Sinne des Wortes. vr. Hildesheimer's erste Sorge war es nun, Schüler um sich zu versammeln, mir, pmrfc ^«nw’3. Während dieser Periode war es, von 1848 bis 1851, daß der Herausgeber dieser Blätter unter seiner Leitung sich den Studien widmete. Von dem ungeheuren Fleiße und der vielseitig-n, immer aber selbstlosen und uneigennützigen Thätigkeit, die Vr. Hildesheimer entwickelte, kann sich Niemand eine Vorstellung machen, der das Alles nicht selbst beobachtet hat. Im Jahre 1851 wurde vr. Hildesheimer auf Anlaß seines Lehrers, des fel. Oberrabbiners ^>"t von Altona, nach Eisenstadt in Ungarn berufen. Im Jahre 1852 hatte der Herausgeber dieser Blätter, der damals in Prag studirte, die Freude, seinen geliebten Lehrer in Eisenstadt zu besuchen und die glänzende Wirksamkeit zu beobachten, die er hier, nach erst einjähriger Amtsverwaltung, entfaltete. Fünfundzwanzig fremde Bachurim besuchten den "vp'v, die bis dahin vernachlässigte Jugend wurde in einer neuorganisirten Schule in Thora und weltlichen Wissenschaften unterrichtet. Die Jeschibah wuchs seitdem von Jahr zu Jahr größer, bis sie anno 1869 circa 150 Jünger zählte. Eine große Anzahl dieser vielen Schüler wirken jetzt als Rabbiner segensreich in ihren Gemeinden. Im Jahre 1869 wurde Herr vr. Hildesheimer von der neu sich gründenden orthodoxen Separat-Gemeinde rriy nach Berlin berufen. Auch hier sammelten sich sofort zahlreiche Schüler um ihn; es gelang ihm, trotz unendlicher Schwierigkeiten, eine vortrefflich organisirte Rabbinerschule zu gründen, an der außer ihm noch andere tüchtige Docenten lehren. Was Rabbiner vr. Israel Hildesheimer br'"2 stets und immer für die Pflege und Erwärmung des jüdischen Geistes in den weitesten Kreien gethan, wie er mit aufopfernder Hingebung für alle großen Interessen der jüdischen Gesammtheit erfolgreich gewirkt, wie er Wohlthätigkeit in großem Maaßstab geübt und veranlaßt, davon hatten diese Blätter stets viel zu berichten. Der Bau der Armen - Wohnungen in Jerusalem N"n"a'Vn ist größtcntheils sein Werk, seine Sammlungen für die nothleidenden Glaubensgenossen in Rußland, in Persien, in Palästina lieferten stets die glänzendsten Resultate. Möge der allgütige Gott n"3 dem verehrten Manne die Kraft verleihen, stets so zu wirken, wie bisher, bis daß die Zeit kommt, von der es heißt: □’JS bi tyn dh'jx 'n nnoi nsa^ rvan yrn nm '3 ,p«n v3 byo “pd1 icy pe-i’m Jeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Hamburg. Wie Sie in voriger Nummer bereits berichteten, feierte am 3. Elul die jüdische Gemeinde hier den Tag der 25jährigen Amtsdauer ihres verehrten Herrn Oberrabbiners Stern. Alle Richtungen, die hier zahlreich vertreten sind, wetteiferten an diesem Tage, dem Jubilar für sein segensreiches Wirken Anerkennung zu zollen. Das rst die Macht der Wahrheit, die, wie die Sonne durch dichtes Gewölk sich Bahn bricht, dem Menschen in's Herz dringt und ihm Zustimmung abringt. Freund und Feind gestehen es, der Jubilar habe nur der Wahrheit gedient und der Vorstand des Synagogen - Verbandes hat sinnig unter die Piöcen beim Festgottesdienst, der an diesem Tage abgehalten wurde, den 15. Psalm ausgenommen, weil er ganz den Charakter des Gefeierten schildert. Die Hauptthatigkeit des Oberrabbiners ist die Schule, und da hat er Großes geleistet. Herr vr. Nathan, der im Namen der Lehrer dem Jubilar eine Adresse vorlas, sagte darin sehr richtig: „Als Volksschule haben Sie die Schule vorgefunden, Sie haben sie dahin gebracht, daß sie den Anforderungen des Staates und des Lebens entspricht, dafür ist Ihnen die Anerkennung durch den Schulrath geworden. Bei allem dem haben Sie, verehrter Herr Oberrabbiner, gewußt, der Schule ihren jüdischen Charakter zu währen, ihr den Geist der Thora zu erhalten." Das erkennen alle Parteien an, wie die neueste Schenkung des Herrn Hartwig Herz, des langjährigen Redacteurs der „Reform", beweist. So möge es dem Jubilar vergönnt sein, noch Reihen von Jahren in demselben Geiste für das Judenthum zu wirken.